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  • 17.08.2012           23      Teilen:   |

Streitfall Adoptionsrecht

Der CDU-Minister und die Mär vom gefährdeten Kindeswohl



Als queer.de-Redakteur gewöhnt man sich ja an allerlei gehässige Politiker-Kommentare. Die Vorwürfe gegen Schwule und Lesben in der Frage des Adoptionsrechts sind meist am gemeinsten, weil die Argumentation am albernsten ist. Das neueste Beispiel ist eine Pressemitteilung des niedersächsischen Justizministers Bernd Busemann (CDU). Er lehnt die Gleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnern im Adoptionsrecht mit den üblichen undurchdachten Sprüchen ab:

Bei einem generellen Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare wäre zu befürchten, dass Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren Stigmatisierungen erfahren und Opfer von Mobbing werden.



Auf Deutsch übersetzt: Solange Schwule und Lesben diskriminiert werden, so lange sollen sie keine gleichen Rechte erhalten. Allerdings müsste diese Einschränkung dann auch auf manche heterosexuellen Paare zutreffen, wie beispielsweise auf Ehen zwischen einem Schwarzen und einer Weißen. Auch hier müssen sich Kinder oft Witze anhören - diesmal zwar keine homophoben Kalauer, sondern rassistische, die ihre Entwicklung ebenso stören könnten. Bislang hat man aber von Herrn Busemann noch nicht gehört, dass interrassischen Paaren das Adoptionsrecht entzogen werden sollte.

Die vorhergehende Aussage von Herrn Busemann ist auch sehr ärgerlich:

Bei der Adoption ist eben nicht primär der Wille des Paares, sondern mit deutlichem Vorrang das Kindeswohl zu berücksichtigen.



Hier bedient sich Herr Busemann (wissentlich oder unwissentlich) dem Klischee des schmutzigen alten Schwulen, der es auf kleine Kinder abgesehen hat - oder warum sollten gerade Schwule und Lesben das Kindeswohl schädigen? Der Minister ist eben in den 60er Jahren aufgewachsen, als solche Vorurteile noch gang und gäbe waren. Andere Konservative sprechen ein derartiges Vorurteil offener aus - wie der katholische Bischof Juan Vicente Córdoba, der Schwulen generell vorgeworfen hat, es auf Sex mit Kindern abzusehen (queer.de berichtete).

Außerdem geht es beim Adoptionsrecht ohnehin nicht darum, dass jedes gleichgeschlechtliche Paar auf Wunsch automatisch ein Kind erhält. Es geht um einige Fälle, in denen Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien aufwachsen. Das volle Adoptionsrecht würde hier nicht den schwulen oder lesbischen Eltern helfen, sondern dem Kind: Denn wenn es mit einem der beiden Elternteile nicht verwandt ist, hat es ihnen gegenüber auch keinerlei Rechte - und muss etwa Erbschaftssteuer zahlen, wenn ein Elternteil stirbt. Warum das dem Kindeswohl nützt, bleibt Herr Busemanns Geheimnis.

Übrigens: In Niedersachsen wird nächstes Jahr gewählt... (dk)

Bild: Wiki Commons / Mathias Schindler / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0GFDL

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Tags: adoption, bernd busemann, cdu
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Reaktionen zu "Der CDU-Minister und die Mär vom gefährdeten Kindeswohl"


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
17.08.2012
15:20:33


(+4, 4 Votes)

Von Axel Haase


Das Katholikken- und Evangelikalenmilleu gefährdet regelmäßig das Kindeswohl. Im Grunde ist es recht einfach: Kinderadoptionen sollten ausschließlich dem Kindeswohl dienen.
Sofern sich Wunscheltern als Adoptiveltern bewerben, müssen sachfremde Aspekten unberücksichtigt werden. Ob jemand Arbeiter oder Beamter, katholisch oder atheistisch ist oder eben schwul oder hetero ist, ist sachfremd.

Und wer grundsätzlich behauptet, katholische, heterosexuelle Beamte seien besser geeignet als andere Menschen, der gefährdet letztendlich das Kindeswohl.


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#2
17.08.2012
15:25:17


(+2, 4 Votes)

Von Felix


Das zeigt doch nur wieder mal die Verlogenheit der CDU/CSU:

1.
Kinder wachsen doch wohl besser in einer liebevollen Familie auf als im Heim oder auf der Straße.

2.
Es geht beim Adoptionsrecht doch gerade ums Kindeswohl:
dass Kinder in schwulen und lesbischen Familien aufwachsen ist Fakt. Ob es der Union passt oder nicht. Und alle unabhängigen Studien kommen zum Ergebnis, dass das keinerlei negative Folgen hat.

Beim Adoptionsrecht geht es jetzt darum, diese Kinder rechtlich abzusichern. Es geht also gerade ums Kindeswohl!!

Dass die Union das verdreht um ihre Propaganda auf Kosten der Kinder zu verbreiten und sich dann auch noch als Beschützer der Kinder aufzuspielen, zeigt die heuchlerische Verlogenheit, Scheinheiligkeit und Perversität der CDU/CSU.


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#3
17.08.2012
15:42:55


(+2, 4 Votes)

Von nie CDU


Das personifizierte "Sommerloch" = Bernd Busemann (CDU). Allerdings wohl mehr "Loch", als "Sommer"

Ich gestehe durchaus jeder gesellschaftlichen Gruppierung eine gewisse "Idioten-Quote" zu (übrigens auch uns Schwulen), aber die CDU hat bei der Berücksichtigung "schwer vermittelbarer Arbeitnehmer, mit Vermittlungshandicap", wie unterdurchschnittliche Intelligenz, ihr Soll nun wirklich längst übererfüllt.

Liebe niedersächsische CDU-Landespolitiker, vielleicht solltet Ihr den Mann besser, als Aktenträger oder im Keller-Archiv eurer Landespartei-Zentrale einsetzen, dann wird es für euch nicht so peinlich, wenn der Mann sich äußert.

"Wie verkappt schwul der schon aussieht" - und dass diese Typen von ihrer eigenen Homosexualität regelmäßig damit versuchen abzulenken, dass sie sich besonders schwulenfeindlich gerieren ..., ein alter Hut und leicht zu durchschauen.

Wie gefällt euch denn übrigens dieser Wahlslogan für die kommende Landtagswahl im Land der Schweine- und Hühnerzüchter:

CDU, da weiß man was man hat, unseren Politikern können Sie ansehen, wie hoch ihr Intelligenzquotient ist. Da gibt es hinterher keine Überraschungen. Gekauft, wie gesehen. CDU morgen noch so rückständig wie gestern und heute.


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#4
17.08.2012
16:04:07


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Erneut geht die Homogurke an einen CDU-Politiker und Dummheit stirbt eben niemals aus!


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#5
17.08.2012
16:14:34


(+4, 4 Votes)

Von Simon H


Wenn Kinder schwuler und lesbischer Familien gemobbt werden, dann nur deshalb, weil die Union und andere Homohasser sie als minderwertig darstellen.

Die Union verursacht selbst ein Unrecht und nimmt dieses dann als angebliches Argument weiter zu diskriminieren.


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#6
17.08.2012
16:42:18


(+3, 5 Votes)

Von saltgay
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ach nee, der Herr Busemann gibt mal wieder etwas von sich. Was will man von solch einem Reaktionär aus dem Emsland eigentlich erwarten? Das ist eine Gegend, wo sich die Ehemänner freitags bei der Feuerwehr besinnungslos besaufen, hinterher in den Puff gehen und am Sonntag in der heiligen Messe auf den Knien rumrutschen. Das ist das Hinterletzte, was so die CDU noch als Mitglieder aufzuweisen hat. Der Rest geht ihr schon langsam von der Fahne. Aber der Herr Busemann hat das Kindeswohl im Auge. Na sowas, davon hat man in seiner glücklosen Kultusministerzeit aber nichts gemerkt.

