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Glamouröse Zweck-Ehe: Henriette Auersperg heiratet 1969 den schwulen Unternehmererben Arndt von Bohlen und Halbach

Henriette von Bohlen und Halbach, 79 Jahre alte Witwe des letzten Krupp-Erben, sieht die Ehe als zweckmäßige Lebensgemeinschaft - ihr reicher homosexueller Mann Arndt starb 1986.

Von Carsten Weidemann

Liebe ist nicht der einzige Grund, eine Ehe zu schließen: Am 1. Februar 1969 heiratete Henriette "Hetty" Auersperg den schwulen Unternehmersohn und letzten Spross der Krupp-Dynastie, Arndt von Bohlen und Halbach. In einem langen Interview mit der "Welt am Sonntag" blickt die 79 Jährige zurück auf ihr prunkvolles Leben und ihre Ehe mit einem homosexuellen Mann, der bereits 1986 im Alter von 48 Jahren starb.

"Wir hatten eine Lebensgemeinschaft", beschreibt Henriette von Bohlen und Halbach die ungewöhnliche Beziehung. "Der Arndt war nicht eifersüchtig. Ich habe machen können, was ich wollte", meinte sie in dem in ihrem Palast in Marrakesch bei Wodka und Rosé geführten Gespräch. "Wir hatten Platz, Häuser in München, Palm Beach, Marokko. Und Blühnbach war unser Zuhause, wo wir zusammenkamen."

Reichtum und keine ehelichen Pflichten

Dass Arndt von Bohlen und Halbach schwul war, wusste die Tochter des Prinzen von Auersperg schon lange vor der Hochzeit. "Irgendwann suchte ich wieder mal einen Job und fragte Arndt, ob er mir nicht eine Rutsche legen könne für die Lufthansa oder so? Da guckt er mich an und fragt: ‚Warum heiratest du mich nicht?'", berichtet Henriette in der "Welt am Sonntag" von dem nicht besonders romantischen Antrag. "Ja, Arndt, ich mein' ... was soll denn das für eine Ehe werden?", reagierte sie. "Wieso?", gab er zurück, "wir verstehen uns gut. Ich brauche eine Hausfrau für Blühnbach. Du führst dein Leben, ich meins, und manchmal führen wir es auch zusammen."

"Hetty" brauchte nicht lange zu überlegen. Nach ihrer Darstellung war es eine Win-Win-Situation. Neben dem Verzicht auf die "ehelichen Pflichten" winkte ihr ein Leben in Luxus - Arndt erhielt von Krupp eine jährliche Apanage von zwei Millionen Mark. Dem Fabrikanten-Spross selbst reizte die adlige Herkunft von Henriette. "Er hatte diese Königsfantasie, das hat er sich so eingebildet", erzählt sie im Interview. "Er hat sich mit Orden geschmückt und auch Orden verliehen, wenn ich nicht da war, um es zu verhindern."

Auch 26 Jahre nach dem Tod ihres Mannes - Arndt von Bohlen und Halbach starb 1986 an Mundbodenkrebs als Folge von exzessiven Schönheitsoperationen - bereut sie die Hochzeit mit einem Schwulen nicht: "Ich kenne einige Ehen, wo der Mann homo- oder bisexuell war", erklärt die heute fast 80-Jährige, "und das waren nicht unbedingt die Schlechtesten".



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 alexMucEhemaliges Profil
  • 05.08.2012, 14:57h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Eher nicht denke ich. Scheinehe ist wohl eher um sich Vorteile zu verschaffen z.B. eine Aufenthaltsgenehmigung. Ich war auch verheiratet und habe die auch irgendwie geliebt. Irgendwie gings dann doch nicht mehr. Meinen Sohn habe ich großgezogen, ohne Mutter.
    Der Artikel ist äußerst interessant. Hatte ich nicht gewußt.
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#3 HackepeterAnonym
  • 05.08.2012, 15:29h
  • Ich finde das völlig in Ordnung. Auf ihre Weise haben sie Verantwortung füreinander übernommen und eine Lebensgemeinschaft gebildet - wenn sie auch sexuell andere Wege gegangen sind.

    Man muss sich nix vormachen: manche gewöhnliche Ehe bzw. langjährige Beziehung ist auch nix anderes. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass das Feuer der Leidenschaft auch nach 30 Jahren noch lodert? *lol*
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#4 GF Pr von PrAnonym
  • 05.08.2012, 15:36h
  • Die nicht eingetragene Lebenspartnerschaft von Benedikt und dem schonen Georg zeigt, dass so etwas auch zwischen einem Schwulen und einem Hetero moglich ist.
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#5 Fred i BKKAnonym
  • 05.08.2012, 15:55h
  • Antwort auf #4 von GF Pr von Pr
  • ...woher willst Du wissen, dass die beiden in früheren Jahren nicht gemeinsam die " Glocken" haben läuten lassen ????
    Und warum sollen nicht beide schwul sein...???

