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Was sagt uns dieses Auge?

Amerikanische Wissenschaftler glauben, dass die Augen die sexuelle Orientierung von Männern verraten - zumindest dann, wenn Probanden Pornos anschauen.

Wie das Magazin "Live Science" berichtet, haben Forscher der Cornell-Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) mehr als 300 Probanden - Frauen, Männer, Hetero-, Bi- und Homosexuelle - pornografische Filmausschnitte vorgeführt. Sie sahen je einmütige Filme eines onanierenden Mannes, einer masturbierenden Frau sowie von Landschaftsbildern. Dabei haben die Forscher die Reaktion der Pupillen gemessen. Diese erweitert sich, wenn die Testpersonen etwas sieht, das sie erregt: "Wenn zum Beispiel ein Mann sagt, dass er hetero ist, dann erweitern sich seine Augen, wenn er Frauen ansieht", so der Entwicklungspsychologe Ritch Savin-Williams, der die Studie geleitet hat. Bisexuelle Männer reagierten auf beide Geschlechter, schwule Männer nur auf Männer. Es habe allerdings auch einige Probanden gegeben, die sich als heterosexuell bezeichneten, aber trotzdem ihre Pupillen beim Anblick von Männer weiteten.

Die Pupillen würden sich reflexartig erweitern, wenn Menschen etwas Aufregendes oder Interessantes erleben würden, so Savin-Williams. Bei Männern könne auf diese Art sehr genau die sexuelle Orientierung vorhergesagt werden. Bislang seien hier eher Tests an den Genitalien der Probanden durchgeführt worden, so wurde etwa der Blutzufluss zum Penis gemessen (phallometrische Tests). In Tschechien wird diese Art des Tests sogar angewendet, um zu überprüfen, ob wegen Homosexualität geflohene Asylbewerber wirklich schwul sind (queer.de berichtete). Diese Praxis wurde von Menschenrechtsaktivisten und der Europäischen Union kritisiert.

Exakter als "Penis-Tests"

Laut Savin-Williams ist die Messmethode in den Augen viel exakter als bei den phallometrischen Tests, da Menschen diese Erregung bis zu einem gewissen Punkt kontrollieren könnten, was bei den Pupillen nicht möglich sei. Außerdem würden Schamgefühle Tests oft verfälschen.

Beim Test der Cornell-Universität wurden die Pupillen der Probanden während der Vorführung von Pornofilmen mit einer Videokamera beobachtet. Danach gaben die Testpersonen in einer Befragung an, wann sie besonders stimuliert gewesen seien. Beide Ergebnisse stimmten laut Savin-Williams überein.

Frauen reagieren anders

Allerdings sei das Ergebnis bei Frauen komplizierter: Anders als Männer reagierten sie nämlich so gut wie immer auf Reize beider Geschlechter. Savin-Williams glaubt allerdings nicht, dass alle Frauen heimlich bisexuell seien, sondern diese Reaktion auf andere Faktoren zurückzuführen sei. Eine evolutionsbiologische Theorie besage, dass Frauen auf jeden sexuelle Anregung mit der Bildung von Scheidenflüssigkeit reagierten, weil sie in der Menschheitsgeschichte stets dem hohen Risiko einer Vergewaltigung ausgesetzt gewesen sein. Auf diese Weise sinke die Gefahr einer Verletzung oder Infektion nach dem Übergriff. Daher könnten Frauen evolutionsbedingt auch in ihren Augen auf Reize reagieren, die sie nicht bewusst als Reiz wahrnehmen.

Savin-Williams glaubt, dass mit dieser Technik Männern geholfen werden kann, die ihre sexuellen Orientierung nicht akzeptieren wollen. Er erklärte jedoch auch, dass noch weitere Forschung notwendig sei. So müssten Forscher beim nächsten Experiment Pupillen und Genitalien zum selben Zeitpunkt messen. Außerdem müssten Experimente in verschiedenen Kulturkreisen durchgeführt werden, um festzustellen, ob gesellschaftliche Faktoren eine Rolle spielen. (dk)



#1 schwarzwaldbub
  • 06.08.2012, 15:06h
  • Ist das etwa die Brille des allerwertesten Umweltministers? KREIIIIISCH - ZWANGSOUTING!!! Faszinierend, die Augen also. Und ich dämliche Liesl habe mich bisher auf den fehleranfälligen Gaydar verlassen...
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#2 CarstenFfm
#3 homo erectusAnonym
  • 06.08.2012, 15:53h
  • Evolutionsbiologisch klingt gut. Die Absicherung des Kalorienerwerbs einer Horde, lässt theoretisch aber noch eine ganze Menge weiterer Interpretationen der beobachteten physiologischen Reaktionen zu.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 finkAnonym
  • 06.08.2012, 20:36h
  • es gibt also wirklich menschen, die einen teil ihrer sexualität verdrängen? wow, auf einen so revolutionären gedanken wär ich ja nie gekommen!

