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Der "Goldene Heinrich" gilt als Deutschlands älteste noch existierende Schwulenbar

Drei Rechtsradikale sind am Dienstag nach dem Überfall auf den "Goldenen Heinrich" vom Amtsgericht Stuttgart verurteilt worden – zwei erhielten Bewährungsstrafen, der 23-jährige Rädelsführer eine zweimonatige Haftstrafe.

Die drei Täter im Alter zwischen 20 und 26 Jahren hatten in dem beliebten Schwulenlokal in alkoholisiertem Zustand zwei Gäste im Alter von 46 und 64 Jahren mit Schlägen und Tränengas verletzt und dabei rechte Parolen gebrüllt (queer.de berichtete). Das Jugendschöffengericht verurteilte sie deshalb wegen schwerer Körperverletzung und wegen des Verwendens von verfassungswidriger Kennzeichen. Der Vorwurf der Volksverhetzung und der Verächtlichmachung musste zurückgenommen werden, da die Staatsanwältin nicht nachweisen konnte, dass die drei Rechtsradikalen bewusst in das Schwulenlokal gegangen sind.

Besserer Diskriminierungsschutz gefordert

Maike Pfuderer, die Sprecherin des Arbeitskreises QueerGrün der Stuttgarter Grünen, zieht aus dem Prozessverlauf den Schluss, dass die Community weiter um die Aufnahme der sexuellen Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes kämpfen muss. "Nur auf diesem Weg erreichen Lesben, Schwulen und Transgender die Sensibilisierung der Justiz", so Pfunderer. Artikel 3 enthält das Antidiskriminierungesgebot und erwähnt dabei die Merkmale Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben, religiöse oder politische Anschauungen sowie Behinderung. Homo-Aktivisten fordern seit Jahren, dass auch "sexuelle Identität" aufgenommen wird. Dies ist das einzige Merkmal, das zwar im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz enthalten ist, nicht aber im Grundgesetz. Bislang scheiterten Initiativen allerdings am Widerstand von CDU/CSU und FDP (queer.de berichtete).

Die Polizei hatte nach dem Überfall in ihrem Bericht verschwiegen, dass es sich bei der "Gaststätte in der Leonhardstraße" um ein Schwulenlokal handelt. Auch dieses Verhalten war von den Grünen kritisiert worden, da "Gewalt gegen jedwede Minderheit auch benannt werden" müsse. Nur so könnte die Bevölkerung für die Thematik sensibilisiert werden.

Der "Goldene Heinrich" gilt als die älteste noch existierende Schwulenkneipe in Deutschland. Gemeinsam mit den nur wenigen Schritte entfernten Kneipen "Finkennest" und "Jakobstube" bildet das rustikal eingerichtete Lokal das schwule Bermudadreieck der Stuttgarter Altstadt. (pm/dk)



#1 WUT Anonym
  • 30.08.2012, 11:51h
  • Dieses Urteil ist doch echt ein Witz.

    Wäre es keine Schwulenkneipe gewesen, sondern was anderes, hätte das Urteil ganz anders ausgesehen.
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#2 TimonAnonym
  • 30.08.2012, 12:02h
  • "Bislang scheiterten Initiativen allerdings am Widerstand von CDU/CSU und FDP"

    Wie immer...

    Und die FDP stellt sich immer noch hin und behauptet, Art. 3 GG bräuchte nicht ergänzt zu werden und lehnt auch das AGG weiter ab.

    Die Union lehnt es absichtlich ab, weil sie uns hassen und die FDP behauptet immer auf unserer Seite zu sein, lehnt es dann aber auch ab. Nur halt mit irgendwelchen hanebüchenen Erklärungen.
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#3 Komma GschwommaAnonym
#4 Petrillo
  • 30.08.2012, 12:12h
  • Wahrscheinlich ging die Richterin von einem "dumme-Jungen-Streich" aus und wollte die "Burschen" nicht so hart anfassen?!

    Die Frage ist, fiel das Urteil so milde aus, weil die Tat in einer Schwulenbar statt fand oder wäre es in jedem Fall so mild ausgefallen?

