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  • 31.08.2012           71      Teilen:   |

Debatte um Gleichstellung

Meisner vergleicht Homo-Paare mit Fahrgemeinschaften

Kardinal Joachim Meisner (hier in einem Gemälde aus dem Jahr 2010) ist seit 1989 Erzbischof von Köln - Quelle: Wiki Commons / Gemos / CC-BY-SA-3.0
Kardinal Joachim Meisner (hier in einem Gemälde aus dem Jahr 2010) ist seit 1989 Erzbischof von Köln (Bild: Wiki Commons / Gemos / CC-BY-SA-3.0)

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner greift Katherina Reiche verbal unter die Arme: In einem Debattenbeitrag für die FAZ argumentiert er, dass der Staat kein Recht habe, Homo-Paare gleich zu behandeln – und dass gleichgeschlechtliche Beziehungen nichts Besonderes seien.

Die heterosexuelle Ehe sei "Keimzelle und Bestandsgarant" der Menschheit, homosexuelle Lebensgemeinschaften dagegen "nur eine Form des sexuellen Zusammenlebens", so der 78-Jährige. Während die heterosexuelle Ehe im Grundgesetz gefördert würde, dürfe der Staat nicht gleichgeschlechtliche Paare fördern, weil er sich sonst in die Angelegenheiten der Bürger einmische: "Denn die Kriterien, nach denen seine Bürger ihr privates Zusammenleben gestalten, gehören rechtlich einzig und allein in deren persönlichen Entscheidungsbereich".

Eine gleichgeschlechtliche Beziehung ist nach Ansicht des konservativen Kirchenführers ohnehin nur eine "von vielen möglichen Beweggründen, eine Lebensgemeinschaft zu bilden". Weil viele wirtschaftliche und politische Überlegungen auch nicht gefördert würden, hätten auch Schwule und Lesben nicht das Recht auf Sonderbehandlung: "Unter Umweltaspekten etwa könnte der Staat dann auch Fahrgemeinschaften rechtlich der Ehe gleichstellen".

Der "generative Aspekt", das Kinderkriegen, sei "einzig mit der Ehe verbunden", so Meisner. Auf Kinder von unverheirateten Eltern und aus Regenbogenfamilien geht er in seinem Beitrag nicht ein.

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Katholische Kirche: Homos sind Terroristen, Diebe und böse

Die Aussagen Meisners fügen sich in die katholischen Aussagen zur Gleichstellungspolitik in aller Welt ein: Bischöfe und Kardinäle versuchen bereits seit Jahren, Homosexuelle mit Vergleichen als Gefahr für Heterosexuelle abzustempeln. So setzte der schottische Bischof Hugh Gilbert Anfang August die Homo-Ehe mit Inzest gleich, Kardinal Keith O'Brien verglich sie sogar mit Sklaverei und der mexikanische Kardinal Norberto Rivera bezeichnete die Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren schlicht als böse. Auch persönlich haben katholische Würdenträger Schwule und Lesben immer wieder angegriffen: So erklärte der lettische Kardinal Janis Pujats, Homosexuelle seien "Diebe der sexuellen Lust", während der amerikanische Erzbischof Francis George Schwule und Lesben mit der Terror-Organisation Ku Klux Klan verglich.

In der Vergangenheit hat Meisner noch rhetorisch weit aggressiver Schwule und Lesben für ihre sexuelle Ausrichtung kritisiert. So sagte er 2003, Homosexuelle seien eine "Bedrohung für die Werteordnung Europas" und ein "Gift" (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: katholische kirche, homo-ehe, kardinal meisner
Schwerpunkte:
 Kirche und Homosexualität
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Reaktionen zu "Meisner vergleicht Homo-Paare mit Fahrgemeinschaften"


 71 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
31.08.2012
11:20:08
Via Handy


(+12, 12 Votes)

Von MarcelJ


Richtig, Herr Meisner! Wir sind nichts Besonderes - sondern ganz normal und fordern deshalb auch: Gleiches Recht für alle!


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#2
31.08.2012
11:23:17


(+9, 9 Votes)

Von fink


"Nun kann man einwenden: die Fortpflanzung lässt sich auch anders organisieren als in der Ehe; die Techniken sind vorhanden."

manchmal ist ja die realitätsferne dieser menschen auf eine rührende art geradezu unterhaltsam.

niedlich ist auch das hier:

"Mitten im selbstverliebten Exhibitionismus unserer Gesellschaft offenbart sich darin überraschend eine subtile Form neuer Leibfeindlichkeit."

selbstverliebter exhibitionismus bei gleichzeitiger leibfeindlichkeit? kommt uns das nicht aus irgendeinem anderen zusammenhang seltsam vertraut vor? kann es wirklich sein, dass dieser mann so wenig weiß, wie er und seinesgleichen in der öffentlichkeit wahrgenommen werden, dass er es wagt, so naiv daherzuprojizieren?