Wie war das denn mit der Unterrichtsversorgung? "Die Unterrichtsversorgung beträgt in Niedersachsen 102,4 %" Was hat er gemacht? Ganz einfach, die erkrankten Lehrer und deren Vertretungslehrer, die Lehrerinnen in Mutterschaft und Elternzeit wurden einfach als vollwertige Unterrichtsversorgung mitgezählt. Ob wohl diese Gruppe keine einzige Unterrichtsstunde erteilte, zählte man sie aus wahlkampftaktischen Gründen einfach mit. Das nenne ich Betrug und wie nennt man den, der einen Betrug ausübt? Na, Herr Busemann? Als Justizminister müssten Sie das ja wissen, sonst fragen Sie einfach mal Ihren persönlichen Referenten.

Der Herr Busemann kann einem mit seinem Anhang aus Hinterwäldern von Papenburg über Vechta bis Duderstadt einfach gestohlen bleiben.
Denen ist das Gehirn durch ihre eigene Gülleausbreitung über das nitratverseuchte Grundwasser abgestorben. Ihnen sollte kein Podium zur Selbstdarstellung mehr geboten werden. Nicht einmal bei "queer.de".


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#7
17.08.2012
16:46:55


(+3, 5 Votes)

Von Thon


Die C Parteien und die Kirche sind wohl echt der Meinung, daß es den Kindern von Priestern, einem unehelichen Kind wie Fall Seehofer, einem Kind in einer zerrütteten Familie, einem Scheidungskind, einem Heimkind besser geht als in einer harmonischen gleichgeschlechtlichen Beziehung?


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#8
18.08.2012
10:22:21


(+3, 3 Votes)

Von Robin


Ganz unglaublich, wie diese schwarze Pest von der Union Kinder instrumentalisiert und missbraucht, um ihre homophobe Ideologie und ihren fanatischen Hass durch zu zwingen.

Dass sie dann aber auch noch so tun, als ginge es ihnen ums Kindeswohl, obwohl sie den Kindern schaden, ist an Verlogenheit und Perversität nicht mehr zu überbieten.

Aber sie wissen halt, dass die Mehrzahl ihrer Wähler so dumm ist, darauf reinzufallen. Und das nutzen sie schamlos aus.


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#9
18.08.2012
10:32:58


(+3, 3 Votes)

Von Yannick


Pfui!

Die CDU/CSU sollte sich was schämen, wie sie als Regierungspartei mit ihren Lügen und Manipulationen die Bürger verarschen.

Aber um sich schämen zu können, braucht man ein Gewissen und Anstand.

Das hatte die Union ja noch nie. Ebenso wenig wie ihre Schoßhündchen von der FDP, die zwar immer viel labern, aber dann doch immer umfallen und der Union brav die Mehrheiten sichern.


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#10
18.08.2012
10:39:04


(+2, 4 Votes)

Von Paul Ciani


Und da wundert man sich?

Justizminister Bernd (Bernhard) Busemann, katholisch (!), Mitglied der extrem-christlichen Partei CDU, Mitglied der Vollversammlung "Zentralkomitee der deutschen Katholiken"

Nachdem am 16. August 2012 eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen veröffentlicht wurde, derzufolge die Wahrscheinlichkeit für Insassen des Jugendstrafvollzugs innerhalb eines Monats vergewaltigt zu werden bei sieben Prozent liegt, meinte Busemann, er könne dieses Ergebnis „gut akzeptieren“ und sagte: „Ein Knast ist eben keine Mädchenpension.“ (u.a. Erstaunlichkeiten in Wikipdia)

Vor „ersten Anzeichen einer Entwicklung der niedersächsischen Grünen in eine kirchenfeindliche Richtung" hat der CDU-Landtagsabgeordnete und Niedersächsische Justizminister Bernd Busemann am Mittwoch (7.12.2011) in Hannover gewarnt.

„Unser Staat gründet auf den Werten der christlich-abendländischen Kultur, die ohne den Anteil der katholischen Kirche seit zweitausend Jahren nicht denkbar sind“, Bernd Busemann 16.09.2011 an Kritiker des Papstbesuches.

usw. usw.


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