    Frag doch mal den Prof. Berger der ist doch Insider
    und kennt den heiligen " Schein" in allen Variationen.

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#6 GF Pr von PrAnonym
  • 05.08.2012, 16:46h
  • Antwort auf #5 von Fred i BKK
  • Ich weiss nicht... Mit so einem penetranten Alten sein ganzes Leben 'verheiratet' zu sein - so oportunistisch kann nur ein Hetero sein, oder? ( jetzt verstehe ich schon, was der arme Georg mit Frau Kohl letztes Jahr in Freiburg so besprochen hatten...)
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#7 FrauAnonym
  • 05.08.2012, 18:00h
  • So, jetzt kommt mal ein Kommentar von der vermutlich einzigen Frau hier auf queer.de ;-)

    "Ich kenne einige Ehen, wo der Mann homo- oder bisexuell war", erklärt die heute fast 80-Jährige, "und das waren nicht unbedingt die Schlechtesten".

    Ich bin als Frau auch fest seit langer Zeit mit einem bisexuellen Mann zusammen. Ich finde, da ist schon noch ein Unterschied, immerhin haben wir Sex. Offen ist die Beziehung, ja, aber es gibt auch genügend hetero- und homosexuelle offene Beziehungen. Und es ist mir ehrlich gesagt, da ich nicht eifersüchtig bin, egal, ob mein Mann mit einer Frau oder einem Mann Sex hat.

    Ansonsten toller Artikel. Ich glaube, die Frau ist mir in all ihrem Opportunismus und Materialismus sympathisch, weil sie so ehrlich ist.
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#8 Timm JohannesAnonym
  • 06.08.2012, 09:32h
  • "Ich kenne einige Ehen, wo der Mann homo- oder bisexuell war", erklärt die heute fast 80-Jährige, "und das waren nicht unbedingt die Schlechtesten".

    ---> Da hat Henriette von Bohlen und Halbach vollkommen Recht. Ein sehr interessanter Artikel finde ich.

    Insbesondere in früheren Zeiten gab es sicherlich viele, viele solcher Ehen, wo man/frau sich arrangierte: und Sex dann keine Rolle spielte.

    Solche Ehen funktionieren aber nur, wenn der andere Partner die Homosexualität vor Eheschluss kannte und er/sie gut "damit leben kann".

    Henriette von Bohlen und Halbach hat die vielen Vorzüge ihrer Ehe gekannt und sich sicher ihre Sexpartner ausserhalb der Ehe gesucht, was auch Arndt ebenso gemacht hat.
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#9 sanscapote
  • 06.08.2012, 09:43h
  • Antwort auf #8 von Timm Johannes
  • Ich stimme nicht immer dem zu, was du hier schreibst, aber dennoch ist es schón zu sehen, dass du wieder "da" bist.

    Es war ein offenes Geheimnis, dass Arndt von Bohlen und Halbach schwul war.

    Frúher (und heute mit 100%er Sicherheit auch noch) hieß es: Die Staatsraison verlangt eine solche Ehe. Dies besonders, weil das Leben noch immer hetero geprágt wird, da wir eine gewissen "Minderheit" darstellen. Ich meine uns, die ECHTEN Schwulen.

    Was wirklich in den Kópfen und Herzen der beiden vor sich ging, wissen wir das wirklich?
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#10 alexander
  • 06.08.2012, 22:13h
  • tja..., was haben wir damals gebrüllt vor lachen, als arndt, hetty geheiratet hat und natürlich furchtbar gelästert über die dame die sich ins gemachte nest gesetzt hat !
    aber es waren auch andere zeiten ! es ergab sich auch, dass man arndt auf sylt, ibiza erlebte etc.!
    er feierte derartig "extrovertiert", dass man ihn sogar entmündigen wollte. aber irre gefeiert haben wir damals alle und er hat insgeheim unter seinem KRUPPERBENSTATUS sehr gelitten, die kohle die war er immer gewohnt und hat sie entsprechend verteilt !
    will sagen seine hetty, war ihm eine tolle frau und sie ist immer noch eine tolle dame ! sie hat ihn, soweit das möglich war, beschützt, auch in seinem familiären umfeld, was natürlich vorher keiner gedacht hätte !
    aber genau, das macht einen DAME aus !
    chapeau vor dieser tollen frau und ihrer loyalität !
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