    "Savin-Williams glaubt, dass mit dieser Technik Männern geholfen werden kann, die ihre sexuellen Orientierung nicht akzeptieren wollen."

    wovon träumt der nachts?

    da hilft aufklärung und politische akzeptanzarbeit, kein rumgefrickel mit irgendwelchen dusseligen messgeräten.
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#6 daVinci6667
  • 06.08.2012, 21:12h

  • Ein zweischneidiges Schwert. Erschreckend die Vorstellung dass Unrechtsstaaten wie der Iran irgendwann solche Tests durchfuhren könnten. Reagiert jemand auf Schwulenporno hängt er wenig später schon am nächsten Baukran.

    Auf der anderen Seite würde man alle Männer in unseren Ländern durchtesten, würde man vermutlich zu erstaunlichen Resultaten kommen. Was schätzt ihr, wie viele erigieren (oh Pardon, meine natürlich reagieren,LOL) auf Schwulenporno? 10, 15, 20 oder gar 30, 40%???

    Wie auch immer, marginalisieren könnte man uns dann nicht mehr!

    Übrigens, Schwester Benedicta müsste als erste öffentlich zwangsgetestet werden.

    Ich freue mich jetzt schon auf den die kath. Kirche endlich endgültig zerschmetternden Skandal: Der heilige und unfehlbare Vertreter Gottes auf Erden ist stockschwul!!!
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#7 pupilAnonym
#8 Petrillo
  • 07.08.2012, 13:02h
  • In der "Frankfurter Rundschau" stand zu der Studie noch folgendes
    ZItat:
    Dieses Ergebnis widerlege vor allem Vorurteile über die Sexualität von Männern, berichten die Forscher. Denn bisher glaubte man, dass sich nur heterosexuelle Frauen auch vom eigenen Geschlecht angezogen fühlen können. Bei Männern, so dachte man, gebe es eine sehr viel klarere Trennung zwischen homo- und heterosexuell.

    Doch das stimme nicht, sagen die Forscher. „Wir können eindeutig belegen, dass es nicht nur Frauen mit flexiblem sexuellem Begehren gibt“, sagt Koautor Ritch Savin-Williams. Auch bei Männern gebe es fließende Übergänge.

    „Wahrscheinlich reicht selbst die Einteilung in schwul, heterosexuell und bi nicht aus, um diese Abstufungen zu erfassen“, konstatiert der Forscher. (dapd)"
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#9 stromboliProfil
#10 augenspielereiAnonym
  • 07.08.2012, 13:26h
  • Antwort auf #8 von Petrillo
  • "Mit Hilfe der Pupillen-Methode könne man jetzt beispielsweise besser als zuvor erforschen, wie die sexuelle Orientierung bei Naturvölkern oder anderen traditionellen Kulturen sei, erklären die Wissenschaftler. "

    scinexx.de/wissen-aktuell-15016-2012-08-07.html

    "Die Wissenschaftler um Rachael Jack von der Universität Glasgow hatten Ostasiaten und Testpersonen aus westlichen Ländern standardisierte, teils verfälschte Fotos von Menschen gezeigt, die etwa traurig, fröhlich, überrascht, ängstlich oder angeekelt guckten. Die Augenbewegungen beim Betrachten der Bilder wurden aufgezeichnet. Deren Analyse zeigte, dass die Asiaten vor allem die Augen der fotografierten Menschen studierten – und nicht wie die „Westler“ auch das übrige Gesicht...."

    Anders dagegen vor Jahren ein Versuch mit Studenten in den USA. Da fokussierten die Nachfahren von Europäern zuerst ein großes zentrales Bildelement und dann die Umgebung. Nachfahren von Asiaten studierten eher länger die Umgebung des Elementes, dann kurz das Zentrale und dann wieder die Umgebung.

    Über die Abstammung der Wissenschaftler wurde leider nichts gesagt. Über sozio-ökonomische Einflüsse auf epigenitische Wirkungen auch nichts.

    "Nach welchen Regeln das Gehirn arbeitet; wie es die Welt so abbildet, dass unmittelbare Wahrnehmung und frühere Erfahrung miteinander verschmelzen; wie das innere Tun als "seine" Tätigkeit erlebt wird und wie es zukünftige Aktionen plant, all dies verstehen wir nach wie vor nicht einmal in Ansätzen. Mehr noch: Es ist überhaupt nicht klar, wie man dies mit den heutigen Mitteln erforschen könnte. In dieser Hinsicht befinden wir uns gewissermaßen noch auf dem Stand von Jägern und Sammlern."

    www.gehirn-und-geist.de/alias/dachzeile/das-manifest/852357
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