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W. Daniel Wilson enthüllt einen überraschenden "homosexuellen" Impuls in Goethes Werk,

W. Daniel Wilsons "schwule" Werkbiographie rückt den großen deutschen Dichter in ein völlig neues Licht.

Nackte Ganymede und ihr göttlicher Entführer; der fast weibliche Apoll von Belvedere; zwei schöne nackte Jünglinge, von denen einer dem anderen den Arm über die Schulter legt: Die Kunstwerke im Treppenhaus von Johann Wolfgang von Goethes Wohnhaus in Weimar sind nicht nur antike Klassiker, sondern auch ein homoerotisches Bildprogramm par excellence.

In seinem dichterischen Werk beschäftigt sich Goethe ebenfalls intensiv mit dem Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe - von der frühen Vorliebe für androgyne Gestalten über die obszönen Witze im Umfeld der "Römischen Elegien" bis zur Geschlechterverwirrung der "Grablegung" in "Faust II".

Die Grenze zwischen gleichgeschlechtlicher und gegengeschlechtlicher Liebe verwischt

In der Werkbiographie "Goethe Männer Knaben" mit Blick aufs andere Ufer enthüllt W. Daniel Wilson einen überraschenden "homosexuellen" Impuls in Goethes Werk, der von sublimer romantischer Liebe bis zu fast pornographischer Derbheit reicht.

In bestechenden Einzelanalysen zeigt Wilson, wie Goethe in seinen Werken die Grenze zwischen gleichgeschlechtlicher und gegengeschlechtlicher Liebe schrittweise verwischt. Und Goethe bereichert die mann-männliche Liebe durch ein entscheidendes Moment: das der Partnerschaftlichkeit. Damit stößt er der gleichgeschlechtlichen Liebe das Tor zur Moderne auf.

Infos zum Buch

W. Daniel Wilson: Goethe Männer Knaben - Ansichten zur "Homosexualität". Aus dem Englischen von Angela Steidele. Mit zahlreichen Abbildungen. Insel Verlag. Berlin 2012. 503 Seiten. Gebunden. € 28,95. ISBN 978-3-458-17542-1