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Vizepräsident soll schwul sein

Schmutzige Outing-Kampagne in Ghana


Vizepräsident Kwesi Amissah-Arthur

Eine Schmierenkomödie hält Ghana in Atem: Ein ehemaliger Schulfreund "beschuldigt" den neuen Vizepräsident von Ghana, schwul zu sein — der 61-Jährige widerspricht empört.

Von Dennis Klein

Zentralbankchef Kwesi Amissah-Arthur ist nach dem Tod des früheren Präsidenten Anfang August zum Vizepräsidenten ernannt worden. Währenddessen kannten die Boulevardzeitungen des Landes nur eine Geschichte: Joseph Kwabena Owusu-Sekyere, der mit Amissah-Arthur zur Schule gegangen ist, erklärte darin, dass der verheiratete Politiker mit zwei Kindern mit ihm über fast ein halbes Jahrhundert eine gleichgeschlechtliche Beziehung unterhalten habe &#ndash in einem Land, in dem auf "widernatürliche Unzucht" mehrjährige Haftstrafen stehen und Homosexualität von der Mehrheit als Krankheit angesehen wird.

In einem Parlamentsausschuss wies Amissah-Arthur zurück, dass er jemals gleichgeschlechtlichen Sex gehabt habe: "Das ist nicht wahr, das ist absolut nicht wahr! Ich habe diesen Herren in den letzten 40 Jahren nur einmal fünf Minuten gesehen. Er kam in mein Haus und hat mich nach Geld gefragt. Ich hab ihm ein bisschen gegeben und dann nicht mehr gesehen." Er würde den Mann verklagen, sagte Amissah-Arthur weiter; allerdings sei das schwierig, weil er ihn nie beim Namen genannt habe, sondern nur vom Zentralbankchef gesprochen habe.

Homo-Aktivisten im Land beklagen eine zunehmende Homophobie im Land, die in einer Hexenjagd enden könnte. Sie können allerdings nicht offen über den Fall reden, da ihnen sonst die Verhaftung droht. Ein Aktivist beschuldigte die in Ghana erstarkenden evangelikalen Kirchen, den Hass auf Schwule und Lesben zu fördern. Außerdem habe die rechtsgerichtete oppositionelle Nationalpatriotische Partei ein Interesse daran, die Regierung als unmoralisch dazustellen. Amissah-Arthur gehört dem Nationaldemokratischen Kongress an, einer Mitte-Links-Partei.

Schwule und Lesben sind Zielscheiben

Die Regierung reagiert auf den Druck, in dem sie die Daumenschrauben für Homosexuelle anzieht. So ordnete ein Regionalminister etwa im vergangenen Jahr die Verhaftung aller Schwulen und Lesben an (queer.de berichtete). Schullehrer müssen im Unterricht vor Homosexualität warnen (queer.de berichtete). Wegen derlei Vorfällen hat Großbritannien im vergangenen Jahr bereits die Entwicklungshilfe gekürzt. Die ghanaische Handelsministerin erklärte daraufhin, dass die Politik nicht geändert werde, da Homosexualität "unafrikanisch" sei (queer.de berichtete). Zudem haben protestantische Priester und Mitglieder der islamischen Minderheit einträchtig eine Verschärfung der Homo-Verfolgung gefordert.

In der Bevölkerung herrscht fast Konsens darüber, dass sexuelle Minderheiten verfolgt werden sollen: Laut einer Umfrage des Pew Global Attitudes Project aus dem Jahr 2007 erklärten 94 Prozent der Befragten, dass Homosexualität abgelehnt werden sollte - nur vier Prozent sprachen sich für die Akzeptanz von Schwulen und Lesben aus. Die meisten Ghanaer begründen die Ablehnung von Homosexualität mit ihrer Religion.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.08.2012, 15:23h
  • Da haben wir es wieder einmal: vor den Augen der Weltöffentlichkeit gegen die LGBT-Community in allen Varianten herziehen aber selber heimlich und still und leise dem gleichgeschlechtlichen Sex und allem, was dazugehört, fröhnen! Wie scheinheilig!
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#2 xapplexAnonym
  • 21.08.2012, 17:55h
  • 94 Prozent der Bevölkerung eines Landes homofeindlich und die über die ganze Woche nur eine einzige Wortmeldung? Irgendetwas muss es geben, das die Bevölkerung dieses Landes vor den Kritiksalven "fortschrittlicher" europäischer Intellektueller schützt...

    Was in diesem Thread wohl los wäre, wenn es ein solches Umfrageergebnis in den USA, Polen oder Israel gegeben hätte
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#3 mammuthProfil
  • 24.08.2012, 14:55hspeyer
  • man müsste das Asyl für schwullesbische Aktivisten stärker einfordern , die Welt wird immer homophober
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