Das UN-Menschenrechtskommisariat (UNHCR) hat Liberia kritisiert, weil dort die Homo-Verfolgung verstärkt wird - die liberianische Präsidentin, eine Friedensnobelpreisträgerin, schaut zu.
Ein entsprechendes Gesetz ist bereits vom Senat verabschiedet worden und soll homosexuellen Geschlechtsverkehr mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren ahnden. Bislang steht auf dieses "Verbrechen" bereits eine Haftstrafe von einem Jahr. Auch Personen, die für Homosexualität "werben", sollen künftig mit Gefängnis bedroht werden. Derzeit berät das Repräsentantenhaus über den Antrag.
Das OHCHR hat sich besorgt über die Lage von sexuellen Minderheiten im Land geäußert. Außerdem verschlechtere sich die Menschenrechtslage für Schwule und Lesben zusehends: "Wir sind auch besorgt über die Einschüchterungsversuche und Gewalt gegen Homo-Aktivisten. Außerdem gibt es Berichte von gewalttätigen Übergriffen", erklärte OHCHR-Sprecherin Ravina Shamdasani. "Diese Übergriffe zeigen, in welch einer diskriminierenden Atmosphäre Menschenrechtsaktivisten im Land arbeiten müssen." Shamdasani wies darauf hin, dass auf diese Weise auch die HIV-Präventionsarbeit behindert werde.
Fortsetzung nach Anzeige
Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf kam bereits vor einigen Monaten unter Beschuss, als sie im Interview mit einer britischen Zeitung die homofeindlichen Gesetze in ihrem Land verteidigte (queer.de berichtete). Sie sagte damals zwar, dass sie keine Gesetzesverschärfung zulassen werde, hat sich aber nicht mehr zum Thema geäußert.
Besonders pikant: Johnson-Sirleaf wurde 2011 wegen ihres Einsatzes für die Gleichberechtigung von Frauen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Homo-Gruppen fordern das Nobelkomittee nun auf, dass ihr der Preis aberkannt wird, sollte die Präsidentin homofeindliche Gesetze unterschreiben.
Liberia gehört mit seinen vier Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern Afrikas. Das Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt liegt dort noch niedriger als in Äthiopien oder Simbabwe. Politiker setzen aber andere Schwerpunkte als die Wirtschaftspolitik: So haben sich mehrere Abgeordnete nach Gründung der ersten Homo-Gruppe im Januar mit homophoben Sprüchen zu profilieren versucht. (dk)
Kommentare:Selbst kommentieren | Bisher 10 KommentareArtikel teilen:(mehr) Klicke hier, um Buttons undähnliche Dienste von sozialen Netzwerken dauerhaft auf queer.de anzuzeigen. Dabei werden bereits bei einem Seitenbesuch auf queer.de Daten an die Dienste übertragen. Du kannst das später wieder abschalten. Mehr Infos in den AGB.Dieser Bericht ist mir etwas wert:(Info)
Wenn dir ein Artikel auf queer.de besonders gut gefällt, hast du die Möglichkeit, ihn über Paypal oder Flattr zu honorieren.
Alle Verlage diskutieren derzeit, wie sich gute journalistische Inhalte im Netz dauerhaft finanzieren lassen. Die reinen Werbeerlöse reichen dafür nicht aus. Um die Qualität von queer.de zu halten und auszubauen, benötigen wir weitere Einnahmequellen.
Auch in Zukunft soll queer.de kostenlos im Netz von jedem gelesen werden können. Statt auf Paywalls setzen wir auf die Freiwilligkeit der User. Mit Erfolg: So haben wir bereits mehr als 1.000 "Flattrs" von über 200 Usern erhalten.
Neu hinzugekommen ist die einfachere Bezahlmöglichkeit über Paypal. Wenn dir ein Artikel etwas wert ist, kannst du mit einem Mausklick einen Betrag deiner Wahl spenden. Das macht aufgrund der bei uns belasteten Gebühren ab einem Euro Sinn.
Um unsere Arbeit zu honorieren, kannst du uns auch einen Betrag überweisen oder ein Abo einrichten.
