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  • 10.08.2012           11      Teilen:   |

Umfrage

Britischer Pornokonsum: 96 Prozent schauen Bareback

Die Gretchenfrage: Führen BB-Filme zu riskantem Sexverhalten? - Quelle: Screenshot FS Magazine
Die Gretchenfrage: Führen BB-Filme zu riskantem Sexverhalten? (Bild: Screenshot FS Magazine)

Englands Schwule gehen locker mit Pornografie um, auch Filme ohne Kondom werden regelmäßig angeschaut. Sieben Prozent glauben: Sie wurden dadurch zu unsafen Sex animiert.

Von Carsten Weidemann

Beim britischen Magazin "FS" wollte man es diesmal verdammt genau wissen. Wie ticken Englands Schwule in Sachen Pornokonsum? Mehr als 1.000 homosexuelle Männer füllten für das Blatt, das von der Organisation GMFA einmal im Quartal herausgegeben wird, einen Onlinefragebogen aus. GMFA ist eine Gesundheitsorganisation, die sich - wie hier die Deutsche Aids-Hilfe - gezielt an Männer richtet, die Sex mit Männern haben. Die schamlos mitgeteilten Ergebnisse zum Pornokonsum, die in der aktuellen Sommerausgabe veröffentlicht wurden, sind aufschlussreich und behandeln unter anderem die Frage, ob das Anschauen von so genannten Bareback-Pornos, bei denen das Kondom komplett weggelassen wird, dazu animiert, selbst riskanteren Sex zu haben. Knapp sieben Prozent der Befragten sind nämlich davon überzeugt.

Fast einhundert Prozent aller Befragten schaut sich den Stoff für Erwachsene an, viele davon mindestens einmal in der Woche. Da ist es nicht verwunderlich, dass unter den ausgewählten Titeln auch Produktionen ohne Gummi vorkommen. Rund 96 Prozent haben mindestens einmal Bareback-Videos gewählt, eine Mehrheit schaut regelmäßig hin. Schlicht, weil sie drauf stehen. Mit den geringen sieben Prozent, die glauben, dadurch erst mögliche Risiken eingegangen zu sein, wurde der Verführungstheorie eigentlich eine Absage erteilt. Und dennoch hält sich diese These hartnäckig, vor allem, wenn man nicht nach der Selbst- sondern nach der Fremdeinschätzung fragt. 53,6 Prozent denken, dass sich Männer durch Bareback Pornos zu ungeschützten Sex hinreißen lassen. Man hält sich selbst für vernünftiger als andere.

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Comics machen dumm, Egoshooter böse, Bareback-Pornos unvorsichtig?

Einfach "Bareback" aufs Kondom schreiben, ob das weiterhilft? - Quelle: Contempo
Einfach "Bareback" aufs Kondom schreiben, ob das weiterhilft? (Bild: Contempo)

Ein Beleg für einen befürchteten Einfluss ist diese Umfrage natürlich nicht, sie gibt nur Haltungen wider. Wie bei der Diskussion um die Egoshooter-Videospiele, die Jugendliche angeblich zu gewalttätigem Verhalten animieren, muss man auch hier sehr genau hinschauen. Welches Wissen zur sexuellen Gesundheit hat der Konsument, welche Risikostrategien kennt er, in welchem sozialen Umfeld bewegt er sich? Es sind immer mehrere Faktoren, die zu einer Entscheidung führen. Pornos allein produzieren sicherlich keinen Barebacker.

Fakt ist allerdings, dass durch das Internet der Zugang zu Pornografie wesentlich einfacher geworden ist. Im FS-Magazin wird im Gespräch mit vier Pornoprofis, die regelmäßig vor der Kamera stehen, genau dies diskutiert. Gerade Jugendliche, die sich erstmals über Sexualität informieren, bekämen über die Videoclips eine verkehrte Vorstellung davon, wie Sex funktioniert, wird beklagt.

Bareback-Pornos verführen Englands Schwule nicht dazu, Verbote oder Zensur zu fordern

Die "Pornoausgabe" des FS Magazines setzt auf nackte Fakten - Quelle:
Die "Pornoausgabe" des FS Magazines setzt auf nackte Fakten

Mehr als gelassen wird auf die Frage reagiert, wie man denn mit der Darstellung von ungeschützten Sex, für das sich die Pornoindustrie das griffige Label Bareback unter den Nagel gerissen hat, umgehen soll. Knapp 70 Prozent sind dagegen, Bareback-Videos per Gesetz als illegal erklären zu lassen, knapp 80 Prozent sind gegen eine Zensur entsprechender Angebote im Web. Eine Absage also an Vorstöße, wie man sie aus den USA kennt. In Los Angeles wurde Anfang 2012 ein Produktionsverbot für Bareback-Filme beschlossen. Aids-Gesundheitsorganisationen hatten dies zuvor vehement gefordert, die in Kalifornien konzentrierte Pornoindustrie kündigte als Konsequenz die Verlegung der Produktionen außerhalb des Stadtgebiets an (queer.de berichtete).

