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  • 01.08.2012           41      Teilen:   |

Gegen Ehe-Öffnung

Hamburger Weihbischof will Hetero-Mehrheit "fördern"

Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) und Weihbischof Hans-Jochen Jaschke im CSD-Magazin - Quelle: Hamburg Pride
Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) und Weihbischof Hans-Jochen Jaschke im CSD-Magazin (Bild: Hamburg Pride)

Im Hamburger Pride-Magazin hat der katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke klargestellt, dass er die Gleichstellung von Homo-Paaren ablehnt, Schwule und Lesben aber "Rechte bekommen" sollten.

Jaschke wurde gemeinsam mit Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) interviewt, die sich für eine Gleichstellung von Homo-Paaren aussprach. Seine Ablehnung der Gleichbehandlung begründete der Weihbischof mit der "Unfruchtbarkeit" von Homo-Paaren. Das sei ein "grundlegender Unterschied" zu Heterosexuellen.

Allerdings erkannte er offenbar das deutsche Lebenspartnerschaftsgesetz an, das bei seiner Einführung 2001 von der katholischen Kirche noch torpediert worden war: "Ich bin dafür, dass Schwule und Lesben ihre Rechte bekommen. Recht ist, was einem zusteht." Dazu gehöre etwa das Erbrecht, Besuchsrechte und die Steuergerechtigkeit, erklärte Jaschke, ohne auf Details einzugehen. Eine vollständige Gleichbehandlung, eine "Egalisierung" mit heterosexuellen Ehepaaren, dürfe es aber nicht geben. Er sieht sich dabei auch offenbar auch als Anwalt der heterosexuellen Mehrheit: "Die große Mehrheit der Menschheit ist also auf die Form der Sexualität von Mann und Frau eingestellt. Diese Mehrheit müssen wir ernst nehmen und fördern."

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Homo-Benachteiligung historisch begründet

Der 70-Jährige lehnte auch das Adoptionsrecht für Homo-Paare ab, weil es einem Kind generell gut tue, "die ganze Breite des menschlichen Seins zu erfahren." Außerdem, davon ist Jaschke überzeugt, dürfe die Ehe nicht auf die Minderheit ausgedehnt werden, weil sich die Institution seit Altertum und Mittelalter nicht wesentlich verändert habe: "Zur Regelform der Sexualität gehören Fruchtbarkeit und Kinder. Alles andere entspricht nicht dem seit Menschengedenken anerkannten Bild der Ehe."

Jascke versuchte in dem Interview auch, heiratswilligen Homosexuellen den Ehewunsch auszureden: "Tut es homosexuellen Menschen gut, wenn sie genau so sein wollen wie Eheleute? Ist das nicht vielleicht auch ziemlich langweilig?", fragte der Geistliche. Für christlich orientierte Schwule und Lesben hatte er einen Ratschlag parat: "Zur christlichen Lebensform gehört auch die Einladung, auf die Ausübung von Sex zu verzichten." (dk)

Links zum Thema:
» Hamburg Pride
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Tags: homo-ehe, katholische kirche, hans-jochen jaschke, csd hamburg
Schwerpunkte:
 Kirche und Homosexualität
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Reaktionen zu "Hamburger Weihbischof will Hetero-Mehrheit "fördern""


 41 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
01.08.2012
13:25:48


(+9, 13 Votes)

Von -hw-


Menschengedenken? Gut.

Ehegeschacher und Machtgestaltung "von Gottes Gnaden".

Durch katholische Majästeten und Magnifizenzen:

"Mittels eines Hofdekretes vom 25. September 1726 wurde die Verehelichung von Juden nur in der Weise gestattet, dass nur der älteste Sohn nach dem Tode eines Familienvaters eine gültige Ehe eingehen durfte und auf diese Weise die durch den Tod des Vaters erledigte “Familienstelle” erhielt. Als Familienväter wurden laut Gubernial-Patente vom 24. Oktober 1726 nur die am Kundmachungstage verheirateten und verwitweten Juden, die Kinder hatten, angesehen."

"Die Folge davon war, daß die jüngeren Familienmitglieder entweder nur nach mosaischem Rechte gültige, nach dem Staatliehen Rechte jedoch ungültige Ehen schlössen, oder aber auswanderten, um im Auslande, namentlich in der Slowakei, eine auch vom Staate anerkannte Ehe schließen zu können, da dort bezüglich der Eheschließungen der Juden keine rechtlichen Beschränkungen bestanden haben.

