Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 15.08.2012           6      Teilen:   |

Vermont

Schuldspruch: Pfarrer half "geheilter Lesbe" bei Kindesentführung

Pfarrer Kenneth Miller glaubt, richtig gehandelt zu haben
Pfarrer Kenneth Miller glaubt, richtig gehandelt zu haben

Ein amerikanischer Pastor hat einer von ihrer Homosexualität "geheilten" Frau geholfen, ihr Kind nach Nicaragua zu entführen, um es der Ex-Partnerin vorzuenthalten. Er wurde nun im Bundesstaat Vermont schuldig gesprochen, ihm drohen drei Jahre Haft.

Reverend Kenneth Miller von der evangelischen Glaubensgemeinschaft der Mennoniten hat zugegeben, Lisa M. bei der Entführung geholfen zu haben. Der 46-Jährige aus Virginia hatte die Frau und ihre damals siebenjährige Tochter Isabella persönlich zu einem Flughafen nach Kanada gefahren und den Flug nach Nicaragua organisiert. Dort wurde die Frau von einer Mennoniten-Gemeinde aufgenommen. Ziel der Entführung sei es gewesen, das Kind von der lesbischen Ex-Lebenspartnerin von Lisa M. zu "schützen". M. behauptet, dass sie von ihrem "homosexuellen Lebensstil" geheilt wurde, nachdem sie gläubig geworden war. Beide Frauen hatten zuvor in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gelebt und das gemeinsame Sorgerecht ausgeübt.

Die Geschworenen eines Bundesgerichtes in Burlington (Vermont) haben Pfarrer Miller am Dienstag der Beihilfe zur Kindesentführung schuldig gesprochen. Das Strafmaß wird später vom Richter verkündet, bis zu drei Jahre Haft sind möglich. Die inzwischen zehnjährige Tochter lebt immer noch in Nicaragua, da das Land mit den Vereinigten Staaten kein Rechtsabkommen bei Kindesentführungen hat.

Fortsetzung nach Anzeige


Miller: "Bin mit Gott im Reinen"

Der Pfarrer beharrt darauf, richtig gehandelt zu haben: "Ich bin mit Gott im Reinen. Ich bin mit meinem Gewissen im Reinen. Jetzt kann Gott entscheiden, was geschieht", erklärte er nach der Urteilsverkündung. "Ich bin bereit, die Konsequenzen meiner Handlungen zu tragen." Er wurde zur Verhandlung stets von dutzenden Anhänger begleitet, die vor dem Gerichtsgebäude christliche Lieder gesungen haben.

Christliche Lobbygruppe unterstützt Entführungen

Kindesentführungen werden von manchen christlich-konservativen Gruppen in den USA befürwortet, wenn damit Töchter oder Söhne homosexuellen Elternteilen entfremdet werden. So erklärte Bryan Fisher, der Chef der American Family Association (AFA), vor einer Woche: "Wir sollten einen 'Underground Railroad' aufbauen, um Kinder von gleichgeschlechtlichen Haushalten zu erlösen". Mit der Bezeichnung wurde in den USA einst ein geheimnes Netzwerk benannt, das Slakven auf der Flucht aus den Südstaaten half.

Fisher kommentierte auch den Fall von Isabella: "Meiner Meinung nach hatte die Mutter keine andere Wahl." Die AFA gehört zu den lautstärksten Lobbygruppen, die sich aus religiösen Gründen gegen Homo-Rechte ausspricht. Sie besitzt 180 Radiostationen in den Vereinigten Staaten. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 6 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 11             2     
Service: | pdf | mailen
Tags: mennoniten, ex-gays, kindesentführung
Schwerpunkte:
 Ex-Gay-Bewegung
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Schuldspruch: Pfarrer half "geheilter Lesbe" bei Kindesentführung"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
15.08.2012
18:12:27


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Da sieht man einmal wieder, daß solche Kirchen in diesem Fall auch nicht vor einem Verbrechen wie Kindesentführung zurückschrecken! Dieser Pfarrer sollte länger als drei Jahre im Knast schmoren und diese christlich-konservative Lobbygruppe, die die Entführungen auch noch befürwortete, sollte man wegen "Anstiftung zu einer Straftat" unverzüglich den Prozeß machen oder verbieten!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
15.08.2012
21:38:21


