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Keine gewöhnliche Familie: Der elfjährige Norman kann mit seiner toten Oma sprechen (Bild: UIP)

Die Macher von "Coraline" setzen im neuen Stop-Motion-Film "ParaNorman" wieder erfolgreich auf einen Mix aus Gruselkomödie und Coming-of-Age-Drama. Und es gibt sogar eine homosexuelle Hauptfigur!

Von Peter Fuchs

Der elfjährige Norman sitzt mit seiner Oma vor dem Fernseher. Die beiden ziehen sich gemeinsam einen Zombie-Splatterfilm rein. Ein ungewöhnlicher Zeitvertreib für Großmutter und Enkel? Ja, vor allem, weil die Oma bereits tot ist. Norman besitzt die paranormale Fähigkeit, mit Toten sprechen zu können. Nicht nur seine verstorbene Oma plaudert gern mit ihm. Auf dem Weg zur Schule begrüßen ihn Gespenster - Selbstmörder und Verunfallte - wie einen alten Bekannten. Zur Schule geht Norman jedoch ungern. Er ist anders als die anderen Kinder und wird deshalb auch gnadenlos gemobbt. So mischt sich in das Bild des aufgeweckten Kerlchens mit frech abstehenden Ohren und einer stacheligen Frisur à la Bart Simpson auch eine große Portion Melancholie und Resignation.

Die Rahmenhandlung des Films konzentriert sich auf ein Mädchen, das vor 300 Jahren als Hexe verbrannt wurde. Dabei verfluchte sie die Stadt, ihre Richter und deren Nachkommen. Ihr Fluch soll die Toten der Stadt als Zombies wiederauferstehen lassen, um größtmöglichen Schaden anzurichten. Allein Norman erkennt diese Gefahr und nur er kann wegen seiner kommunikativen Fähigkeiten ins Totenreich die Stadt zu retten. Dabei vor allem die Menschen, die ihn ausgrenzen. Die Zeit drängt, denn hinter ihren braven Fassaden greifen die Bürger bereits zu den Waffen und verwandeln sich in einen hasserfüllten Mob.

Ein kondensierter homoerotischer Traum


Nicht sehr smart, aber sexy: Mitch, das Muskelpaket (Bild: UIP)

Norman hat auch Unterstützer. Die sind bei der Rettungsaktion oft mehr hinderlich als nützlich, befeuern damit aber die großartigen Slapstick-Gags der Handlung. Normans Schwester, eine fulminante Cheerleader-Tussi, muss sich um den kleinen Bruder kümmern. Obermobber Alvin, eigentlich Normans fiesester Drangsalierer, steht unvermutet im Weg herum, wie auch der vollschlanke Schulkollege Neil, der um Normans Freundschaft buhlt. Mit dabei ebenfalls Neils Bruder Mitch, der zwar als Muskelpaket mit enormem Bizeps nicht ganz so smart wirkt, aber mit sexy Sommersprossen, einem energischen Kinn und schmalen Hüften als kondensierter homoerotischer Traum durch diesen Animationsfilm läuft.

"ParaNorman" ist liebevoll bis in die kleinsten Details animiert und weiß mit einem pointierten Drehbuch zu unterhalten. Die Witze überlagern aber nicht die Problematik, der sich der Film annimmt. Mit dem Ausgangspunkt eines gemobbten Jungen mündet die Story in die gesellschaftliche Wertschätzung von Vielfalt. Das ist herzerwärmend, aber die überraschenden Umwege zu diesem Ziel verhindern zum Glück jeden Sozialkitsch. Dass sich am Ende sogar eine Hauptfigur entspannt als homosexuell outen kann, ist gerade jetzt ein schönes Zeichen der Filmemacher. Jetzt, wo in den USA ein Kulturkampf zum Thema Homosexualität tobt, beziehen sie in einem Kinostreifen für Kids cool Stellung.

Youtube | Offizieller Trailer
Infos zum Film

ParaNorman (USA 2012), Regie: Sam Fell und Chris Butler, Drehbuch: Chris Butler, Laufzeit: 92 Min., FSK: freigegeben ab 12 Jahren, Kinostart 23. August 2012


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.08.2012, 22:45h
  • Ein vielversprechender Film und es sieht demnach danach aus, als dürfte für die Figur des "Mitch" der Turner Fabian Hambüchen Modell gestanden haben!
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#2 HoyricaProfil
  • 23.08.2012, 08:24h Düsseldorf

  • Es wäre vielleicht ganz nett gewesen, wenn im Artikel auch gestanden hätte, dass es sich hier nicht nur um einen "Animationsfilm" handelt, der wie üblich computergeneriert ist, sondern tatsächlich um einen unglaublich aufwändigen handgemachten Puppenfilm!
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#3 qiqiAnonym
  • 23.08.2012, 09:29h
  • Antwort auf #2 von Hoyrica
  • animationsfilme werden nicht zwangsweise mit dem computer produziert. zum animationsfilm zählen auch der puppentrickfilm und der klassische zeichentrickfilm. außerdem nutzen mittlerweile auch viele zeichentrick- und puppentrickfilme teilweise computeranimationen.
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#4 ollinaieProfil