Auf diese durch mehrere Generationen anhaltende Zuwanderung mährischer Juden ist die noch heute verhältnismäßig große Anzahl von Juden in der westlichen Slowakei zurückzuführen."

"Noch unter der Tochter und Nachfolgerin Kaiser
Karls VI., der Kaiserin Maria Theresia, wurde der Versuch unternommen, die Juden aus Böhmen, Mähren und Schlesien zu verweisen (1745), nachdem die „fromme" Herrscherin bereits ein Jahr vorher die Vertreibung der Juden aus P r a g , B r ü n n und O l m u t z verfügt hatte. Als Grund wurde angegeben, ähnlich wie man frühere Judenvertreibungen zu begründen versuchte, daß die Juden bei der Besetzung
Prags durch die Bayern und später durch die Preußen für die Fremden Partei ergriffen haben sollten, was natürlich den Tatsachen nicht entsprach."

"Mittels des Patentes vom 17. November 1787 wurde die von Karl VI. mit 5106 festgesetzte Anzahl der tolerierten jüdischen Familien auf 5400 erhöht, welche Anzahl bis zum Jahre 1848 unverändert blieb.
Da auch die Bewilligung der staatlichen Behörde zur Eingehung einer Ehe weiterhin eingeholt werden mußte, dauerte die Auswanderung der überschüssigen jüdischen Bevölkerung, wenn auch in etwas vermindertem Maße, weiter fort.

Neben den vorerwähnten
„ s y s t e m i s i e r t e n " 5400 Familien befanden sich im Lande auch noch die
„Ü b e r z ä h l i g e n", meist jüdische Soldaten, welchen die Ehebewilligung gegen Bezahlung einer gewissen Taxe erteilt worden war."

"Der Gesellschaftstheoretiker Adam Heinrich Müller, ein führender Vertreter der deutschen Romantik und Mitglied der Christlich-deutschen Tischgesellschaft, verlangte 1823 in einem Gutachten das Heiratsverbot zwischen Juden und Christen und die Rücknahme erreichter Gleichstellung. In reaktionärer, der vorindustriellen Welt zugewandter Grundhaltung wandte er sich gegen die Modernisierungen, die von der Wirtschaftstätigkeit der Juden herrührten, und setzte Judentum und Kapitalismus gleich."


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#2
01.08.2012
13:45:14
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von suspekt


ein alter mann, der sein "wissen" für die "wahrheit" hält.

dummheit in reinstkultur.


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#3
01.08.2012
13:53:43


(+8, 10 Votes)

Von kirchenfeindlich


Schwarze Scheiße von vorn bis hinten!

Er im Zölibat!
Also schraubt er seinen Dödel ab, oder was!

Und was ist mit den vielen unehelichen Kindern von Priestern? Sollen sie auch "generell die ganze Breite des menschlichen Seins erfahren"?

Und Priester, die schwul sind und Kinderschänder unter den Priestern. Hat er für solche auch (s)ein Patentrezept?!?!?!

Natürlich:
Für christlich orientierte Schwule und Lesben ein Ratschlag parat: "Zur christlichen Lebensform gehört auch die Einladung, auf die Ausübung von Sex zu verzichten." Also auch nix mit onanieren - betrifft auch unsere Orgelschwalben bei queer!

Hallo Ihr Priester im Karnevalskostüm.
Habt's g'hört?


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#4
01.08.2012
13:57:08


(+7, 7 Votes)

Von Krzyszek
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das "Hamburger Abendblatt" hat diesem Interview heute seine tägliche Umfrage gewidmet:

"Der Hamburger Weihbischof Jaschke lehnt die Ehe und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ab. Hat er recht?"

