Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 23.07.2012           22      Teilen:   |

Salzburger Weihbischof verteidigt Homos

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun
Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun

In einer Gastkolumne auf kath.net hat der Salzburger Weihbischof Andreas Laun Homo-Hasser in die Schranken gewiesen: Es gebe schlimmere Sünden als Homosexualität. Die Kolumne, die bereits am 5. Juli erschienen ist, überrascht in diesen Tagen die Schwulen- und Lesbenszene Österreichs.

Denn zuvor hatte sich Laun durchaus wie ein Fundamentalist über Homosexuelle aufgeregt, so warnte er im Jahr 2009 vor einer "Homosexualisierung der Gesellschaft". Zudem würden Schwule fundamentalistisch wie Moslems denken, wenn sie behaupten, dass ihre sexuelle Orientierung nicht verändert werden könne (queer.de berichtete). Laun hatte auch einen Stand von Schwulen und Lesben bei einem Kirchentag als "skandalös" bezeichnet (queer.de berichtete) und im Streit um die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften behauptet, Schwule und Lesben würden nicht diskriminiert (queer.de berichtete).

Nach dem Skandal im Priesterseminar St. Pölten hatte er sich gegen die Weihe von schwulen Priestern ausgesprochen, zumal "die Wahrscheinlichkeit eines Versagens eine erheblich größere zu sein [scheint] bei homosexuellen Neigungen", so Laun 2004 in einem Interview, in dem er auch von der Therapierbarkeit einer Homosexualität ausging. Den Priester Gerhard Maria Wagner, der Thesen über eine Homo-Heilung angestellt hatte, verteidigte er gegen Kritiker mit dem Argument, wenn man "heilbar" in "veränderbar" ändere, könne man über die "wertneutrale Sachfrage" diskutieren. Auch, , so zitierte er einen weiteren Priester, sei die Kritik an dem Priester ein "Rausch" wie der Nationalsozialismus.

Fortsetzung nach Anzeige


Müllhalde der peinlichen Irrtümer

In der überraschenden Kolumne schreibt Laun, die These, Homosexualität sei "die größte Sünde", sei "falsch und sollte auf der Müllhalde der peinlichen Irrtümer entsorgt werden". Man verstehe zunächst die Geschichte von Sodom und Gomorra falsch, denn da sei nicht nur Homosexualität bestraft worden. "Zweitens wussten frühere Generationen zwar, dass es Menschen gibt, die homosexuelle Akte vollziehen, aber sie wussten kaum etwas über das Wesen homosexueller Neigungen und deren Ursachen und darum auch nichts darüber, wie differenziert und behutsam sie zu werten sind!"

Auch müsse Homosexualität in Vergleich zu anderen Sünden gesetzt werden: "Die Sünde homosexueller Männer, die, alles in allem, liebevoll miteinander umgehen und die Sünde von Leuten, die die Menschen in der Dritten Welt ausbeuten, die Sünde von Triebtätern und vielen, vielen anderen Verbrechern" Selbst Jesus habe vor allem andere Sünden angeprangert als die sexuellen.

Einen Wandel des umstrittenen Laun zu einer moderaten Stimme sollte man allerdings nicht erhoffen: Homosexualität wird noch immer als Sünde bewertet. Und in seiner neuesten Kolumne vom Montag ärgert er sich über die deutsche Beschneidungs-Diskussion: "Da macht man sich 'hoch moralisch' Sorgen um die armen, armen kleinen Jungen, die beschnitten werden, aber am millionenfachen Kindermord im Mutterleib hat man nichts auszusetzen?" (nb)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 22 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 21             5     
Service: | pdf | mailen
Tags: andreas laun, kirche, österreich
Schwerpunkte:
 Kirche und Homosexualität
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Salzburger Weihbischof verteidigt Homos"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
23.07.2012
23:00:46


(+5, 9 Votes)

Von fink


21. jahrhundert in europa. ich kann nicht glauben, dass wir immer noch über solche scheiße diskutieren müssen.

das einzige, was ich hier kommentieren möchte, ist die überschrift: wenn jemand zu einer steinigung geht und seinen stein so wirft, dass er von einer wand abprallt und dann erst das opfer am kopf trifft, dann würde ich deshalb noch nicht behaupten, er habe das opfer "verteidigt".


