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Menschenrechtsverletzung beendet

Libanon verbietet Anal-Untersuchungen


Trotz der brachialen Untersuchungen gilt der Libanon in der Region als eines der homofreundlicheren Länder

Nach scharfer Kritik von Menschenrechtsaktivisten hat der Libanon angekündigt, Anal-Zwangsuntersuchungen zu verbieten, die der Feststellung der sexuellen Orientierung von Männern dienen sollen.

Wie die libanesische Zeitung "Daily Star" meldet, hat der Ärzteverband am Dienstag in einem Rundbrief erklärt, dass Mediziner, die derlei Untersuchungen durchführen, mit Disziplinarmaßnahmen zu rechnen hätten. "Solche Praktiken sind nicht zuverlässig und sind eine Menschenrechtsverletzung, wenn sie ohne Einverständnis des Patienten durchgeführt werden", heißt es in dem Schreiben.

Anlass war die Verhaftung von 36 Männern in einem schwulen Pornokino in Beirut vergangene Woche. Alle Inhaftierten mussten sich einer Anal-Untersuchung durch einen Arzt unterziehen. Das führte auch im Libanon zu scharfer Kritik: So wurden die Zwangstests in einer Nachrichtensendung der Lebanese Broadcasting Corporation, des größten Privatsenders des Landes, als "Schande" bezeichnet. Justizminister Shakib Qortbawi erklärte, der Vorfall sei "aus humanitären Gründen völlig inakzeptabel" gewesen.

"Widernatürlicher" Sex ist verboten

Im Libanon ist homosexueller Geschlechtsverkehr nicht direkt verboten. Artikel 534 des Strafgesetzbuches verbietet allerdings "widernatürlichen" Sex. Es droht eine einjährige Haftstrafe sowie ein Bußgeld. Zwar sind seit mehreren Jahren keine Verurteilungen bekannt geworden, allerdings nutzt die Polizei das Gesetz, um Besucher schwuler Einrichtungen einzuschüchtern.

Libanesische Ärzteverbände erklärten, die Untersuchungen seien ohnehin nutzlos. So sagte Dr. Hussein Karour, der Chef des Instituts für Kriminaltechnik, gegenüber der BBC: "Diese Tests beweisen überhaupt nichts. Ihr wissenschaftlicher Wert ist Null, besonders weil es sich nur um optische Eindrücke handelt. Der Doktor schaut einfach in den Enddarm der verhafteten Menschen und schreibt seinen Bericht." Auf die Frage, warum er die Untersuchungen nicht selbst untersagt hat, erklärte er: "Ich folge nur den Anweisungen des Generalstaatsanwalts." (dk)



#1 zeder und mordioAnonym
#2 Petrillo
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.08.2012, 16:07h
  • Sehr gut, daß diese menschenunwürdige und auch demütigende Untersuchung verboten werden! Am besten auch noch den Strafgesetzbuchartikel 534 abschaffen!
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#4 daVinci6667
  • 09.08.2012, 16:11h

  • "Der Doktor schaut einfach in den Enddarm der verhafteten Menschen und schreibt seinen Bericht."

    Menschenverachtend sowas! Aber klär mich einer auf: Was ist das Ziel dieser "Untersuchung"? Erniedrigung? Feststellung der sexuellen Orientierung? Wie bescheuert wäre das denn!

    Und die "Ärzte"? Was ist ihre Motivation? Was glauben die denn da zu finden? Sperma vielleicht, weil nur der passive zu bestrafen ist?

    Oder handeln diese Ärzte aus "wissenschaftlichen Motiven" und glauben Unterschiede zwischen einem schwulen und einem Hetero-Arsch zu finden? Oder haben die ihre Frauen satt und sind einfach geil mal einen richtigen Mann nach ihrem Gusto zu "untersuchen"?

    Helf mir mal einer. Ich zweifle gerade sehr an dieser Welt!
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#5 christkindAnonym
  • 09.08.2012, 16:29h
  • Antwort auf #4 von daVinci6667
  • Darum protestieren die Ärzte ja. Sie wollen keine Zustände, wie z.B. in Kamerun.

    In Kamerun werden Personen aufgrund ihrer tatsächlichen oder einer vermuteten homosexuellen Orientierung ohne Anklage in Untersuchungshaft genommen und der Unzucht angeklagt, bevor überhaupt nach Beweisen für die Homosexualität gesucht wird. Um eine homosexuelle Orientierung nachzuweisen, wird bei Männern eine Analuntersuchung richterlich angeordnet.(vgl. Auskunft der Schweizerischen Flüchtlingshilfe: "Kamerun: Situation von Homosexuellen" vom 6. Oktober 2009; Amnesty International, Public vom 7. Juli 2006 (Englisch)).
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#6 Lapushka
  • 09.08.2012, 16:38h
  • Antwort auf #4 von daVinci6667
  • Das wird dasselbe sein wie beim türkischen Militär.