Abstimmen kamm man auf www.abendblatt.de (etwas runterscrollen und dann auf der linken Seite)


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#5
01.08.2012
14:00:30


(-13, 15 Votes)

Von Geert


Der Aussage von Bischof Jaschke werden viele katholische Schwule und Lesben zustimmen können. Unter den atheistischen Schreibern hier bei queer.de wird es natürlich wieder den üblichen Aufschrei geben. Das ist aber völlig unwichtig. Die Worte des Bischofs muss man aus innerkatholischen Sicht beurteilen. Diese neue Aussage liegt auf derselben Ebene wie die Aussagen der Kardinäle Woelki und Schönborn sowie der Bischöfe Zollitsch und Laun. Es geht offensichtlich tatsächlich in die Richtung: Verurteilung eines promisken und hedonistischen Lebensstils bei Schwulen (und Heteros), aber Akzeptanz von auf Dauer angelegten Lebenspartnerschaften.
Die Empfehlung von Bischof Jaschke, auch mal auf Sex zu verzichten, ist so abwegig nicht. Genau das werden sich viele von Sexsucht zermürbte schwule Männer (und auch viele Heteros ) insgeheim wünschen.


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#6
01.08.2012
14:04:06


(-4, 8 Votes)

Von Timm Johannes


Tja was soll man dazu noch sagen.

Zwar ein ganz kleiner erfreulicher Fortschritt für einen katholischen Geistlichen, das er nunmehr dazu übergeht, zumindest teilweise Rechte für homosexuelle Paare und das Lebenspartnerschaftsinstitut anzuerkennen.

Wobei nicht vergessen ist, wie massiv und brutal die Katholische Kirchenleitung im Gegensatz zur EKD damals die Einführung des Lebenspartnerschaftsinstitues torpediert hat.

Nunmehr also doch die ersten katholischen Bischöfe aus der oberen katholischen Kirchenleitung, die das Lebenspartnerschaftsinstitut akzeptieren. ABER wohlgemerkt auch Herr Jaschke scheint kapiert zu haben, da so ziemlich ALLE anderen in unserer Gesellschaft inklusive Bundesverfassungsgericht eine befürwortende Haltung zum Lebenspartnerschaftsinstitu haben.

ABER von diesem "kleineren" Lichtblick zur Anerkennung des Lebenspartnerschaftsinstitutes kommen doch weiter ziemlich ätzende Inhalte von ihm herüber. Beim Thema Gleichstellung, Regenbogenfamilien inklusvie Adoption und Eheöffnung versagt dieser Mann ethisch und theologisch vollkommen.


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#7
01.08.2012
14:04:40


(+5, 7 Votes)

Von kirchenfeindlich
Antwort zu Kommentar #4 von Krzyszek


14:00 Uhr

Ergebnis der Frage: Hat der Weihbischof recht?

Ja
45%
Nein
55%


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#8
01.08.2012
14:34:44


(+8, 10 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Geert


Du liegst voellig daneben.
Es gibt keinen Aufschrei.
Sexualitaet wie Sex gehoeren zum Leben wie Atmen, Essen und Trinken.

Ich brauche die Worte des Bischofs nicht um mir ein Urteil zu bilden. An dieser Stelle bin ich froh, diesem Teufelsverein nicht anzugehoeren - und auch keinem anderen, der sich christlich nennt. Ich bin Staatsbuerger! Hast du schon einmal wahrgenommen, dass diese einarmigen Banditen auch etwas von ihrem materiellen Reichtum hergeben ausser solchen bloeden Spruechen?

Die anderen, die du hier nennst, sind allemal in ihrer Sexualitaet gestoert (und du?), sonst wuerden sie solche menschen- und lebensfeindlichen Sprueche nicht loslassen. Besonders die Tunte von Schoenborn ist selber schwul bis ueber die Ohren.

Aber wie vorher von @kirchenfeindlich geschrieben: Sollen sie doch alle ihre Doedels abschrauben, die Paffen unter der Herrschaft des Kadolbahhhn in Rom. Es geht nicht darum, ab und zu auf Sex zu verzichten, sondern für immer! Das betrifft auch dich! Lustig, nich!.


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#9
01.08.2012
14:39:54


(-8, 10 Votes)

Von Geert
Antwort zu Kommentar #8 von sanscapote


Wieder mal ein Beitrag von dir auf allerhöchstem Niveau.
Die Leser werden sich selbst ein Urteil bilden.


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#10
01.08.2012
14:49:24


(+4, 8 Votes)

Von Theja
Antwort zu Kommentar #9 von Geert


Gott-sei-Dank hast Du Niveau. Ist aber aus Deinen Kommentaren weniger zu ersehen.


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