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  • 24.07.2012           12      Teilen:   |

Polen: Keine Debatte über Homo-Ehe

Immerhin brachten Abgeordnete Regenbogenflaggen ins Parlament - Quelle: sejm.gov.pl
Immerhin brachten Abgeordnete Regenbogenflaggen ins Parlament (Bild: sejm.gov.pl)

Das polnische Parlament hat am Dienstag eine Debatte über eine Einführung der Homo-Ehe mit großer Mehrheit von der Tagesordnung setzen lassen. Entsprechende Gesetzentwürfe hatten sowohl die oppositionellen Sozialdemokraten als auch die linksliberale Palikot-Bewegung eingebracht.

Die nationalkonservative Opposition hatte beantragt, die Debatte zu streichen, da die Anträge gegen die Verfassung verstoßen würden. Die regierende Bürgerplattform (PO) stimmte ebenfalls gegen die erste Lesung der Anträge, so dass insgesamt 323 von 425 Abgeordneten gegen sie votierten (324 von 426 bei dem anderen Antrag bei 14 bzw. 21 Enthaltungen).

Die polnische Verfassung besagt, dass die Verfassung die "Ehe als Verbindung von Mann und Frau, Familie, Vaterschaft und Mutterschaft" schützt. Ob das Eingetragenen Partnerschaften im Weg steht, ist unter Rechtsexperten umstritten - im großen und ganzen nach Parteifärbung.

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Das Parlament verabschiedet sich in die Sommerpause

"Wir fordern Eingetragene Partnerschaften" - Protest am Dienstag vor dem Sejm - Quelle: Miłość nie wyklucza
"Wir fordern Eingetragene Partnerschaften" - Protest am Dienstag vor dem Sejm (Bild: Miłość nie wyklucza)

Der eine Antrag hätte Polen eine Partnerschaft nach dem französischen Pacs-Modell gebracht, eine Art "Ehe light" ohne Adoptionsrecht für hetero- wie homosexuelle Paare. Der andere Entwurf sah eine Partnerschaftsform vor, in der die Paare vor einem Notar ihre Rechte und Pflichten selbst bestimmen; auch hier wäre die Schließung heterosexuellen Paaren offen gewesen und hätte nicht alle Möglichkeiten der Ehe vorgesehen.

Die Bürgerplattform unter Ministerpräsident Donald Tusk hatte in den letzten Monaten eine eigene Initiative für Eingetragene Partnerschaften angekündigt, die aber auf sich warten lässt. Das polnische Parlament geht nach dieser Sitzungswoche in Sommerpause.

Bereits im Rechtsausschuss hatte die Regierung Anfang Juli die Gesetzentwürfe abgelehnt (queer.de berichtete). Die Antragsteller und Homo-Aktivisten hatten sich aber eine Debatte im Sejm erhofft, die ihr Anliegen in die Öffentlichkeit transportiert. Vor dem polnischen Parlament demonstrierten am Dienstag mehrere Aktivisten. "Wir haben diese Schlacht verloren", sagte einer, "aber nach den Ferien geht es in die nächste." (nb)

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Tags: polen, homo-ehe
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Reaktionen zu "Polen: Keine Debatte über Homo-Ehe"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
24.07.2012
17:25:11


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Und der nächste Rückschlag für die LGBT-Rechte! Den Parlamentariern ging es anscheinend wieder einmal nicht schnell genug, in die Sommerpause zu kommen! Enttäuschung auf der ganzen Linie und die Aktivisten sind zurecht wütend!


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#2
24.07.2012
19:25:20


(+5, 5 Votes)

Von GF Pr von Pr


Polen bleibt eben katholisch. Die eingetragene Partnerschaft in der Heimat von Papa Wojtyla? Ein bisschen zu viel, glaube ich. Vielleicht in 10 Jahren oder so.


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#3
24.07.2012
22:14:07


(+3, 5 Votes)

Von Mattis


Schlimm, dass dieses Land voreilig in die EU aufgenommen wurde. Es geht ja nicht nur um die Situation in diesem erzkatholischen Gottesstaat, sondern auch darum, was die auf EU-Ebene verhindern.


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#4
25.07.2012
00:16:36


(+4, 4 Votes)

Von Schlesier


Ich sollte meinen Eltern einmal mehr dafür danken, dass sie von da ausgewandert sind.


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#5
25.07.2012
17:17:06


(+3, 5 Votes)

Von Sammael
Aus Essen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 05.03.2012
Antwort zu Kommentar #2 von GF Pr von Pr


Ich plädiere dafür, dass die sog. "heiligen Schriften" vom Verfassungsschutz auf Extremismus überprüft und daraufhin verboten werden.


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#6
25.07.2012
18:11:33


(-5, 7 Votes)

Von Volker Beck
Antwort zu Kommentar #5 von Sammael


Das ist säkularer Fundamentalismus!


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#7
25.07.2012
18:33:31


(+5, 5 Votes)

Von Sammael
Aus Essen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 05.03.2012
Antwort zu Kommentar #6 von Volker Beck


Na, Herr Beck, aber wie lange sollen wir denn die Beleidigungen der Gläubigen hinnehmen?
Sie sollen, bitte schön, ihre Gottheiten anbeten dürfen, aber bitte, ohne uns vorzuschreiben, mit wem und auf welche Weise wir ficken!


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#8
25.07.2012
19:05:35


(+4, 6 Votes)

Von Yannick
Antwort zu Kommentar #7 von Sammael


Religion ist das Asyl der Dummen!
(Spinoza)


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#9
25.07.2012
19:32:08


(+3, 3 Votes)

Von GF Pr von Pr


Schon im vergangenen Herbst war eigentlich alles klar - als der 'liberale' Donald Tusk zum Justizminister einen gewissen Jan Gowin ernannte. Er wurde damit zum ersten Justizminister in der modernen Geschichte Polens, der keine juristische Ausbildung besitzt. Fur Tusk war das offensichtlich egal - wichtig nur, dass der konservative Philosophe ein Katholik ist und zum gewissen Verein 'Opus dei' gehort. Wie einige andere Minister auch, Aussenminister Szykorski inklusive. Und er steht auch dazu - so, wie manche unsere Minister zu ihrer Homosexualitat nie stehen werden.


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#10
25.07.2012
21:07:18


(+3, 5 Votes)

Von Sammael
Aus Essen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 05.03.2012
Antwort zu Kommentar #8 von Yannick


Absolut meine Meinung!
Oder, wie gefällt Ihnen der Spruch: "Klöster sind freiwillige Irrenhäuser"?


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