Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 25.07.2012           6      Teilen:   |

Anregungen

Ein Aufklärungsbuch für alle: "Make Love"

Auch schwuler und lesbischer Sex werden besprochen und gezeigt - Quelle: Make Love / Heji Shin
Auch schwuler und lesbischer Sex werden besprochen und gezeigt (Bild: Make Love / Heji Shin)

Sexuelle Aufklärung im Jahr 2012? Sie ist nötig wie eh und je. Lobenswert, wenn Autoren dabei neue Wege gehen und offen sind für alle Spielarten.

Von Carsten Weidemann

"Erregung ist angeboren. Gute Sexualität nicht." Dieses Faktum stellt Ann Marlene Henning an den Anfang ihres Buches "Make Love", das sie gemeinsam mit Tina Bremer-Olszewski geschrieben hat. Die eine ist 45, Sexologin und Mutter eines Sohnes im Teenageralter, die andere ist 36, Journalistin und Kulturwissenschaftlerin. Beide wissen: "Die gute Sexualität, die bringt sich jeder selbst bei, so gut er kann, ein Leben lang." Ihr Aufklärungsbuch will dabei helfen.

Was Aufklärungslektüre angeht, da gibt es ein Auf und Ab. Entsprechende Bücher sind, im Rückblick betrachtet, stets ein "Sittengemälde" des jeweils Gültigen und Erlaubten, des Tabuisierten oder gar Kriminalisierten. So stand in den 50er und 60er Jahren die "sittliche Erziehung" des Jugendlichen im Vordergrund, die mit Tabus gepflastert war - inklusive des Verbot von Masturbation und außerehelichem Sex. In den Siebzigern dagegen war es die sexuelle Befreiung, die zählte. Das Ausleben des Triebs war Trumpf, und sogar die kindliche Sexualität wurde thematisiert. Bücher wie Günter Amendts "Das Sexbuch" oder der Fotoband "Zeig Mal" mit Bildern von Will McBride sind Klassiker dieser Zeit.

Fortsetzung nach Anzeige


Sexaufklärung im Buch - Sittengemälde der Jahrzehnte

"Make Love" (Not War?):  Klingt schwer nach den Siebzigern, ist aber ein Buch der Neuzeit - Quelle: Verlag Rogner & Bernhard
"Make Love" (Not War?): Klingt schwer nach den Siebzigern, ist aber ein Buch der Neuzeit (Bild: Verlag Rogner & Bernhard)

Mit den Achtzigern hielt auch die homosexuelle Emanzipation Einzug in die publizierte Aufklärung. Thomas Grossmann mit "Schwul, na und!" sowie das Autorenpaar Elmar Kraushaar und Matthias Frings mit "Männer.Liebe" setzten zwei Meilensteine. Nach diesen Bestsellern kam leider Aids dazwischen, und die genossene sexuelle Freiheit musste einpacken.

Aufklärungsbücher der letzten 20 Jahre versuchten den Spagat zwischen Angst vor der bedrohlichen Infektion und dem Erhalt der sexuellen Freuden, dies allerdings recht lustlos und vor allem recht normierend. Sex-Aufklärung fand in der Schule, der Familie oder in der "Bravo"statt, was deren Leserschwund aber auch nicht aufhielt. Einen kleinen Ritt durch die Geschichte der Publikationen der Sexaufklärung liefert unsere unten verlinkte Galerie.

Wer heute nach Sex sucht, geht ins Internet und wird nach spätestens vier Klicks fündig. Doch das Gezeigte ist oft die verzerrte, weil kommerzialisierte Version einer Sexualität, die Märchen erzählt, Mythen aufbaut und endlose Erregungskurven verspricht. Die Autorinnen von "Make Love" finden dies erschreckend - und nennen damit den Grund für ihren Ansatz, der zwar vom Titel her schwer nach den Siebzigern klingt, in Wirklichkeit aber schwer angesagt und nahe an den Realitäten ist.

Schwul-lesbische Sexualität gleichberechtigt statt im Extrakapitel

Das Buch "Make Love" stellt die Bedürfnisse und die Erfahrungen junger Menschen beim ersten Kontakt mit Sexualität in den Mittelpunkt. Es fragt nach dem Gemeinsamen und betont das Partnerschaftliche. Gemeinsames Ausforschen der Lustpunkte und Gefühle statt egoistischem Gerammel mit Quickie-Orgasmus. Hetero- wie Homosexualität werden dabei gleichwertig dargestellt und abgehandelt. Und es geht auch indirekt auf die Queer-Theorien ein, nach der zwischen sexueller Identität und Geschlecht, zwischen sexuellem- und Rollenverhalten zu unterscheiden ist. Auch bei den begleitenden erotischen Bilderstrecken.

Das gab es bislang noch in keinem Aufklärungsbuch! Der Verlag scheint zudem einen Lustnerv getroffen zu haben: Das Buch ist erstmals im Mai 2012 erschienen, liegt aber bereits in der vierten Auflage vor.

