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  • 12.08.2012           1      Teilen:   |

Schwuler Ermittler klärt Tod des Ex-Lovers auf

Gelungener Start einer neuen Krimi-Reihe mit dem schwulen Privatdetektiv Claude Bocquillon: "Mord auf Französisch"
Gelungener Start einer neuen Krimi-Reihe mit dem schwulen Privatdetektiv Claude Bocquillon: "Mord auf Französisch"

Ein eindrucksvolles wie intelligentes Krimi-Debüt: "Mord auf Französisch" von Laurent Bach.

Von Angelo Algieri

Privatdetektiv Claude Bocquillon ist schockiert: Unter den Rädern der Dampflok - der Touristenattraktion im südfranzösischen Anduze - erkennt er seinen bisexuellen Ex-Freund Pascal. Ist es Selbstmord? Immerhin liegt ein Abschiedsbrief vor. Doch Claude zweifelt. Auch die Mutter von Pascal will nicht daran glauben - sie beauftragt Claude nachzuspüren, ob es sich nicht doch um Mord handelt. Es ist sein erster großer Auftrag.

So beginnt der Kriminalroman "Mord auf Französisch" vom westfälischem Autor Laurent Bach. Es ist zugleich der Anfang einer Krimi-Serie mit dem eigenwilligen, gutaussehenden 28-jährigen Claude. Diese Krimi-Reihe erscheint beim Berliner Bruno Gmünder Verlag. Bach, Jahrgang 1970, war jahrelang in der Immobilien- und Baubranche tätig, ehe er mit dem Schreiben begann. Sein Debüt machte er mit dem Erzählband "Nur genießen - erotische Kurzgeschichten", der nur als Ebook zu haben ist. Zudem ist er begeisterter Motorrad- und Kajakfahrer und kennt die Gegend von Südfrankreich durch längere Aufenthalte ganz gut. So dürfte Bach auch die Umgebung von Anduze, Alès und Nîmes, wo der Roman spielt, aus unterschiedlichen Perspektiven kennen.

Doch zurück zum Plot. Im vermeintlichen Abschiedsbrief gibt Pascal an, mit seiner Homosexualität nicht klar gekommen zu sein. Und die geplante Ehe mit seiner Verlobten Sandrine hätten sie und ihn nur unglücklich gemacht. Claude findet das sehr eigenartig. Denn sein Ex war eindeutig bisexuell und hat nie ein Problem damit gehabt - auch wenn Pascal seine homosexuelle Seite öffentlich verheimlichte.

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Ist Claudes neuer Lover Julien Mörder oder Prinz?

Für die Polizei von Anduze war der merkwürdige Tod von Pascal ein Sellbstmord
Für die Polizei von Anduze war der merkwürdige Tod von Pascal ein Sellbstmord

Claude erfährt, dass die Polizei das Handy von Pascal noch nicht konfisziert hat. So holt sich der Privatdetektiv das Telefon am Abend aus dem versiegelten Haus. Doch als er raus kommt, wird er von einem Motorrad-Fahrer geschlagen und getreten. Eine Nachbarin bemerkt den Zwischenfall gerade noch rechtzeitig und schlägt Alarm. Für Claude ist klar: Das Handy beinhaltet heiße Infos...

So ruft der schwule Detektiv die letzten Handy-Kontakte Pascals auf. Er trifft sich u.a. mit dem gut aussehenden gleichaltrigen Bankangestellten Julien. Sie sind sich gleich sympathisch und bei einem Ausflug an das Ufer des heimischen Flusses Gardon kommen sie sich näher und haben Sex. Claude erfährt, dass Julien der Nachfolger von ihm in Pascals Beziehungsreigen ist - welch ein seltsamer Zufall! Während Julien wiederum von Sandrine abgelöst wurde... Doch Claude ist zerrissen: Hat Julien ihn verführt, weil er etwas zu verbergen hat? Hat er doch etwas mit dem Tod von Pascal zu tun? Und warum hat Pascal gerade von ihm, kurz bevor er gestorben ist, ein Grundstücksgutachten bekommen? Viele Fragen, viel Skepsis. Doch bei Juliens süß-reizendem Anblick verfliegt Claudes Misstrauen...

Unterdessen gibt es weitere Spuren. Da wäre etwa ein Notar in der nahegelegenen Stadt Alès, der mit Pascal geschäftlich zu tun gehabt hat. Claude scheint einen Grundstücksskandal aufzudecken - ist Pascal darin verwickelt gewesen? Und wenn ja, wer hat ihn im Visier gehabt? Die Ermittlungen werden immer dubioser - und gefährlicher. Der Privatermittler wird im Rahmen dessen sogar zweimal gekidnappt. Und dabei erfährt er, wer wirklich hinter dem Tod von seinem Ex steckt...

Der Autor legt nicht nur einen packenden Krim mit einem schwulen Ermittler vor, er verwebt darin auch eine glaubwürdige Liebesgeschichte, die es in sich hat. Und noch viel wichtiger: Laurent Bach veranschaulicht meisterlich gesellschaftliche Probleme, die unter der Oberfläche brodeln. Im Zentrum dieser Folge steht das Thema Homophobie. Dabei zeigt Bach geschickt die ganze Bandbreite von verstecktem bis hartem Mobbing. So erfahren wir etwa, dass Claude deshalb die Polizeischule hat abbrechen müssen...

Präzise Beobachtungen und ein atemberaubendes Ende

Reizvolle Landschaft bei Anduze: Am Ufer des Flusses Gardon haben Claude und Julien,  die beiden Ex-Freunde des Toten, Sex
Reizvolle Landschaft bei Anduze: Am Ufer des Flusses Gardon haben Claude und Julien, die beiden Ex-Freunde des Toten, Sex (Bild: tiseb / flickr / cc by 2.0)

Auch Claudes Familienherkunft birgt Sprengstoff: Er wurde in eine alteingesessene Familie hineingeboren, in der das Schwulsein des einzigen Nachkommens ein großes Problem darstellt. Bach legt auf diese Weise geschickt die Spurfährten für mögliche Konflikte in den nächsten Folgen bereit...

Neben den präzisen Beobachtungen einer bigotten Gesellschaft bietet Bach dem Leser die Beschreibungen der wundervoll-spektakulären Landschaft von Anduze und Umgebung an - eine sehr sinnliche Ausmalung, ohne je kitschig zu werden. Löblich! Mit diesen Beobachtungen erinnert Bach an die Krimi-Autorin Rosa Cerrato, die ihre Beschreibungen Genuas ebenfalls mit allen Sinnen schildert.

Das Ende ist atemberaubend, aber nicht unrealistisch-übertrieben à la Hollywood. Bachs Schreibstil ist bemerkenswert ausdifferenziert und vermeidet eine zu harte Sprache und schnelle Schnitte. Eine knallharte "hard-boiled crime story" amerikanischen Stils ist sein Buch aber nicht. Eher erinnert es an den deutschen Krimi-Autor Horst Bosetzky (queer.de rezensierte "Es geschah in Berlin 1936").

Mit "Mord auf Französisch" hat Laurent Bach ein eindrucksvolles, intelligentes und mehrschichtiges Krimi-Debüt vorgelegt. Und eins ist gewiss: Von diesem Autor und seinem Protagonisten Claude Bocquillon dürfen wir noch einige aufregende Storys erwarten!

Youtube | Trailer zum Buch
  Infos zu Buch
Laurent Bach: Mord auf Französisch. Bocquillons erster Kriminalfall, Kriminalroman, 248 Seiten, Softcover, 13 x 19 cm, Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2012, 14,95 €, ISBN 978-3-86787-379-6
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Tags: laurent bach, krimi, claude bocquillon
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12.08.2012
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