Um unsere Arbeit zu honorieren, kannst du folgende Bankverbindung verwenden:
Queer Communications GmbH
Konto-Nr. 55 666 9000
Commerzbank Köln
BLZ 370 400 44
Verwendungszweck "queer.de ist mir etwas wert"
IBAN: DE59 3704 0044 0556 6690 00
SWIFT-BIC: COBADEFF370 Tags:liberia, ellen johnson-sirleafService:
| pdf | versendenFolgen: Twitter | Facebook | Google+ | Feeds | NewsletterWeiterlesen:Politik > International | News-Übersicht
Reaktionen zu "UN kritisiert Homophobie in Liberia"
Von turkish_gay_1990 Aus Pforzheim/Winnenden (Baden-Württemberg) Mitglied seit 29.03.2012
Alle afrikanischen Länder (Ausnahme Südafrika) sind doch gegen die Homophobie!! Nicht nur Liberia sondern auch Malawi oder Uganda haben in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Es liegt daran, dass diese "armen" Länder zu wenig Erfahrung über die Homosexualität haben und nichts erklärt bekommen was alles dahinter steckt und damit als eine Krankheit angesehen wird. Man muss auch daran bedenken, dass die Mehrheit der Menschen in afrikanischen Länder vom Glauben her streng katholisch sind und so etwas nicht tolerieren. Schade eigentlich....
Wofür hat die überhaupt einen Friedensnobelpreis bekommen?
Ach ja, die Gleichberechtigung der Frauen...
Vielleicht sollte man ihr mal stecken, dass in anderen Ländern Homosexuelle aus den gleichen Gründen verfolgt werden wie Frauen benachteiligt werden. Mit ihrem Verhalten müsste sie dann auch die Benachteiligung der Frauen in anderen Ländern gutheißen...
Von schwarzerkater Aus München (Bayern) Mitglied seit 24.06.2010
... wenn die afrikanischen Staaten davon überzeugt sind, dass sich die wirtschaftlichen und religiösen Probleme mit der Verfolgung von Homosexuellen bekämpfen lassen, dann sollte die EU die dort herrschende Klasse nicht noch hoffieren oder finanziell unterstützen.
Scheinbar haben die Machthaber ausser Korruption und Eigenbereicherung während ihrer Studienzeiten in Europa oder in den USA nichts Nachahmenswertes mitbekommen.
Von Roman Bolliger Antwort zu Kommentar #7 von anonymus
...und noch mehr wenn der präsidiale Scheuer-Putzlappen einem präsidialen Säuberungswahn gegen eine Bevölkerungsminderheit als Logo und Mahnmal dient. Die liberianische Präsidentin entehrt mit ihrem Verhalten den erhaltenen Friedensnobelpreis und die gesamte Nobel-Insitution. Und sie trägt trotz allem dazu bei, Afrikas Rückständigkeit in Menschenrechtsfragen aufrecht zu erhalten.
Muss man befürchten, dass Frau Sirleaf-Johnson noch nicht vollständig aus dem Schatten von Charles Taylor getreten ist?
...wenn ich das Gesicht schon sehe krempeln sich meine Fussnaegel hoch....
einerseits fuer Frauenrechte ,andrerseits Erhalt der Afrikanischen Kultur und Tradition....
(dann bitteschoen ,keine Autos,Tv,Internet usw.)
am besten zurueck zum Kannibalismus ,(wuerde ich der Alten zutrauen)
,,,...mit der Verbesserung ,jetzt duerfen Frauen auch ,Maenner fressen ..
wegen den erreichten "Frauenrecht"
Nehmt der den Nobelpreis weg ..das ist eine Schande.....
Vielleicht hat sie auch vergessen, das Lesben
1.) auch homosexuell sind
2.) es sind sogar Frauen!!!!!!!
Diese werden auch Opfer von männlicher Gewalt, siehe Südafrika und "correcting rape".
Aber wahrscheinlich setzt sie sich dafür ein, dass sie als gleichberechtigte Tätrerinnen (nicht Opfer) genauso bestraft werden...