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Berlins Untersuchungsgefängnis: Außenfassade der Justizvollzugsanstalt Moabit (Bild: Wiki Commons / Sir James / CC-BY-SA-3.0)

Nach Überfall mitten im Schwulen-Kiez: Die beiden zunächst freigelassenen Täter wurden erneut festgenommen, aber nur einer muss vorerst im Gefängnis bleiben.

Von Carsten Weidemann

Diese Tat hatte viele geschockt: Mitten im Berliner Schwulen-Kiez am Nollendorfplatz waren in der Nacht zum Samstag zwei 23 und 37 Jahre alte Männer homophob beschimpft, verfolgt, geschlagen und getreten worden. Obwohl die Opfer in ein Restaurant flüchteten, ließen die Schläger selbst dort nicht von ihnen ab. Erst als der 37-Jährige das Bewusstsein verlor, flüchteten sie (queer.de berichtete).

Die Polizei konnte die beiden stark alkoholisierten, 31 und 33 Jahre alten Täter zwar kurz darauf festnehmen, ließ sie jedoch nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wieder auf freien Fuß. Erst nach einer Intervention der Staatsanwaltschaft wurde erneut Haftbefehl erlassen. Ein Ermittlungsrichter entschied am Sonntag, dass der 33- Jährige in Untersuchungshaft bleiben muss. Sein 31-jähriger Komplize wurde dagegen von der U-Haft verschont.

Die beiden Männer bestreiten laut Polizeiangaben zwar die Tat, wurden aber von den Opfern zweifelsfrei identifiziert. Sie müssen sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Diese wird nach § 224 StGB mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

SPD-Abgeordnete begrüßt erneute Festnahme

Die Bundestagsabgeordnete für den Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Mechthild Rawert (SPD) begrüßte es in einer Pressemitteilung, dass die aggressiven Täter dem Ermittlungsrichter vorgeführt wurden: "Für die Gesellschaft wird damit deutlich: Schwulenfeindliche, homophobe Gewalt wird in Berlin auch von Polizei und Staatsanwaltschaft als das bewertet, was sie ist: eine Straftat!", erklärte Rawert.

Die Schwusos Tempelhof-Schöneberg dankten dem Berliner Antigewaltprojekt Maneo dafür, dass es sich um die beiden Opfer des Überfalls gekümmert hat. "Es ist traurig, dass es in unserem grundsätzlich toleranten und lebenswerten Schöneberger Kiez noch immer zu solchen Gewalttaten kommt", erklärte die Schwusos-Kreisvorsitzende Petra Nowacki. Sie forderte alle Opfer von homophober Gewalt und Hasskriminalität auf, diese nicht zu verschweigen, sondern der Polizei zu melden.



#1 xapplexAnonym
  • 23.07.2012, 15:35h
  • Na immerhin. Und jetzt hätten wir gern noch unverpixelte "mugshots" und die Namen der Täter...
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#2 Lars3110
  • 23.07.2012, 15:52h
  • Ist es auch homophobe Gewalt, wenn man einfach zuschaut und sich noch nicht mal als Zeuge zur Verfügung stellen lassen will, weil man "in zwei Wochen ein Vorstellungsgespräch" hat?

    Ja, auch das. Auch Wegsehen ist homophobe Gewalt, und ich könnte echt kotzen, dass so viele weggesehen haben und vielen "Dank" an das Pizza-Luna-Team, dass sie auch noch die Tür zugemacht haben, denn so eine Prügelei im Lokal wäre dann doch echt geschäftsschädigend - werde ab sofort dort nichts mehr kaufen.
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#3 nightwashAnonym
  • 23.07.2012, 16:25h
  • wie kann es sein, dass man in ein restaurant flüchtet und dort nicht beschützt wird? was war den mit den angestellten? gab es kein nudelholz?
    boykott des ladens...demo vor dem laden...
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#4 Lich KingAnonym
  • 23.07.2012, 17:10h
  • Könnte man nicht den Laden und das Pizza-Luna-Team nicht anzeigen? Immerhin wäre es doch unterlassene Hilfeleistung oder nicht?

    § 323c
    Unterlassene Hilfeleistung

    Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

    dejure.org/gesetze/StGB/323c.html
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#5 alexander
  • 23.07.2012, 19:42h
  • zitat:
    [Die Bundestagsabgeordnete für den Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Mechthild Rawert (SPD) begrüßte es in einer Pressemitteilung, dass die aggressiven Täter dem Ermittlungsrichter vorgeführt wurden: "Für die Gesellschaft wird damit deutlich: Schwulenfeindliche, homophobe Gewalt wird in Berlin auch von Polizei und Staatsanwaltschaft als das bewertet, was sie ist: eine Straftat!", erklärte Rawert.]
    ist ja alles gut und schön, aber dann sollte man auch die umliegenden lokalitäten nicht aus den augen verlieren !
    an der ecke kleist/courbierstrasse, im ehemaligen kleistpalais (damals schwul), gibt es inzwischen einen laden (kann mich an den namen nicht erinnern), der ein sehr "spezifisch osteuropäisches flair" um nicht zu sagen eine unangenehme, gefährliche atmosphäre hat. von aussen nicht erkennbar, wirkt wie ein club !
    ich bin da einmal mit freunden reingeraten, nach dem motto : mal sehen was jetzt hier drin los ist ! zugegeben, ich hätte mich nicht mal auf die toilette getraut. wir haben vor lauter schiss ein anstandsbier bestellt und nix wie raus ! die kellnerin schien sehr um uns besorgt zu sein, dass merkte man an ihrer gestik und dem spruch : aber bitte nur 1 bier !? wir machen gleich zu !?
    will sagen, das publikum volltrunken, wir wurden fixiert etc., man merkte der kellnerin an, dass sie angst vor "komplikationen" hatte!

    und besoffene russen / polen sind unberechenbar, weil sie dann "volltrunken sind" und fast immer zur hemmungslosen gewalt neigen ! leider.
    ich erwähne diesen sachverhalt, da ich auch von unserem senat erwarte, wenn er schon mit dem schwulen kiez hausieren geht, dass er sich auch gedanken macht, wem er in diesem umfeld konzessionen erteilt, zumindest die ART der lokalitäten überprüft.
    ich will mit sicherheit kein ghetto, aber nach der osterweiterung ist gerade berlin ein spielplatz für merkwürdige existenzen aus diesen regionen geworden und hier sollte schon mehr für den "allgemeinen" schutz der bürger unternommen werden, indem man die ursache zumindest beobachtet !
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 MarekAnonym
#8 wanderer LEAnonym
  • 24.07.2012, 11:10h
  • Antwort auf #1 von xapplex
  • Laut Tagesspiegel waren es Deutsch-Russen. Also vermutlich nicht Rußlanddeutsche sondern echte Russen? In Rußland sind Knäste und Lager immer noch voll, da wird kurzer Prozeß gemacht auch bei solcher Suffkriminalität.
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