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
23.07.2012
23:11:30


(+5, 7 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Wie? Wie sollen wir das verstehen? Es gibt schlimmere Sünden als Homosexualität. Also ...Homosexualität bleibt doch eine Sünde. Ojeee...Wir treten auf der Stelle!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
23.07.2012
23:51:07


(+5, 7 Votes)

Von Tantes Hölle


Salzburger Festspiele?

Link:
myweb.lmu.edu/jfredericks/images/BotticelliMap.jpe
g


Hat Schott feuerfeste Gläser?
Ohne Opernglas geht von den billigen Rängen nichts mehr. Teufels Schwanz und so....


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
23.07.2012
23:53:07


(+3, 5 Votes)
 
#5
24.07.2012
04:55:06


(+2, 2 Votes)

Von GF Pr von Pr


Ich meine, die katholische kirche wird nie homofreundlich sein, das ist so was wie ausgeschlossen. Das ware auch keine grosse Tragodie - ja, wenn sie die Gesetze und die sozialen Realitaten zumindest respektiere, wenn auch nicht akzeptiere. Ist das zuviel?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
24.07.2012
07:10:29


(0, 10 Votes)

Von Geert


Je mehr die Position von Josef Ratzinger aufgrund seines hohen Alters geschwächt ist, um so differenzierter wird von katholischen Theologen (u.a. Zollitsch und Woelki) das Thema Homosexualität betrachtet. Es geht in die Richtung, dass homosexuelle (und heterosexuelle) Promiskuität weiterhin abgelehnt wird, aber auf Dauer angelegte Lebenspartnerschaften als mit dem katholischen Glauben vereinbar dargestellt werden. Ein Schritt in die richtige Richtung, den aber wohl nur katholischen Schwule richtig werden einordnen können.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
24.07.2012
07:56:44


(+5, 7 Votes)

Von Marek


"Es gebe schlimmere Sünden als Homosexualität."

Was aber impliziert, dass auch er Homosexualität nach wie vor als Sünde ansieht. Nur vielleicht als weniger schwere im Vergleich zu Mord, Vergewaltigung, etc. Aber immer noch als Sünde.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
24.07.2012
08:58:10


(-1, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Eminenzen sind doch alle gleich! Warum sollte da Herr Laun anders sein? Ich nehme ihm das mit seinem Blog nicht ab! Der hatte mit Sicherheit für das Geschreibsel einen Ghostwriter! Aber so sind die Katholen homophil schreiben und homophob denken!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
24.07.2012
08:59:37


(+3, 5 Votes)

Von Robin


Schön für ihn, aber viel zu spät. Der Zug ist für die Katholen längst abgefahren.

Außerdem macht eine Schwalbe noch lange keinen Sommer.

Mich interessiert weder seine Meinung noch von sonst irgendeinem Pfaffen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
24.07.2012
09:03:18


(+1, 7 Votes)

Von Flo


Als ob man denen nochmal jemals vertrauen könnte...

Wenn diese Wölfe im Schafspelz wieder mal Kreide gefressen haben, kann man sich sicher sein, dass da wieder mal irgendwelche taktischen Überlegungen hinter stecken und die irgendwas ganz anderes aushecken.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123  vor »


 GLAUBE

Top-Links (Werbung)

 GLAUBE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Magdeburg: Einstimmiger Beschluss für Hirschfeld-Gedenktafel "Tapetenwechsel 2.0" im Schwulen Museum* Studie: Intimrasur erhöht Krankheitsrisiko Mehr Geld für LGBTI-Projekte im Norden
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt