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Post an Presserat

Wehren gegen Wagner


Die öffentlichen Protestbriefe gegen den "Bild"-Kolumnisten Franz Josef Wagner sind geschrieben, was lässt sich jetzt noch tun? Auf die Finger klopfen!

"Bild"-Chefredakteur Kai Dieckmann ist zwar bekannt für seine aalglatte Art, mit der er Beschwerden aller Art behandelt. Üblicherweise wird in "Das wird man doch wohl noch sagen dürfen"-Manier argumentiert, warum dieser unzulässige Eingriff in Privatsphären und jener journalistische Griff ins Klo rechtens war, selbst, wenn man ganz offensichtlich im Unrecht ist (siehe die Bildblog-Liste der Rügen gegen "Bild"). Dennoch macht es Sinn, sich gegen die kalkulierte Provokation Wagners (Text siehe Foto) zur Wehr zu setzen.

Das lässt sich mit Hilfe des Deutschen Presserats erledigen, einer Organisation der Verleger- und Journalistenverbände. Das Plenum des Presserats hat die Aufgabe, als freiwilliges Selbstkontrollorgan die deutschen Medien im Blick zu behalten und bei Verstößen gegen die im Pressekodex festgelegten publizistischen Grundsätze warnend den Finger zu heben. Mit "Hinweisen" für leichte Verstöße, "Missbilligungen" für größere Klopper und "Rügen" für schwere Verstöße gibt es zumindest symbolische Sanktionsmittel. Nur Rügen müssen allerdings vom Medium, gegen das die Rüge ausgesprochen wurde, veröffentlicht werden.

Der Publizist Holger Doetsch hat bereits eine E-Mail an den Presserat geschrieben, denn der wird nur aktiv, wenn sich jemand beschwert. Doetsch fordert nun alle auf, es ihm gleich zu tun, und gibt Tipps, auf welche Punkte des Pressekodex man sich berufen sollte: "Meines Erachtens liegt bei 'Post von Wagner' ein klarer Verstoß vor gegen Ziffer 1 (Wahrung der Menschenwürde), Ziffer 12 (Diskriminierung) und vor allem gegen Ziffer 9 vor (Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild, Menschen in ihrer Ehre zu verletzen)."

Im Beschwerdeschreiben an den Presserat gegen "Bild" solle man ausdrücklich verlangen, dass eine Rüge erteilt wird. Dem schließen wir uns an.

Wagner hatte in seiner Kolumne das "Unwohlsein" über den jüngsten Vorstoß der Justizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (FDP) zur rechtlichen Gleichstellung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften in zahlreichen Rechtsvorschriften formuliert (queer.de berichtete), und das biologistisch begründet. Dann erwähnt er die frühere Strafbarkeit von Homosexualität, die nun nicht mehr drohe, betont, dass wir unsere Partner jetzt ja "lieben dürfen", und behauptet fälschlicherweise, dass wir "deutsche Ehepartner" sein können. Je nach Lesart lässt sich das als Aufforderung verstehen, die diskriminierenden Ungleichbehandlungen im deutschen Recht unsererseits zu akzeptieren und dazu endlich mal die Klappe zu halten, oder gar als Drohung auffassen. (cw)



#1 Gleiche RechteAnonym
  • 24.08.2012, 12:32h
  • @Queer.de Redaktion

    Danke für die Einrichtung dieses Blogs.

    Ich werde mich der Beschwerde an den Presserat mit einem eigenen Schreiben anschließen, denn ich bin - wie schon an anderer Stelle geäußert - nicht der Meinung "man könne ja doch nichts ändern", sondern "wer kämpft kann (zwar) verlieren, aber wer (gar nicht erst) kämpft, hat bereits verloren" (frei nach B.Brecht)
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#2 goddamn liberalAnonym
#3 postagebuchProfil
  • 24.08.2012, 15:18hFrankfurt
  • Heute habe ich beim Teilzeitblogger von Onkel Wagners wirren Zeilen erfahren.
    derteilzeitblogger.wordpress.com/2012/08/23/lieber-franz-jos
    ef-wagner/



    Dazu schrieb ich spontan:

    "Kann dieser BILD-Mensch auch klare Gedanken in einem logisch nachvollziehbaren Zusammenhang schreiben?

    Auf mich wirkt diese “Kolumne” immer wie ein Sammelsurium von dahergelaberten Sätzen – ohne jeden Zusammenhang.

    Was hat Karl-Werner Wagner eigentlich genommen, bevor er das schrieb? Ich hätte gerne auch einmal von diesem Zeugs probiert und dann bitte die doppelte Dosis davon."

    Dass jetzt aber gleich der Presserat angerufen wird, finde ich völlig unangebracht: Gleich sind die Schwulen wieder beleidigt und jammern juristisch rum.

    Macht doch eine kreative Aktion draus, zum Beispiel eine Satire auf Wagners Zeilen, eine Fotomontage à la TITANIC-Startcartoon oder etwas anderes einfallreiches.
    Eine juristisch-nüchterne Email an den Presserat ist völlig panne und langweilig - und landet eh im Klosett.

    Dort wo übrigens die Zeilen von Onkel "Zahnlücke" Wagner auch reingehören.
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#4 finkAnonym
  • 24.08.2012, 15:57h
  • welchen durchschnittlichen intelligenzquotienten hat eigentlich die zielgruppe der "post von wagner"? oder lässt der die texte von grundschülern schreiben?

    ich kann nicht glauben, dass jemand für so ein hilfloses gestammel noch geld bekommt ...
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#5 sellewellewuAnonym
  • 24.08.2012, 16:14h
  • Antwort auf #4 von fink
  • die wahlbeteiligungen bei reichstags- und bundestagswahlen....

    "welchen durchschnittlichen intelligenzquotiente n hat eigentlich die zielgruppe der "post von wagner"?"

    1932 84,1 %.

    (Der klare Gewinner der Reichstagswahl war die NSDAP. Diese konnte ihr Ergebnis von 1930 um fast 20 % steigern und damit fast verdoppeln. Gemessen an der absoluten Stimmenzahl legte die Partei sogar um 115 % zu. Dies kam so durch die hohe Wahlbeteiligung nicht so zum Ausdruck.)

    1972 91,1%

    1976 90,7%
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#7 goddamn liberalAnonym
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#9 stromboliProfil
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