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Ein quälend langer Coming-out-Prozess hat seinen Höhepunkt erreicht: Mika spricht erstmals über sein Schwulsein (Bild: Wiki Commons / JJ Georges / CC-BY-SA-3.0)

Drei Jahre nach seinem Coming-out als Bisexueller will der britische Popstar von Frauen nun doch nichts wissen.

Von Carsten Weidemann

Das hat aber lange gedauert: Der britische Popstar Mika hat zum ersten Mal in einem Interview eingeräumt, dass er ausschließlich auf Männer steht. "Wenn Sie mich fragen, ob ich schwul bin, sage ich ja", erklärte er gegenüber dem Magazin "Instinct". 2009 hatte sich der 28-Jährige im niederländischen Homo-Blatt "Gay and Night" noch als bisexuell dargestellt (queer.de berichtete).

Das seit 1997 monatlich in Großbritannien erscheinende Schwulenmagazin "Instinct" ließ einige Zitate aus dem Interview, das in voller Länge in der September-Ausgabe erscheinen soll, vorab verbreiten. Demnach räumte Mika auch ein, einen festen Freund zu haben: "Handeln diese Songs von meiner Beziehung mit einem Mann? Ich sage ja", sagte der Sänger. Nur durch seine Musik habe er die Kraft gefunden, zu seiner sexuellen Orientierung zu stehen, heißt es in den Auszügen von "Instinct". Über die vielen Berichte über seine vermeintliche Bisexualität sei er heute frustriert. Er habe das damals "anders gemeint".

Mikas sexuelle Orientierung war jahrelang ein Tabu


Mika auf dem Klavier. Da der Sänger auf der Bühne sehr extrovertiert agiert, gab es auf Anhieb Gerüchte über seine sexuelle Orientierung (Bild: martouf_vert / flickr / by 2.0)

Mit der Klarstellung in "Instinct" hat Mikas quälend langer Coming-out-Prozess nun seinen Höhepunkt erreicht. In dem Interview mit "Gay and Night" im Jahr 2009 hatte der in Beirut als Michael Holbrook Penniman geborene Musiker noch erklärt, dass er sich selbst nie ein Label wie homo- oder heterosexuell angeheftet habe: "Nennt mich, wie ihr wollt. Nennt mich bisexuell, wenn ihr einen Begriff für mich braucht". Er erklärte damals auch, dass er gegenüber Journalisten keine Details aus seinem Privatleben preisgeben möchte, da die Boulevardmedien derartige Geschichten bis zur Unkenntlichkeit ausschlachteten.

In den Jahren zuvor hatte der Sänger stets äußerst gereizt auf die Frage nach seiner sexuellen Orientierung reagiert. So erklärte er 2007: "Ich werde niemals irgendetwas erzählen, das mit meiner Sexualität zu tun hat". Er verstehe nicht, warum das überhaupt von öffentlichem Interesse sei (queer.de berichtete).

Das gute Timing des Sängers

Auffallend ist allerdings das gute Timing von Mikas Plaudereien über seine vermeintliche Privatsache. So sorgte die Bisex-Story in "Gay and Night" parallel zum Erscheinen seines zweites Album "The Boy Who Knew Too Much" für Schlagzeilen. Im kommenden Monat wiederum kommt nach dreijähriger Pause "zufällig" Mikas drittes Album "The Origin of Love" in die Plattenläden...

Mikas Karriere begann 2006 mit seiner ersten Single "Relax, Take It Easy", die auf Anhieb die britischen Charts stürmte. Sein bislang erfolgreichstes Lied veröffentlichte er im Januar 2007: "Grace Kelly" erreichte auf Anhieb Platz eins der Charts auf der Insel; in Deutschland kam er immerhin auf Rang vier.

Weltweit verkaufte der Sänger bislang über acht Millionen Tonträger.



