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Christine Lieberknecht ist seit Oktober 2009 Ministerpräsidentin und CDU-Landesvorsitzende in Thüringen. Sie regiert in einer Großen Koalition mit der SPD

Mit einem Offenen Brief wenden sich 15 queere Organisationen aus Thüringen an Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), um für eine Gleichstellung in Thüringen sowie für ein Engagement im Bund zu plädieren.

"Damit möchten wir auf die leider noch immer bestehenden Benachteiligungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen Menschen hinweisen", erklärt Matthias Gothe vom "Vielfalt Leben QueerWeg – Verein für Jena & Umgebung e.V.", der den Brief am Freitag in der Staatskanzlei ablieferte. Gerade von Thüringen wünschen sich die unterzeichnenden Organisationen ein stärkeres Engagement, da hier – als eines von nur vier Bundesländern – die Landesverfassung auch ein Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung festschreibt. "Aber uns treibt auch eine moralische Pflicht an", so Gothe weiter. Er verweist auf die besondere historische Verantwortung, wie sie z.B. in der Gedenkstätte Buchenwald dokumentiert wird. Dort wurden, wie auch in anderen Konzentrationslagern, homosexuelle Männer als so genannte Rosa-Winkel-Häftlinge besonders gefährlichen Aufgaben und menschenverachtenden medizinischen Experimenten zugewiesen.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Rudolf Brazda, dem aus Thüringen stammenden letzten bekannten Rosa-Winkel-Häftling Rudolf Brazda, schlagen die Organisationen ein öffentliche Veranstaltung in der Staatskanzlei vor, in der auch Aktivisten in der Gleichstellungsarbeit gewürdigt werden könnte. Der im letzten Jahr verstorbene Brazda wurde im April 2011 vom französischen Staatspräsidenten Sarkozy zum Ritter der Ehrenlegion ernannt – in Deutschland steht eine offizielle Würdigung bis heute aus. (cw)



#1 HinnerkAnonym
  • 26.08.2012, 15:26h
  • Da werden sie bei der Union auf taube Ohren stoßen...

    Nur Politikwechsel kann Fortschritt bringen...
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#2 GF Pr von PrAnonym
  • 26.08.2012, 16:23h
  • Ich war sehr enttauscht wegen der Entscheidung der thuringischen SPD, und ganz besonders - ihres diktatorischen Fuhrers, vor drei Jahren die Grosse Koalition bilden und diese protestantische Theologin Lieberknecht an die Macht bringen, obwohl auch rot-rot-grun moglich war. Lieber also Knecht der CDU als Herr uber die (ubrigens, sehr schwulenfreundliche zumindest im Erfurter Parlament) Linke. Ja, Buchenwald bei Weimar... Auschwitz aber liegt in Polen - und doch bleibt das Land grosstenteils wie antisemitisch als auch homophob. 'Genius loci' ist also manchmal auch kraftlos, jemanden zum Nachdenken uber Toleranz und Menschenrechte zu bringen.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.08.2012, 16:57h
  • Der Brief ist treffend formuliert und CDU und SPD, die als Große Koalition dieses Bundesland regiern, sind gut beraten, daß Dialogangebot anzunehmen! Es genügt nicht, daß in der Landesverfassung ein Diskriminierungsverbot auf Grund der sexuellen Orientierung verankert ist!
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