  Infos zum Buch
Ann-Marlene Henning und Tina Bremer-Olszewski: Make Love: ein Aufklärungsbuch. Mit Fotografien von Heji Shin. 256 Seiten. Verlag Rogner & Bernhard, Berlin 2012. 22,95 €. ISBN 978-3954030026
Links zum Thema:
» Make Love - Aufklärungsbuch bei Amazon
Galerie
Bücher über Sexualität - Aufklärung durch die Jahrzehnte

12 Bilder
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 6 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 13                  
Service: | pdf | mailen
Tags: aufklärung, sexualität, jugend, sitten, tabus
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Ein Aufklärungsbuch für alle: "Make Love""


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
25.07.2012
14:57:55


(+6, 6 Votes)

Von Lorenz


Immerhin ein Anfang.
Früher die angeblichen Aufklärungsbücher kamen mir eher vor wie Wichsliteratur für Heten als wirkliche Aufklärung mit sämtlichen Fascetten. Der Fokus war stärker auf den weiblichen Körper orientiert, natürlich mit mehr Bildern nackter Frauen als Männern und auch die Beschreibungen gingen eher darum wie man sich um den weiblichen Körper "zu kümmern" hat, anstatt auch auf den Körper des Mann einzugehen...auch beim passiven Sex.

Schön das in einem Aufklärungsbuch das Thema Homosexualität endlich mal gleichberechtigt behandelt wird


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
25.07.2012
15:37:59


(+6, 8 Votes)

Von -hw-


"Make Love (mot war?) Klingt schwer nach 70s, ist aber ein Buch der Neuzeit"

Deckt sich mit anderen Beobachtungen:

Link zu www.heise.de

"Wie geht's dir, was kochst du, hast du es schon einmal anal probiert?"

Link zu www.heise.de

Aus einer Mail an einen Queer-User, vor ca. vierzehn Tagen:

"...donnerstag abend, lisa (homegrown piratist, hat mich beim windeln wechseln schon angepinkelt, tochter eines freundes) nach uni :
"du glaubst es nicht, ca. 50 leute im seminar (5.-8. semester) und ich war die einzige, die darauf hinwies, dass pornokonsum -im positiven sinne- selbstentdeckung und selbsterfahrung sein kann". fast alle äußerten sich und übertrafen sich ohne not im schwarzmalen, warnen und mahnen..."


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
25.07.2012
18:52:37


(+5, 5 Votes)

Von Yannick


Sehr gut! Und sehr wichtig!

Schon im Kindes- und Jugendalter werden die Weichen gestellt, ob man später ein verbitterter, hasserfüllter Mensch wird oder ein offener, toleranter, fröhlicher Mensch.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
25.07.2012
19:11:10


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Herrlich!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
26.07.2012
12:15:24


(-1, 1 Vote)

Von bastapapsta
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Boykottiert den Weltbild-Verlag !!!

Und macht folgendes öffentlich:

„Im Übrigen verkauft Weltbild das sogenannte Aufklärungsbuch ,Make Love’ nicht, da es Abtreibung verharmlost. Dies hat Weltbild bereits massive Vorwürfe eingebracht – bis hin zum unsinnigen Vorwurf der Zensur. Aber diese klare Positionierung lohnt sich für das Profil“

Link zu www.wochenblatt.de

Wikipedia:
"Gesellschafter des Unternehmens sind zwölf katholische deutsche Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands und die Soldatenseelsorge Berlin. Zu den Eigentümern gehören die Diözesen Augsburg, Aachen, Bamberg, Eichstätt, Fulda, Freiburg, München/Freising, Münster, Passau, Regensburg, Trier und Würzburg. Größere Beteiligungen halten unter anderem der Verband der Diözesen (24,2 %), die Erzdiözese München und Freising (13,2 %) und die Diözese Augsburg (11,7 %). Die Geschäftsführer sind Carel Halff (Vorsitz der Geschäftsführung), Klaus Driever und Martin Beer."

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgruppe_Weltbild


Ein Verlag, der in solchem Maße zensiert ist eigentlich nicht wettbewerbsfähig, bzw. man sollte ihn boykottieren.

Entweder über einen anderen Versand-Verlag Bücher beziehen anstatt der katholischen Prunk- Kirche Profit zukommen zu lassen- oder am besten humanitäre Buchläden in Wohnort nähe konsultieren. In Bonn gibt es zB. einen linken Buchladen:


Link zu www.lesabot.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
10.08.2012
20:28:32


(0, 0 Vote)

Von bodo liefeldt


schriftsteller mathias frings sagt noch heute, die menschen wissen über ihre sexualität so viel,wie über das bulgarische raumfahrtprogramm.ich bin auch der meinung die achtundsechziger gabs nur in den köpfen von ein paar leuten. weiter auch bei bodo liefeldt über google.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 BUCH - SACHBüCHER

Top-Links (Werbung)

 BUCH



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Video: Schwuler Heiratsantrag vor dem Dom Landkreis wehrt sich weiter gegen "Homoheiler"-Verein Russische Abgeordnete: FIFA-Game ist Homo-"Propaganda" Trump holt Homo-Hasser Ben Carson in sein Kabinett
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt