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Matthew Mitcham ist schwul, erfolgreich und anerkannt: Nach dem Gold 2008 in Peking gab es in der Heimat Australien gar eine Briefmarke.

Noch vier Tage, dann beginnen in London die XXX. Olympischen Spiele. Unter den rund 10.500 Sportlern, die erwartet werden, haben internationale Homo-Portale 20 Athleten gezählt, deren Homosexualität bekannt ist, darunter aus Deutschland die Radfahrerin Judith Arndt und die Fechterin Imke Duplitzer.

Frankreich schickt mit Carole Péon und Jessica Harrison (beide Triathlon) sogar ein Paar nach London, ebenso die Niederlande mit den Feldhockey-Spielerinnen Maartje Paumen und Carlien Dirkse van den Heuvel. Die weiteren Athleten: Seimone Augustus (Basketball, USA), Marilyn Agliotti (Feldhockey, Niederlande), Natalie Cook (Beachvolleyball, Australien), Lisa Dahlkvist (Schweden, Fußball), Carl Hester (Reiter, England), Edward Gal (Reiten, Niederlande), Alexandra Lacrabère (Handball, Frankreich), Hedvig Lindahl (Schweden, Fußball), Jessica Landström (Fußball, Schweden), Matthew Mitcham (Turmspringen, Australien), Mayssa Pessoa (Handball, Brasilien), Lisa Raymond (Tennis, USA), Megan Rapinoe (Fußball, USA) und Rikke Skov (Handball, Dänemark).

Dazu kommen zwei offen lesbische Trainerinnen, beide im Fußball: Pia Sundhage aus den USA und Hope Powell für Großbritannien. US-Wasserspringer-Legende Greg Louganis begleitet die entsprechende Nationalmannschaft als Mentor. Die lesbische Wrestlerin Stephany Lee hatte sich für Olympia qualifiziert, wurde aber nach einem positiven Test auf Marihuana aus dem Team geworfen. Bei den Paralympischen Spielen, die am 29. August starten, sind übrigens von rund 4.200 Athleten ganze zwei bekanntermaßen homosexuell: Der britische Reiter Lee Pearson und die britische Volleyballerin Claire Harvey.

0,2 Prozent homosexuell?


Carole Péon und Jessica Harrison treten beide in London für Frankreich beim Triathlos an und sind ein Paar (Bild: wiki commons / Fanny Schertzer / by-sa 3.0)

Selbst wenn der ein oder andere offen homosexuelle Athlet übersehen wurde, liegt der Anteil vom "Team LGBT" bei rund 0,2 Prozent der gesamten Teilnehmer. Ist Homosexualität noch immer ein Tabu, die männliche dabei noch viel mehr? Dass es deutlich mehr Schwule und Lesben bei Olympia gibt, liegt jedenfalls auf der Hand; man muss da gar nicht eine Aussage des australischen Olympiasiegers im Tapschießen, Russell Mark, bemühen, der sich vor wenigen Tagen beschwerte, dass er während der Spiele in London nicht mit seiner Ehefrau in einem Zimmer schlafen darf.

"Das Verrückte ist, dass es unzählige schwule Paare in der Mannschaft gibt, die sich einen Raum teilen. Wir werden diskriminiert, weil wir heterosexuell sind", hatte er in einem Interview gesagt, dessen Aussagen weltweit verbreitet wurden (dass er zusätzlich äußerte, dass dies in keinster Weise homophob verstanden werden sollte, ging dabei manchmal unter.) Es gab sogar - recht unwahrscheinliche - Gerüchte, ein Ausfall von Grindr am Wochenende hätte mit der Ankunft einer ganzen Menge von schwulen Sportlern in London zu tun gehabt.

Pride House vor Eröffnung


Das Pride House in London, noch ungeschmückt

Für alle Sportler sowie für Besucher, egal welcher Orientierung und Offenheit, gibt es auch in London wieder ein Pride House, vom 3. bis 12. August; es gab daran die Kritik, dass der LGBT-freundliche Ort mit Public Viewing und Kulturveranstaltungen nicht im Olympischen Gelände steht und keine offizielle Unterstützung des IOC genießt. Dafür hat die EU offiziell die Ausstellung "Against the Rules - Lesbians and Gays in Sport" im Rahmen des Kulturfestivals des Pride House gefördert. Unter dem Titel "Gegen alle Regeln" war sie bereits in einigen deutschen Städten zu sehen, darunter noch bis zum 5. August im Haus der Kirche in Nürnberg. (nb)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 julian21
  • 23.07.2012, 20:52h
  • Sport wird der gesellschaftlichen Entwicklung bei diesem Thema immer hinterherhinken. Vor allem Männer werden einfach in Schubladen gepresst und falls ihre Art dann nicht ins typische Bild eines Sportlers passt ("hart gesotten", "männlich"...), dann ecken sie an. Das kostet Kraft. Umso mehr Respekt für die, die soviel Mut haben sich zu outen.

    Dazu passt natürlich, dass es wieder nur schwule Individualsportler sind. Wo bleiben die schwulen Basket-, Hand- und Fußballer?
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#3 alexMucEhemaliges Profil
  • 24.07.2012, 07:21h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Das liegt wohl daran, daß "lesbisch" nichts hat, was, für Heten, anstößig erscheint. Lesbisch ist, wieder für Heten, weitgehend normal, einigermaßen akzeptiert und auch so, anerkannt. Eigentlich, keine benachteiligte Minderheit. War es das überhaupt schon mal? Bei Schwulen sieht das schon anders aus. Wenn man so will, das Gegenteil. Schwule sind, für Heten, nach wie vor, abartig usw.......Ich könnte wetten, daß es noch einige schwule Sportler, in den Mannschaften gibt. Aber eben nicht geoutet.
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#4 Timm JohannesAnonym
  • 24.07.2012, 12:45h
  • Es fällt bei den schwulen Männern wiedereinmal stark auf, dass es vor allem Individualsportarten sind. Und es fällt auf, dass die lesbischen Frauen im Profisport stärker als schwule Männer offen vertreten sind (sowohl in den Einzelsportarten als auch in den Mannschaftssportarten).

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    Die Queer könnte übrigens einmal einen guten informierenden Artikel zum Thema Pferdereitsport, insbesondere Dressurreiten, und schwule Männer schreiben. Das würde mich einmal interessieren, was sich da so "alles" an Personen und Hintergründen zusammentragen ließe.

    Derzeit sind mit dem Briten Carl Hester sowie mit Edward Gal aus den Niederlanden zwei sehr erfolgreiche Dressursportler am Start. Und wenn ich dann an Hern Mronz und das CHIO in Aachen denke, dann scheint gerade doch der Pferdereitsport stark auch von schwulen Männern geprägt. Bei der Fernsehsendung "Bauer sucht Frau" war bekanntlich auch der eine von Beruf Pferdewirt.
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#5 MimiAnonym
#6 Timm JohannesAnonym
#8 sanscapote
#9 Timm JohannesAnonym