(+4, 4 Votes)

Von fink


clevere pr-aktion. der pfaff kann sich zum opfer der justiz stilisieren, deren einsatz für die rechte des kindes natürlich nur als beweis dafür gewertet werden wird, wie mächtig die homolobby inzwischen ist und dass religionsfreiheit nichts mehr gilt. und der empörende skandal der angeblichen "homoheilung" wird gar nicht wirklich thematisiert, weil er nur dezent am rande auftaucht und von der entführung überstrahlt wird.

schlau sind sie ja, und dann doch wieder derartige idioten...

und wer hätt's gedacht - hier kann ich zum ersten mal auf einen beitrag von foxy sarkasmusfrei antworten: es wäre tatsächlich eine prüfung wert, inwieweit die AFA gerichtlich belangt werden kann.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
15.08.2012
21:50:06


(+3, 3 Votes)

Von deBär


was ich viel schlimmer finde, wie kann die "Exlesbe" dass ihrer ehemaligen Partnerin antun. Was ist passiert, erst lebe ich in eingetragener Partnerschaft und dann kommt son ne Nudel daher und bekehrt mich zum Hetentum. Würg. War dann wohl eher Selbstaufgabe aus Angst vor dem da oben, statt Bekehrung. Das arme Kind bekommt jetzt Brainwashing pur ausgerechnet in Nicaragua.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
15.08.2012
23:40:09


(+4, 4 Votes)

Von schwarzwaldbub
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Noch viel schlimmer finde ich, dass fundamentalistische Christ/inn/en es für angemessen halten und kein schlechtes Gewissen damit haben...

- eine Lesbe einer Umpolung-"Therapie" zu unterziehen
- eine Ehe und eine Familie zu zerstören
- ein Kind zu entführen

Diese Leute müssen uns LGBTs schon sehr hassen, wenn sie zu solchen Untaten fähig sind - und das dann auch noch gut heißen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
16.08.2012
09:11:56


(0, 4 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #3 von deBär


was solls, stellt das geschehene doch nur die wiederspiegelung heteronormierter verhältnisse da , die auf uns zurollen.
Kind ist besitz, irgend wer wird ihn sich aneignen wenn die zeit gekommen und der staat schaut in den "normalfällen" ja auch meist zu.

Diese "familienstreitigkeiten" werden mit zunehmender "familiesierung" der homoszene eine "alltägliche normalität" werden.
Wer bekommt bei trennung was und wieviel davon...

Das die kirche hier ihr unwesen treibt ist nur ein zusätzlicher aufreger.. die nützen aus, was wir unüberprüft uns einbrocken;
willkommen in der regenbogengesellschaft!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
17.08.2012
17:09:25


(+1, 1 Vote)

Von Jan P


Ich finde kaum Worte, das ist eine heftige Geschichte ! Zugleich wahrscheinlich auch ein Beispiel, wie stark Weltanschauungen menschliche Regungen oder Mitgefühle komplett ausschalten können. Hierbei geht es ja nicht um einen politischen oder religiösen Disput zu homosexuellen Lebenspartnerschaften. Kindesentführung solchen Kalibers ist ein Verbrechen !

Ich finde ich es auch verstörend, wie Kenneth Miller sich bei einer solchen Aktion auf Gott berufen kann - ich bin selber mennonitischer Christ und es ist klar, dass ein solcher Hass durch nichts gerechtfertigt werden kann !

Mich wundert auch, dass ein Vertreter der Beachy-Amischen die von den Amischen und einem Teil der Mennoniten sonst selbst gewählte gesellschaftliche/politische Isloliertheit aufgegeben hat und nun so deutlich Teil der politisch-religiösen Rechten der USA geworden ist. Bei Kenneth Miller scheint auch nicht mehr viel von Friedenszeugnis und Bergpredigt übrig geblieben zu sein.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 Ort


 GLAUBE

Top-Links (Werbung)

 GLAUBE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Trans* Jugendliche fordern Vorbilder in den Medien Ehe für alle jetzt auch in der Cherokee Nation Volker Beck bedauert "schreckliche Sätze" aus den Achtzigern Schwulen Flüchtling verprügelt: Zehn Monate auf Bewährung
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt