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Unsere geschätzte Homogurke geht dieses Mal an den Hamburger Justizsenator Roger Kusch (CDU). Der hat innerhalb von drei Werktagen soviel dummes Zeugs zur Homo-Politik geschwätzt, dass selbst generell nicht ernst zu nehmende Politiker wie Guido Westerwelle neidisch werden könnten.

Von Norbert Blech

Gerade auf Westerwelle hat es Kusch abgesehen. Im "Focus" kritisierte er dessen eingeschränktes Coming-out als "reine Show" und Selbstinszenierung. Westerwelle habe seinen Partner aus dem Hut gezaubert wie ein Kaninchen. Auch wenn diese Kritik durchaus zutreffend ist: es ist albern, wenn ausgerechnet Kusch sie vorbringt. Schließlich hatte er nie den Mut gefunden, sich selbst zu outen - erst nach der Denunzierung durch Ronald Schill ging er öffentlich mit seiner Homosexualität um. Bei der Kritik an Westerwelles Coming-out scheint es auch nicht um die Halbherzigkeit, mit der es erfolgte, zu gehen, sondern: erneut hat ein bürgerlicher Politiker seine Homosexualität bekannt gegegeben - für Kusch und Co. ist es ehrenhafter, im Schrank zu bleiben. Für Unionspolitiker ist ein Coming-out noch immer die Preisgabe des Privatlebens.

Noch absurder ist Kuschs Angriff, die FDP setze sich im Bundesrat nicht für Homorechte ein. Es sind doch vor allem Kuschs Parteikollegen, die hier für die Blockade sorgen. Erst letzte Woche hatte Bayerns Staatsminister Erwin Huber (CSU) gesagt, die Initiative Hamburgs werde "Lebenspartnerschaften immer eheähnlicher, fast identisch" machen. Er fügte hinzu: "Da wird sich in der CSU keine Hand für heben."

Der Angriff Kuschs auf Westerwelle wird umso ärgerlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass sich über die Initiative Hamburgs maximal die LSU freuen wird. Das Bundesratsvorhaben zur Stärkung der rechtlichen Stellung von Lebenspartnerschaften sieht eine Anerkennung im Erbschaftsrecht vor - nicht jedoch im Einkommenssteuerrecht. Diese sei aus finanziellen Grünen "unverantwortlich", hatte Kusch letzte Woche gesagt. Die Homo-Ehe werde so attraktiver und "würde hohe Millionenbeträge an Steuerausfällen kosten". In den letzten Jahren gab es die abstrusesten Argumente gegen die Homo-Ehe, oft moralisch und zumeist von der Union, aber ein derart peinliches Argument war selten. Entweder hat mein ein Recht auf Steuervorteile, zum Beispiel, weil man faktisch auch eine Unterhaltspflicht hat, die dem Staat Geld spart, oder man hat sie nicht und schafft die Unterhaltspflicht ab. Aber aus Geldgründen Rechte zu verweigern, das geht nicht in einem Rechtsstaat.

Früher dachten wir als Redaktion, heimlich schwule Politiker seien nervig. Mittlerweile haben wir gelernt: Offen schwule Politiker, die ihre eigenen Rechte nur teilweise durchsetzen wollen, sind viel schlimmer. Gleichzeitig verändern sich die Debatten über Homorechte. Viel Reden und persönliche Angriffe statt Handeln bestimmen die Homo-Politik des Jahres 2004 - bis hinein in die rot-grüne Bundesregierung. Schluss damit!

