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(Bild: ralpe / flickr / by-sa 2.0)

Das Aachener Landgericht am Donnerstag hat einen 19-jährigen Callboy zu sieben Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt, weil er einen pensionierten Arzt in dessen Wohnung in Heinsberg umgebracht hatte.

Die Große Jugendkammer folgte damit weitgehend der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage, die eine Jugendstrafe von siebeneinhalb Jahre Haft für den aus Rumänien stammenden Teenager gefordert hatte. Das 70-jährige Opfer hatte den Täter im Düsseldorfer Bahnhof kennengelernt, als der 19-Jährige seine Dienste anbot. Daraufhin sind beide in die Wohnung des Arztes ins 35 Kilometer nördlich von Aachen gelegene Heinsberg gefahren.

Der Angeklagte hatte Medienberichten zufolge ausgesagt, dass der Arzt ihn zu Sexualpraktiken zwingen wollte, die im Vorfeld nicht vereinbart worden seien. Daraufhin kam es zu einer Rangelei und der 19-jährige verletzte seinen Kunden zunächst mit Messerstichen und erhängte ihn anschließend. Wegen der umfassenden Aussage änderte das Gericht die Anklage von Mord zu Totschlag. Der Täter war nicht vorbestraft und zeigte im Prozess Reue. So entschuldigte er sich beim Sohn des Getöteten für seine Tat.

Zur Prostitution gezwungen

Im Prozess kam heraus, dass der 19-Jährige im Januar von einem Düsseldorfer Schleuser von Rumänien nach Deutschland gebracht wurde und seine "Reiseschulden" abzahlen musste. Ursprünglich sollte er im Bereich Kreditkartenbetrug arbeiten. Als dies scheiterte, wurde der junge Rumäne zur Prostitution gezwungen. Das Gericht stellte missbilligend fest, dass die Taten des Schleusers ungesühnt geblieben seien. Statt dessen erhielt er sogar Zeugengeld aus der Staatskasse, weil er vor Gericht ausgesagt hatte.

In Berlin stehen derzeit zwei Callboys vor Gericht, weil sie ihren Zuhälter umgebracht haben (queer.de berichtete). Sie erklärten, sie seien von dem Mann täglich sexuell genötigt und drangsaliert worden. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Jugendstrafe von je achteinhalb Jahren wegen Mordes. Das Urteil soll am Montag verkündet werden. (dk)



#1 BetzAnonym
  • 17.08.2012, 12:11h
  • "Das Gericht stellte missbilligend fest, dass die Taten des Schleusers ungesühnt geblieben seien."

    Nicht nachvollziehbar wieso Menschenhändler unbestraft davon kommen.
    Im Endeffekt sind nicht Freier und Stricher die aus freien Stücken arbeiten ein Problem, sondern Zuhälter.

    Natürlich kommt der Callboy zurecht in Haft, aber Zwangsprostitution ist ebenfalls ein Verbrechen und die Zuhälter und Schleuser gehören bestraft.
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#2 SvenAnonym
  • 17.08.2012, 12:17h
  • Notwehr schön und gut, aber wieso musste er den alten Mann noch erhängen, wenn er ihn schon mit Messerstichen verletzt hatte? Das soll Totschlag sein? Ich fass es nicht!
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
#4 reiserobbyEhemaliges Profil
#5 stromboliProfil
  • 17.08.2012, 12:44hberlin
  • Antwort auf #3 von reiserobby
  • hatten wir hier nicht schon einen ähnlichen fall von putativer notwehr, wo das bedauernswert angeklagte opfer auf den verstorbenen täter mit 42 messerstichen einstach und ihm im anschluss die kehle durchschnitt...;
    ich nehme an das meinst du mit sicher ist sicher und dem mitleid für den jungen..
    Nun , "satire" hat auch grenzen? oder?
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#6 smooth_yeahProfil
  • 17.08.2012, 13:17hNürnberg
  • richtig so.. Notwehr schön und gut, aber dann noch so weiter gehn das man den "Täter" aufhängt.. Neee kein Verständnis für
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#7 koklAnonym
  • 17.08.2012, 13:21h
  • Es ist doch ekelhaft, dass sich jetzt schon Verbrecher Nebeneinkünfte aus der Staatskasse verdienen können, indem sie sich als "Zeuge" verdingen für Verbrechen, die es ohne sie nicht gegeben hätte ...

    Es kann doch nicht sein, dass zwei Callboys ernsthaft argumentieren können, es hätte keinen anderen Weg gegeben, als ihren Zuhälter umzubringen. Genauso kann doch niemand ernsthaft glauben, dass es noch Notwehr ist, wenn man nach Messerstichen sein Opfer auch noch aufhängt. Hallo? Was ist das bitte für ein Aufwand? Wie lange braucht man wohl dafür, einen leblosen oder sich wehrenden Körper an der Decke baumeln zu lassen? All diese Scheiße dürfte es gar nicht geben, wenn da mal bei den Ursachen angepackt würde. Schleuser im Zeugenstand, Missbilligung auf der einen und Verständnis auf der anderen Seite. Ich fass es nicht!

    Und dann noch die Leute, die lediglich "19-jähriger Boy" in Kombination mit Sex lesen und sich glatt mit einsperren lassen würden ... Oder Journalisten (falls man TV-Moderatoren so noch nennen darf) im Mörderliebesrausch ... Beschämend!
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#8 VolumeProProfil
  • 17.08.2012, 13:29hMönchengladbach
  • Wer hat denn hier von Notwehr geredet?
    Das Gericht hat den Täter wegen Totschlags verurteilt, also immer noch wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts. Es konnte nur die bekannten Merkmale für den Tatbestand des Mordes nicht erkennen, daher ist die Tat auch nicht als Mord geahndet worden.
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#9 stromboliProfil
  • 17.08.2012, 15:44hberlin
  • Antwort auf #8 von VolumePro
  • lass uns mal juristisch fabulieren...
    Totschlag ist ein mord ohne niedere beweggründe; wobei niedere beweggründe rachsucht, geldgier und ähnlich verwerfliches sein können.
    Manches gericht wertet homophobie mittlerweile ebenfalls als niederen beweggrund, bis dies urteil aufgehoben wird von höherer instanz...

    Der zitierte bestand des streites um sexuell vorher nicht vereinbartes, lässt die strategie der verteidigung sichtbar werden: affekthandlung mit unkontrolliertem ausgang.. ergo ein minderes tötungsdelikt, als mord! Vorsatz? nein , das mitgebrachte messer diente der gefahrenabwehr.
    Das aufhängen .. nun, vieleicht eine reflexartige ritualhandlung im vorübergehnden affektstau..
    das bleibt dem psychologen überlassen.

    oh man was man als verstorbener so alles über sich ergehen lassen muss bevor man endlich frieden findet.
    "Der Täter war nicht vorbestraft und zeigte im Prozess Reue. So entschuldigte er sich beim Sohn des Getöteten für seine Tat."
    Ich würde zugerne wissen was man dem sohn als entschuldigung so sagt.. bei der verteidigungsstrategie!
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.08.2012, 16:00h
  • Menschenhandel ist moderne Sklaverei und es ist unfaßbar, daß es sowas noch im 21. Jahrtausend gibt! Der Täter hat seine gerechte Strafe erhalten.
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