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  • 20.08.2012           11      Teilen:   |

Berlin

Lange Haftstrafen für Zuhälter-Mord

Die beiden Angeklagten müssen für mehrere Jahre hinter Gitter - Quelle: Wiki Commons / Shayan Sanyal / CC-BY-2.0
Die beiden Angeklagten müssen für mehrere Jahre hinter Gitter (Bild: Wiki Commons / Shayan Sanyal / CC-BY-2.0)

In Berlin sind zwei schwule Callboys wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von siebeneinhalb bzw. acht Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatten ihren Zuhälter umgebracht, von dem sie misshandelt worden waren.

Der 19-jährige Jokubas S. und der 20-jährige Sergejus A. hatten im Prozess gestanden, in der Nacht zum 1. November 2011 ihren Zuhälter, den 37-jährigen Renaldas D., in dessen Wohnung in Berlin-Tempelhof getötet zu haben (queer.de berichtete). Die aus Litauen stammenden Männer hatten für ihren Landsmann Renaldas als Callboys gearbeitet. Das Landgericht Berlin erklärte, die beiden Angeklagten hätten "eine schwierige, aber nicht ausweglose Situation mit der Tötung eines Menschen gelöst". Die beiden jungen Männer hatten angegeben, dass sie die Tat aus Verzweiflung begangen hätten. Sie sagten aus, dass sie von ihrem Zuhälter täglich sexuell genötigt und drangsaliert worden seien.

Die Richter folgten damit weitgehend der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von achteinhalb Jahren für beide Angeklagten gefordert hatte. Während des Prozesses erklärte die Staatsanwältin, dass der Getötete ein "übler Zeitgenosse" gewesen sei, dies aber seine Ermordung nicht rechtfertige. Die Verteidigung plädierte auf Totschlag und eine mildere Strafe. "Sie wurden sklavenartig gehalten, ausgebeutet und unterdrückt", erklärte Rechtsanwalt Mirko Röder während des Prozesses.

Fortsetzung nach Anzeige


Mit Kissen erstickt

Die Angeklagten hatten den angetrunkenen Zuhälter bei Sexspielen gefesselt und anschließend mit einem Kissen erdrosselt. Anschließend hatten sie Wertsachen ihres Opfers gestohlen und Deutschland sofort verlassen.

Der Fall hatte auch für Aufsehen gesorgt, weil sich NDR-Moderator Frank Breuner ("Mecklenburg-Vorpommern - Land und Leute") in den 19-jährigen Jokubas verliebt hatte und auch vor Gericht ausgesagt hat. Er berichtete von einer erdrückenden Situation beim Zuhälter. Breuner überredete seinen Freund, der nach der Tat nach New York geflohen war, sich in Berlin der Polizei zu stellen. Als Jokubas im Gefängnis saß, hat sich der Journalist mit ihm verlobt. (dk)

Mehr zum Thema:
» dapd: Darf Lover des angeklagten Callboys moderieren? (08.08.12)
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Tags: mord, berlin, frank breuner
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Reaktionen zu "Lange Haftstrafen für Zuhälter-Mord"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
20.08.2012
14:21:33


(0, 2 Votes)

Von picture


Die deutschen Mainstreammedien interessieren sich relativ wenig um diesen Fall und überhaupt um "schwule" Kriminalfälle, ich wette wenn zwei weibliche Nutten einen Zuhälter umgebracht hätten, die Artikel wären länger auf den Hauptseiten, detaliierter und mit Fotoserien mit leichtbekleideten Prostituierten bestückt.


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#2
20.08.2012
14:29:31


(0, 4 Votes)

Von Petrillo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Mmh, die "Herzchen" kosten den Steuerzahler nun in den nächsten Jahren zwischen ca. 275.000,- und 300.000,- Euro bei angenommen 100,- Euro Tagessatz im Bau.

Da der junge Jokubas es schaffte, nach der Tat noch nach NY zu fliehen, frage ich mich, warum er es vorher nicht schaffte, von dem Zuhälter zu fliehen bzw. ihn anzuzeigen?

Schliesslich ist das Einreiseprozedere in die USA nicht gerade leicht zu wuppen...