    Dass der Überfall der Schwulenkneipe von der Polizei nicht explizit genannt wird, wäre theoretisch ja auch als Gleichberechtigung zu sehen, schliesslich soilten die Täter gerecht bestraft werden, ob in einer Schwulen- oder einer Heterokneipe.

    Wenn man stets mit solch milden Urteilen rechnen dürfte, könnte man sich manche "nonverbale Kommunikation" z.B. mit Katholiban und einigen C-Parteilern durchaus mal überlegen.

    Aber da würde sicher gleich mit "heimtückischem Mordversuch" argumentiert und der Täter für Jahre weg gesperrt...
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#5 kommunikationAnonym
  • 30.08.2012, 12:45h
  • Antwort auf #4 von Petrillo
  • In der Nacht zu Freitag wurde ein 17-jähriges Mitglied der sozialistischen Jugendorganisation "Falken" von rechtsextremen Schlägern verletzt. Der Verletzte erstattete Anzeige und soll nach Falken-Angaben an einer Gehirnerschütterung, Prellungen und eingeschränkter Sehfähigkeit ist leiden.

    Der Berliner SPD-Vorsitzende Jan Stöß erklärte: „Das ist jetzt der dritte rechtsextreme Anschlag innerhalb von wenigen Tagen. Wir machen uns sehr große Sorgen um unsere Genossinnen und Genossen.“ Der Neuköllner SPD-Chef Fritz Felgentreu forderte, dass sich die Öffentlichkeit mit den Opfern von Neonazis solidarisiere.

    Erst in der Nacht zu Mittwoch wurden Scheiben der Wohnhauses des Bezirkspolitikers Hans Erxleben (Linke) im nahen Adlershof durch Steinwürfe zerstört. Die Angreifer zündeten außerdem Böller in seinem Briefkasten. Erxleben ist in Treptow seit Jahren in Bündnissen gegen Rechtsextremismus aktiv. Ebenfalls in der Nacht zu Mittwoch wurde erneut das örtliche Büro der SPD-Jugendorganisation Jusos in Oberschöneweide angegriffen – zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage.

    www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/rechtsextremismus-
    erneut-nazi-gegner-in-neukoelln-angegriffen/7052266.html
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.08.2012, 14:17h
  • Dieses Urteil ist viel zu mild und auch ein Freibrief für Nachahmetäter, wozu auch der braune Pöbel in Deutschland gehört!
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#7 anonymusAnonym
  • 30.08.2012, 14:51h
  • zum einen versteh ich nicht warum da ein "Jugendschöffengericht" verhandelt, anstatt, dem Alter entsprechend ein Erwachsenengericht, wenn man es so nennen will. 20 und 26 sind definitiv Erwachsenenalter.
    Zum anderen wünsche ich der Staatsanwältin von Herzen, daß ihr das gleiche widerfährt. Lasst uns vorstellen, sie säße in einer "Frauenkneipe" und zwei solche Schmuks kommen reingestiefelt und "erkennen" das Klientel der Kneipe nicht und pöbeln einfach rum ....
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#8 GF Pr von PrAnonym
  • 30.08.2012, 16:37h
  • Ich glaube, die Tater waren von Herr geiss inspiriert. Sie wollten doch nur die Ehe und Familie von den 'agressiven' Schwulen beschutzen. Und weil Bibel bekanntlich 'Zahn fur Zahn' lehrt, na dann... Im Krieg wie im Krieg eben.
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#9 Simon ACAnonym
  • 30.08.2012, 16:56h
  • Jaja.

    Aber laut FDP gibt es keinen Grund für Anti-Diskriminierungs-Gesetze, weil das alles "der Markt regele"...

    Und die Erde ist eine Scheibe...
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#10 thorium222Profil
  • 31.08.2012, 00:42hMr
  • Laß mich raten. Die Richterin gehört dem rechten Flügel der CDU an und hätte sie am liebsten laufen lassen, weil wir sind ja eh minderwertig und eine der größten Bedrohungen für Deutschland überhaupt.

    Volksverhetzung und Volksverhetzte.

    Das macht echt Angst.

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