Montag, 27. September 2004, 17h



10 Kommentare

#1 breite seiteAnonym
  • 27.09.2004, 20:11h
  • dennoch ist das ein anderes kaliber als die hasstiraden eines ulrich breite.
    komisch, dass der es damit hintersich hat bei der homogurke
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#2 prokushAnonym
  • 27.09.2004, 20:18h
  • na ja die fdp hat zumindest in rheinlandpfalz und badenwürttemberg auch ncihts für die homos sondern nur gegen sie getan
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#3 MarkusAnonym
  • 27.09.2004, 23:50h
  • Unglaublich, wieviel dummes Zeug ein einzelner Mensch in so kurzer Zeit von sich geben kann! Das rabenschwarze Kuschelchen entblödet sich ja noch nicht mal, seine Rechte-Häppchen auch noch an die Bedingung zu knüpfen, vorher müsse die Lebenspartnerschaft aber mindestens 5 Jahre bestanden haben, sonst sei die "Mißbrauchsgefahr" zu hoch. HALLO???? Einen Gesetzentwurf, der eine solche Diskriminierung festschreiben will, muß man ablehnen, egal, was er sonst noch enthalten mag (in diesem Fall: nur heiße Luft).
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#4 friseuseAnonym
#5 Yasmine de TunisieAnonym
  • 29.09.2004, 00:14h
  • Monsieur Kusch schadet der community durch sein absurdes Gerede! Aber wie immer bei "C" und Kapital ist Vorsicht geboten!
    Guido ist genauso süß wie sein Freund!
    Aber ob Angelina der community helfen will,
    da ist mir die Claudia Roth lieber.......
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#6 DavidAnonym
  • 30.09.2004, 01:26h
  • *hüstel* Der Untertitel zum Foto "von hinten: Schill, Beust, Kusch", könnte man durchaus falsch verstehen...
    Tja, vielleicht ist Kusch nur neidisch, weil er nicht die Courage zum Outing hatte?
    Hatte Schwesterwelle auch nicht, aber er hat das getan, was am Normalsten ist:
    Einfach seinen Lebensgefährten mitgebracht. Punkt. WAS ist daran so schlimm? Wenn er und Angie sich privat gut verstehen, sollte er auch sein Privatleben mit reinbringen dürfen.
    DANN wird auch nicht mehr getuschelt, DANN ist eine Diskussion um ein Outing nicht nötig.
    Ausserdem ist das Thema doch durch.
    Aber anscheinend ist ein Outing das äusserste für einen C-Politiker. Sich mit einem Partner zu zeigen ist wohl undenkbar, oder wie?
    Hat man aus der Vergangenheit nicht gelernt? Wer offen dazu steht, ist auch nicht erpressbar. Dazu muss man das doch nicht jedem auf die Nase binden.
    Aber erst unter Druck hat der Kusch sich rausgetraut.
    Wie soll sich denn bitteschön der Umgang mit dem Thema relativieren, wenn jeder noch ein grosses Geheimnis draus macht oder verschämt und zurückhaltend darüber auspackt? Einfach vor der Gesellschaft ausleben. Und zwar nicht so "seht her, ich bin anders", sondern genauso selbstverständlich, wie es der Rest der (heterosexuellen) Gesellschaft auch tut!
    Erst DANN ist es wirklich kein Thema mehr.
    Früher wäre es in einer konserativen Partei auch undenkbar gewesen, das eine Faru an der Spitze steht! Die Zeiten ändern sich! Aufwachen!
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#7 JanAnonym
#8 WirzweialleinAnonym
  • 18.10.2004, 22:12h
  • Ich bin heterosexuell, dass interessiert aber wahrscheinlich keinen Menschen.
    Genauso halte ich es mit VIP aus Politik, Show und Bussiness. Es ist völlig egal, wer mit wem, wann und wie oft in die Kiste steigt.

    Dem zweiten Teil des Themas stimme ich aber zu. Geldnot darf nicht den Rechtsstaat beugen. Gleiche Rechte für Schwule, Lesben und dem Rest (Bi, Assexuelle, Transsexuelle...)
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#9 VornholdAnonym
#10 SophoklesAnonym
  • 25.10.2004, 14:30h
  • Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen, es ist für die Bundesrepublik nicht tragbar eine solche Politik weiter zu verfolgen. Man kann in einem Rechtstaat, den wir uns ja auf's Etikett geschrieben haben, nicht davon ausgehen, dass man eine eheähnliche Lebensgemeinschaft von finanziellen Vorteilen abhangig macht. Dem steht außerdem eine kleine Broschüre im Wege, deren Inhalt zugebener Maßen schon des öfteren recht frei interpretiert wurde. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schreibt im Artikel 1, Abs 1: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichutng aller staatlichen Gewalt." Und auch, wenn ich der Meinung bin, dass man manche Meinung getrost ignorieren kann, so sollte man berücksichtigen wo sie ausgesprochen werden. In dem Moment in dem eine solche Meinung in einer politischen Debatte geäußert wird und dadurch der Öffentlichkeit von ihrer eigenen Obrigkeit zugetragen wird, ist sie nicht nur beleidigend, sondern auch entwürdigend. Mein einziger Trost ist an dieser Stelle ist, dass man es vermutlich unterlassen kann dem armen weiter auf den Kopf zu spucken. Er hat, nur so kann man es sich erklären, offensichtlich genug Probleme damit mit dem umzugehen was er ist, einer von uns; tja sorry aber ich versteh dich nicht, ich bin eigentlich ganz glücklich.
    Meine Empfehlung an die Frau Gemahlin.
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