Schwierige Sache das Ganze, dennoch würde ich eine Ausweisung ins Heimatland in dem Fall für gut halten. Zumal der Zuhälter "Renaldas" wohl auch kein Ur-Berliner war!?

Deutschland macht sich doch auch sehr oft für seine Bürger stark, wenn die im Ausland ein Prozess erwartet - also ab nach Lithauen mit den Männern.

So, nun macht mich rot...


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#3
20.08.2012
16:14:00


(-2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ich wundere mich, daß die beiden Männer (19 und 20 Jahre) nicht nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurden. Dann hätten sie lebenslänglich bekommen. Die Staatsanwaltschaft wird wohl ihre Gründe gehabt haben, weshalb die beiden nach Jugendstrafrecht verurteilt wurden.


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#4
20.08.2012
17:37:48


(+1, 1 Vote)

Von nebenbei


es sind, was man noch erwähnen sollte, zwei schwule jungs und keine heten.
das klischee besagt ja das stricher aus osteuropa häufig heterosexuell sind...was auch des öfteren stimmen mag, in diesem fall aber nicht.

ändert natürlich nichts an der beurteilung der tat


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#5
20.08.2012
17:41:32


(-1, 1 Vote)

Von Stein
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von picture


und vorallen dingen wäre das urteil anders ausgefallen. irgentwie finde ich das schon ungerecht


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#6
20.08.2012
18:51:37


(+1, 1 Vote)

Von Medman


Also wenn man sich die Begründung der Kammer durchliest ist das ein solides Urteil.

1. Wurde berücksichtigt, dass die beiden Täter als (vor ihren Familien teils offen lebende) Homosexuelle in Litauen Schwierigkeiten und kaum Chancen normales jugendliches Leben hatten.

2. Das das Opfer während der Aktion wach wurde und dei Täter dem Opfer zur Beruhigung sagten, es wäre ein Sexspiel das sie hier abziehen würden (hat sich so weiter Fesseln lassen) -> Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt.

3. Als das Opfer (wie eine Mumie verschnürt, völlig wehrlos, hätte die Täter nicht verfolgen können) umgebracht wurde, wurde die Wohnung ausgeräumt - komplett, da hat man wohl auch die Pässe gefunden.

Alles in allem wäre der Tod des Zuhälters für das erlangen der "Freiheit" nicht notwendig gewesen - denn die Pässe scheinen sie so auch gefunden zu haben.

Interessant ist wohl auch, dass die beiden mehrmals freiwillig von Litauen nach Berlin gefahren sind (über einen langjährigen Zeitraum) und das Spiel immer (gerne?) mitgespielt haben.

Alles in allem, meiner Meinung nach, ein objektives Urteil, dass die Gesamtsituation der Täter berücksichtigt hat. Wären die beiden nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt worden, wäre es ohne lebenslänglich gar nicht gegangen...

Zu Guter letzt: was bedeuten denn 8,5 Jahre im Jugendknast? Maximal 4 Jahre und dann raus bei guter Führung - und Strafe muss sein, war ja schließlich kein einfacher Raub...


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#7
20.08.2012
19:51:14


(+1, 1 Vote)

Von GF Pr von Pr


Ich selbst lebe in der litauischen Haupstadt Vilnius, aber glaube nicht, dasss das extrem homophobe Klima hier als irgendwelche Entlastung fur die Tat in Berlin sein konnte - schon mehr das agressive Verhalten vom tyranischen Zuhalter. Bin eben sehr gespalten was diese Geschichte angeht - als schwuler Litauer und als mehrfaches Mobbingopfer: Schule, Studium, manchmal Strasse, wenn ich zuruck nach Hause bin, einige Nachbarn meines Vielwohnungshauses (ubrigens auch jetzt, wenn ich diese Zeilen vor dem Fenster schreibe, hore ich wie Kinder auf dem Haushof sich einander laut 'Schwuchtel' nennen). So viel zu Litauen. Dass Jokubas S. aber am 7. Juli im Gefangnis schwer zusammengeschlagen wurde und ins Krankenhaus musste (habe gelesen auf 'ggg.at'), interessiert selbstverstandlich keine Nachrichtenagentur - nur ob ein sich verliebter Schwuler eine Sendung im Regionalfernsehen moderieren kann. Der Selbstmord von einem von beiden (oder noch besser - von beiden) wurde schon die Schlagzeilen in der Presse machen, mehr aber auch nicht. Nein?


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#8
21.08.2012
01:07:17


(0, 2 Votes)

Von NoMörcy
Antwort zu Kommentar #6 von Medman


"Alles in allem wäre der Tod des Zuhälters für das erlangen der "Freiheit" nicht notwendig gewesen - denn die Pässe scheinen sie so auch gefunden zu haben."

In der Tat hätten sie die Pässe wohl schneller gefunden, wenn sie ihr Opfer nicht erst erstickt hätten ... Für's "Entkommen" war der Mord wohl ganz sicher nicht nötig. Aber so hat's sicher mehr Spaß gemacht und ich glaube gern, dass es da auch Grund für Rachegelüste gab. Aber ich habe auch hin und wieder Mord- und Rachegelüste - vor allem, wenn ich von dämlichen Kirchenfritzen lese. Trotzdem bringe ich niemanden um ...

"Zu Guter letzt: was bedeuten denn 8,5 Jahre im Jugendknast? Maximal 4 Jahre und dann raus bei guter Führung - und Strafe muss sein, war ja schließlich kein einfacher Raub"

Ja, Strafe muss sein - wie herrlich ironisch das rüberkommt ^^ Die Realität sieht leider so aus, dass zwei Typen bereit sind, ohne zwingende Notwendigkeit einen Menschen kaltblütig zu ermorden, um ihren eigenen Vorteil daraus zu ziehen. Und in ein paar Jahren, nachdem wir teuer für diese Strafe bezahlt haben, werden die Lausbuben mittels nicht minder teuren Resozialisierungsmaßnahmen wieder in die Gesellschaft eingegliedert. Von so einer Hege und Pflege können Gewaltopfer nur träumen. Und am Ende leben sie dann friedlich unter uns bis an ihr Ende. Ja klar ... Ich glaube nicht daran, dass sich solche Menschen ändern. Jemand, der einmal kaltblütig ein anderes Leben ausgelöscht hat, wird trotz Strafe und Reuebeteuerung eine Gefahr für andere bleiben. Von daher habe ich kein Verständnis für ein solches Strafmaß. Ganz ehrlich, ich kenne 1-2 Menschen, da würde ich mir glatt überlegen, ob sich das nicht rechnet, wenn ich da mit 8,5 Jahren "bestraft" werde. Und trotzdem - ich bin in keiner ausweglosen Situation und habe die Wahl, in eine andere Richtung zu gehen. Jemand, der das außer Acht lässt und sich für Mord entscheidet, ist kein Mensch. Immerhin hat es diesmal wohl jemanden getroffen, um den es sicherlich nicht schade ist ...


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#9
21.08.2012
19:02:27


(+1, 1 Vote)

Von BeeBob
Aus Kölle (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 26.12.2011


Ich finde man, hätte mehr berügsichtigen sollen das, die Männer Sex mit dem Ermordeten hatten. Das erklärt doch einiges! Da kann man dann, auch mal die Beherrschung verlieren. Ist doch wie Notwehr. Ich habe die beiden jetzt, zwar nicht gesehen weil, die immer ihre Gesichter verstecken aber, ich glaube das, die eigenltich nicht wie Verbrecher aussehen. Man sollte nach vielleicht einem Jahr, noch mal überlegen ob, sie vielleicht in einem Jahr ander beurteilt werden können damit sie, frei kommen können. Schade das, man ihre Gesichter nicht sehen kann.


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#10
21.08.2012
22:52:40


(+1, 1 Vote)

Von DooooF


doof, dass in der stricherszene so viel mord und totschlag abgeht. ich meine, man hat überhaupt gar nicht die möglichkeit frei und unbefangen zu überlegen eventuell auch für ne zeit diesen job zu machen. aus spaß an der lust usw..doof. bleibt immer nur der bürojob ohne blowjob.


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