Sexkinos sind laut der Umfrage des FS-Magazins übrigens so gut wie out, auch die DVDs machen nur noch 30 Prozent der genutzten Medien aus. Wie beim Dating spielt auch beim Videokonsum das Internet die erste Geige. Für 92 Prozent ist diese der bevorzugte Kanal. Ansonsten beherrscht schwule Hausmannskost das Geschehen auf dem Schirm, das viele als Begleitung zur Selbstbefriedigung nutzen. In den Filmen möchte man überwiegend Männer derselben ethnischen Herkunft sehen, die sich anal und oral beglücken. Amateurvideos sind nach wie vor sehr beliebt, für Nachschub in diesem Genre sorgt die Hälfte der Befragten, die ihre eigenen Sextapes online stellen. Pornostar sein und dort Karriere machen wollen nur 20 Prozent, einem Date oder gar Sex mit einem bekannten Darsteller verschließt sich die Mehrheit dagegen nicht. Ganz oben auf der Wunschliste steht Brent Corrigan.

Links zum Thema:
» Das englischsprachige FS-Magazine als PDF zum Download
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Tags: bareback, porno, brent corrigan
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Reaktionen zu "Britischer Pornokonsum: 96 Prozent schauen Bareback"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
10.08.2012
15:15:37


(+8, 8 Votes)

Von Teufelsjunge87
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ja - in den USA dürfen ja auch Männer am Strand nur 3/4 Hosen tragen, damit sich nichts abzeichnet.

Oh man! Ob sich jemand nun einen Film mit oder ohne Gummi anschaut, sei doch bitte jedem selbst überlassen. Verbot bringt hier überhaupt nichts, denn würde man es überall "verbieten" - was lächerlich wäre, dann müsste man auch die Streifen von den Heten verbieten, denn dort ist Sex ohne Kondom zu 99% normal - nur bei den Homos nicht. Schwule müssen ja immer irgendeine Krankheit haben - also weg mit den ungeschützten Filmchen, die sich wohl fast jeder anguckt.

Irgendwelche Leute denken immer, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefuttert haben.

Jeder soll doch bitte für sich selbst entscheiden, ob er nun zu einem "safen" Filmchen oder zu einem "Bareback" Streifen greift.


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#2
10.08.2012
15:48:32


(-1, 5 Votes)

Von Medman
Antwort zu Kommentar #1 von Teufelsjunge87


Ich denke auch, jeder soll sich das anschauen was er will.

Trotzdem muss man bei schwulen Pornos mehr drauf achten, weil ungeschützter (reell durchgeführter) Sex mit einem vielfach erhöhten Infektionsrisiko von STDs einhergeht als beim heterosexuellen Rest der Bevölkerung.

Diese Fetsstellung mag zwar dazu führen, dass ich hier gleich wieder rot angefärbt werde, ist aber einfach die Realität.


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#3
10.08.2012
16:57:05


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #2 von Medman


Sehe ich genauso!


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#4
10.08.2012
17:46:12


(+5, 5 Votes)

Von Lapushka


Mir ist das vom "Kick" her völlig egal ob mit oder ohne Regenmantel ist ja bloß ein Film.
Obwohl ich mich schon manchmal frage, egal ob im Homo oder Hetero Bereich, wie die Darsteller das sehen.
Aber ich denke nicht dass ein reflektierter Erwachsener sich deshalb dazu überreden lässt, dass auch in der Realität so zu machen. Die Risiken bleiben doch bestehen, ebenso wie das Wissen darüber.

Und wenn er es doch macht, dann ist da nicht der Film dran schuld. Wer so leicht beeinflußbar ist, dem würde das früher oder später eh passieren.


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#5
10.08.2012
19:00:08


(+5, 5 Votes)

Von kokl


Jo, der third-person-Effekt ist weit verbreitet, vor allem bei konservativen Machthabern. Wie immer gilt: Wenn jeder schön bei sich selbst bleibt und das eigene Näschen fasst, anstatt es in Dinge zu stecken, die es nichts angehen ... Aber das ist und bleibt zu viel geträumt. Dem Mensch geht es erst gut, wenn er über andere bestimmen kann. Macht ist halt immer noch geiler als Sex oder Porno und sehr viel gefährlicher als Bareback ...


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#6
10.08.2012
19:37:21
Via Handy


(+2, 6 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Bei Pornos geht's in erster Linie ums wichsen. Sie sind visuelle Phantasie. Klar ist es geiler Bareback. Das man durchs Ansehen solcher Pornos tatsächlich in der Realität zu risikoreicherem Verhalten neigt, glaube ich nicht.

Mir geht es aber um die Darsteller. Und da denke ich schon, dass man nicht dulden sollte, dass diese bei ihrer Arbeit gesundheitlichen Risiken ausgesetzt werden sollten.