    Ist der Arsch "weit" oder irgendwie "auffällig" bedeutet das bei denen, dass man passiv anal ist und damit so richtig schwul aka wehrdienstuntauglich.
    Ist man eng, ist man nicht schwul und alles ist ok.

    In diesen ländern reicht es nicht, mit Männern ins Bett zu gehen, man muss es passiv tun.

    Dass Menschen auch einfach so individuell unterschiedliche Bauart haben und nicht jeder der passiven Analsex hat aussieht wie ein Bagel, ist egal.

    Es ist einfach ein etwas unbedarfter wissenschaftlicher Standard.

    Ich finde es viel interessanter, dass es dort schwule Pornokinos gibt. Oder war das ein inoffizielles?
    Weil wenn nicht, wieso lassen sie das Knio offen und verhaften aber die Besucher? Irgendwie unlogisch.
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#7 daVinci6667
  • 09.08.2012, 16:58h
  • Antwort auf #5 von christkind

  • Ich glaub zwar sonst nicht mehr ans Christchind aber ein liebes Danke an dich für die Aufklärung.

    Buah! Hab den Amnesty Bericht gefunden. Dass solche Analuntersuchungen in einigen Ländern (christliche und islamische) noch verbreitet sind um Homosexualität festzustellen war mir nicht bewusst.

    Und ich gestehe jetzt noch mehr an der Intelligenz der Menschheit zu zweifeln.
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#8 wie es kamAnonym
  • 09.08.2012, 17:01h
  • Antwort auf #1 von zeder und mordio
  • Angeschoben wurde das ganze in dem christlichen Stadtteil durch Gossen-TV eines
    christlichen “homophobic gay”. Auch aufgeklärte Sunniten erteilten ihm eine Abfuhr.

    "A controversy ensued between Maalouf – who is not in the country – and LGBT activists and supporters in Lebanon, in which Maalouf, in spite of being a media personality, has resorted to vulgar language and threats, that speaks volumes for his professional standards and those of a show, that while apparently is meant to give a voice to the weak and underrepresented in Lebanese society, is often thriving on controversy and sensationalism, at the expense of the privacy, dignity and in this case, security of the people involved. Maalouf was outed as gay himself by gay activists; accusations that he insists on denying and has threatened to sue George Azzi, the co-founder of LGBT-organization Helem, for slander.
    Timely enough, Lebanese channel LBC, in response, took a strong stand against homophobia and the constant violations of human rights during prime time, with their “Republic of Shame” that pointed clearly at the humiliating practice. Other media in Lebanon have also taken a stand against the position of MTV that so far remains unchanged. Whether Maalouf himself is gay or not is maybe not the greatest concern here, but the fact that in spite all the outrage, the penal code remains unchanged and people can still fall prey to the openly abusive practice of the tests. The responses of users on social media have been largely positive but it remains to be seen if that translates into concrete actions, which is hardly the case in Lebanon.
    Naturally, a number of responses have emerged among the Lebanese to this disgraceful incident, from the commonplace sectarianism of accusing Christians (since the surnames Murr and Maalouf obviously are) of being criminals, pimps and drug dealers, to the apparently liberal response that Maalouf is an “homophobic gay” and that therefore gays themselves are to be blamed for the crackdown. The lack of accountability on all levels of society is remarkable but hardly surprising: Anyone familiar with Lebanon knows full well how widespread homophobia is in the country, and how supportive a big percentage of the population is of the ordeal that LGBT people go through daily."

    passagenlevant.blogspot.de/2012/08/you-are-free-not-in-leban
    on.html
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#9 doctorAnonym
  • 09.08.2012, 17:23h
  • Antwort auf #8 von wie es kam
  • Nicht nur Quote? Auch Korruption?, Schutzgeld?, Nachmieter?

    "While certain areas of Beirut are considered to be popular with the queer community, these areas are periodically targeted by businesses and police" (For example, Marabet, S. 2004, „Disavowed Homosexualities in Beirut‟, Middle East Report, No. 230 (Spring), pp 30- 33, Attachment 16 )

    Lebanese doctor Hasan Abdessamad* wrote on Maalouf's Facebook page:

    “How does it feel to have 36 men arrested, taking them away from their families and out of the safety of their closets, throwing them under the cruelty of our merciless judgmental society, putting them at risk for losing their jobs, and throwing them in a jail where they already got abused by exposing them to “dignity anal testing”?
    *

    de.gravatar.com/drhas2003
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#10 carolo
  • 09.08.2012, 17:33h
  • Das ist aber doch sicher ein anderer Libanon, als der, für den hier letztens noch als tolles Schwulen-Reiseparadies Reklame gemacht wurde, oder?
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