#1 FriederikeAnonym
  • 04.08.2012, 14:52h
  • Wie konnte er sich nur vorstellen und einreden, dass er jemals für nicht schwul gehalten werden würde?
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#2 SurohAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.08.2012, 15:43h
  • Es wäre schön, wenn man von Mika bald wieder in Sachen Musik etwas hören würde, Sein letzter Hit in den Chart liegt bereits drei Jahre zurück!
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#4 Martin28a
  • 04.08.2012, 15:54h

  • Schwer ist das schon: Er steht in der Öffentlichkeit und hat sich trotzdem geoutet, Respekt
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#5 seb1983
  • 04.08.2012, 16:15h
  • Da lebt man vor sich hin und bekommt die wichtigsten Sachen gar nicht mit.
    Wann hatte er sich denn bitte als Bi geoutet..... Dachte immer er wäre schwul. ..
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#6 Kace GrellyAnonym
  • 04.08.2012, 17:38h
  • Jo, "quälend langer Coming-out-Prozess" ... Für die meisten ist das vor allem am Anfang quälend - und für alle eigentlich lang - nämlich lebenslänglich. Coming-out ist ja nicht "Mama, Papa, ich bin schwul", sondern sich immer und immer wieder erklären müssen ... Und ja, manchen macht das Spaß, weil man oft in blöde Gesichter gucken kann dabei, manche nehmen das als normal hin, weil sie die heteronormative Welt als gegeben ansehen, für manche bleibt es schlicht ein Leben lang nervig oder auch quälend. Eigentlich sollte es Coming-outs gar nicht geben, wenn alle nur "normal" ticken würden - und zwar im Kopf, nicht im Herzen oder der Hose oder wo der Mann so sein Zentrum hat. Leider ist das aber Utopie. Und wer sich da ausklinkt und keinen Bock hat oder schlicht die Hose voll, weil in vielen Bereichen noch immer einiges dran hängt, der wird dann doppelt bestraft. Und "quälend langer Coming-out-Prozess" kommt ja hier auch nicht gerade mitfühlend rüber sondern eher als Vorwurf. Dazu dann die "wir haben's gewusst"-Kommentare und "wem macht er sich was vor?". Ja, was erlaubt sich diese fiese Schrankschwester eigentlich, drei Jahre zu brauchen für den Schritt vom verpönten "bi" zum geforderten "gay"?
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#7 Love vs KommerzAnonym
  • 04.08.2012, 17:42h
  • Ich finde es echt schade, dass Mika hier unterstellt wird sich aus kommerziellen Gründen zu outen. Aus dem, was Mika in Interviews über die Entstehung des neuen Albums berichtet, und aus dem Inhalt der ersten neuen Songs wird absolut klar, dass diese Behauptung absurd ist. Ursache des Outings kurz vor der Veröffentlichung des Albums ist einzig und allein, dass dieses Album als Folge eines glücklichen Verliebtseins Mikas entstanden ist und sich die Songs darum drehen. Das Album heißt nicht durch Zufall "Origin of love". Er scheint mit seinem Partner sehr glücklich zu sein und dadurch die Stärke gefunden zu haben sich selbst zu akzeptieren und sich zu "befreien". Und da Mika seine Gefühle auf Grund des Albums sowieso mit allen teilt, ist es doch nur logische Folge, dass er jetzt auch in Interviews etc. zu seiner Beziehung und Sexualität steht.

    Ich empfehle dieses Interview, insbesondere ab 6:56,

    www.youtube.com/watch?v=9YRjDkTIRyM

    oder auch den Titeltrack "Origin of love" mit der Live-Widmung "to the man I love"

    www.youtube.com/watch?v=ABtSHs_dG4U

    mal anzuhören und dann zu urteilen.
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#8 bimaedelAnonym
  • 04.08.2012, 22:29h

  • Schade, schade, hoffte immer auf seine bisexualitaet und ihn eines Tages zu heiraten, damals als 18jaehriger teenager ;)
    Aber freut mich fuer ihn, dass er endlich sich traut, öffentlich dazu zu stehen :)
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#9 suspektAnonym
  • 05.08.2012, 11:50h

  • meine güte, als ob man als junger mensch schon alles über sich wissen und verstehen müsste. alles zu seiner individuellen zeit.
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#10 MarekAnonym
  • 05.08.2012, 12:20h
  • Schön, dass er endlich das Versteckspiel aufgibt und offen ist.

    Sich selbst zu verleugnen hat noch niemandem geholfen.
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