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#7
10.08.2012
21:23:26


(+4, 6 Votes)

Von anonymus


Das wundert aber nicht. Barebackpornos sind einfach "geiler", ja, es i s t geiler wenn man den Samen abspritzen sieht, wenn man "ahnt" daß der Passive die Ladung wirklich reingespritzt kriegt , oder in Mund gespritzt kriegt , ja, das i s t erotischer, weil dreckiger, versauter und .... darum geht´s ja wohl auch beim Sex. Mal ehrlich, wer will denn bitte schön Lieschen Müller´und Peter Maiersex? Und dass da dann - wenn der Realfall eintritt und man noch dazu einige Gläschen ichweissnichtwas intus hat- der "Nachahmtrieb" öfters mal ausgelebt wird, ist auch ne Realtität, vor allem in unserer heutigen Zeit wo so wirre Relativpräventionsdiskussionen herumschwirren .... zb. wenn die Viruslast mindestens ein halbes Jahr unter der Nachweisgrenze ist .... die meisten lesen ja dann auch gar nicht mehr weiter und VERPASSEN den Satzteil wo darauf hingewiesen wird, daß es sich dabei innerhalb einer monogamen Beziehung abspielen sollte, die auch frei von anderen STDs sein sollte....
oder der neueste Schrei, schmeiss dir regelmässig ne Truvada ein und alles ist mehr oder weniger gut .....
Tja, das Thema wird uns wohl noch sehr lange "Nahrung" geben - leider


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#8
10.08.2012
22:44:49


(+3, 7 Votes)

Von Kace Grelly
Antwort zu Kommentar #6 von daVinci6667


"Mir geht es aber um die Darsteller. Und da denke ich schon, dass man nicht dulden sollte, dass diese bei ihrer Arbeit gesundheitlichen Risiken ausgesetzt werden sollten."

Wer sagt denn, dass die Darsteller dem Risiko ausgesetzt WERDEN? Glaubst du wirklich, dass kein Pornodarsteller das freiwillig entscheidet? Schau doch mal in die Studie, die gerade auf Queer vorgestellt wurde. Privatpornos sind tierisch beliebt (weil echt und fast immer ohne Gummi). 50% der Konsumenten sollen angeblich selbst Material erstellen. WERDEN diese Leute auch dem Bösen ausgesetzt? 20% können sich sogar vorstellen, in nem Porno mitzuspielen. Sind das alles potentielle Opfer, die du in deinen Aufruf mit einbeziehst? Das ist halt der Fehler dieser Art von Denke. Nicht nur du selbst bist in der Lage, über dich und deine Zukunft zu entscheiden, und nicht nur du weißt diese Freiheit zu schätzen.


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#9
11.08.2012
18:38:30
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von Kace Grelly


"Privatpornos sind tierisch beliebt (weil echt und fast immer ohne Gummi). 50% der Konsumenten sollen angeblich selbst Material erstellen."

Das finde ich gut! Auch Seiten wie xtube etc boomen. Ist doch toll! So bleibt die Hoffnung das wir ein bisschen von der Kommerzialisierung wegkommen. Aber trotzdem gibt's gleichzeitig professionelle Pornodarsteller die gedrängt werden, dem Markt entsprechend, mit fremden Partnern Bareback zu ficken. Natürlich ist das für den Zuschauer geiler. Ist auch in der Realität um vieles geiler!

Nur solange es diese fiese Krankheit gibt, sollten wir wegen irgendwelchen finanziellen Interessen der Porno-Industrie nicht die Gesundheit der Darsteller aufs Spiel setzen.


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#10
12.08.2012
20:20:25


(-1, 1 Vote)

Von Kace Grelly
Antwort zu Kommentar #9 von daVinci6667


"Nur solange es diese fiese Krankheit gibt, sollten wir wegen irgendwelchen finanziellen Interessen der Porno-Industrie nicht die Gesundheit der Darsteller aufs Spiel setzen."

Im Grunde stimme ich dir voll zu. Nur dass eben nicht "wir" die Gesundheit der Darsteller aufs Spiel setzen. Sorry, aber ich traue auch Pornodarstellern so viel Hirn zu, dass sie ganz bewusst entscheiden können, was sie da riskieren und was eventuell zu weit geht. Hier für andere über Moral und Selbstbestimmung zu entscheiden, empfinde ich als nicht korrekt. Gefahren aufzeigen, ja okay, aber bitte sprechen "wir" doch nicht anderen den freien Willen ab. Wenn mich jemand mit genügend Geld zu einem Risiko verleitet, dann bin ich es auch, der entscheidet, ob ich das Spiel mitspiele. Nichts anderes passiert tagtäglich und überall - ganz besonders da, wo es um viel Geld geht. Deswegen muss ich aber nicht irgendwelche Privatanleger zwangsretten, wenn sie drauf und dran sind, sich in den Ruin zu spekulieren. Meiner Erfahrung nach dankt einem das am Ende ohnehin keiner und tatsächlich wäre ich selbst auch nicht bereit, diese Freiheit aufzugeben.


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