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#3
31.08.2012
11:45:26


(+10, 10 Votes)

Von Marek


Wenn Menschen sich lieben und Verantwortung füreinander übernehmen, ist das also "nichts besonderes"? Und vergleichbar mit Fahrgemeinschaften?

Diese Sichtweise ist weder menschlich noch demokratisch und erst recht nicht christlich...


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#4
31.08.2012
11:52:51


(+7, 7 Votes)

Von Felix


Was sind das für Menschen, die Liebe verachten und Hass predigen?


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#5
31.08.2012
12:03:59


(+9, 9 Votes)

Von Fennek


Liebe ist nichts besonderes?

Ich würde eher sagen:
Priester, die Kinder missbrauchen, sind nichts besonderes.

Vermutlich sollen diese Hasstiraden genau davon ablenken.


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#6
31.08.2012
12:09:55


(+9, 9 Votes)

Von David77


"dürfe sich der Staat nicht gleichgeschlechtliche Paare fördern, weil er sich sonst in die Angelegenheiten der Bürger einmische..."

Ach? Ist das so?
Warum hat der Staat - mit Unterstützung oder gar auf Anordnung der Kirche dann früher in das Privatleben reingeschnüffelt?!? WO war denn der Widerstand der Kirche gegen den §175? Was soll dann diese Einmischung?
Und wieso feuert die kath. Kirche noch immer lesbische Kindergärtnerinnen, wenn diese "Bürger ihr privates Zusammenleben gestalten"?!?!?
Ich dachte, diese "Kritierien" gehören rechtlich einzig und allein in deren persönlichen Entscheidungsbereich"."
Also, was mischt sich die Kirche da ein?!?

"...hätten auch Schwule und Lesben nicht das Recht auf Sonderbehandlung" - ach , aber ein "Recht" auf eine "sonderbehandelte" Kündigungen hat man, oder wie?

Diesen Sturm, über den die Kirche sich aufregt, haben Kirche und Staat selbst gesät!


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#7
31.08.2012
12:16:21


(+9, 9 Votes)

Von keyjahn


Ich denke, er merkt nicht, wie er sich selbst widerspricht...

"Denn die Kriterien, nach denen seine Bürger ihr privates Zusammenleben gestalten, gehören rechtlich einzig und allein in deren persönlichen Entscheidungsbereich"

Genau das ist es ja, das alle fordern!

Wer sein Leben lang mit seinem Partner Zusammensein will und das öffentlich kundtun und offiziell bestätigen will, der sollte das können. Egal ob der Partner jetzt männlich oder weiblich ist. Früher verbat man Ehen zwischen verschiedenen Religionen und Rassen. Man sah ein, das es falsch war, das wir alle Menschen sind.
Ich hoffe inständig, dass eines Tages auch die Letzten erkennen, dass Liebe nur das ist, Liebe. Nicht begrenzt auf Geschlecht, nicht begrenzt auf Alter, nicht begrenzt auf Hautfarbe oder Religion.

Einfach nur das...

Liebe...

[Und Lust können wir eh haben auf wen wir wollen ;) ]


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#8
31.08.2012
12:28:06


(+6, 6 Votes)

Von Sveni-Maus


Ich bin echt überrascht! Positiv!
Ja unglaublich, das es gar nicht die übliche extreme Hetze gibt.

Allerdings hat der werte Herr so einiges durcheinander gebracht, die Ehe dient nicht dem Kindersegen sondern der finanziellen Absicherung. Die Ehe ist ein weltlich Vertrag wie es Luther mal formulierte. (oder war es Max Weber?)

Davon ab werden Fahrgemeinschaften bereits staatlich gefördert. Die Kilometerpauschale erhält jeder, auch wenn man als Fahrgemeinschaft unterwegs ist.
Umweltverbände werden ebenfalls gefördert, steuerabzugsfähige Spenden und dann noch die Steuerfreiheit für die Vereine selbst.

Wenn Menschen für einander Verantwortung übernehmen, sollte dies auch gefördert, zumindest jedoch nicht bestraft werden. Dies geschieht aber derzeit de facto noch.
(Gilt teilweise auch für Heteros)


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#9
31.08.2012
12:43:31


(+9, 9 Votes)

Von Lich King


Zu dem Thema fällt mir ein Witze ein den ich gerne teilen möchte:

Der Herr Pfarrer spaziert am Abend im Garten. Plötzlich ruft ein großer Frosch: "Grüß Gott, Herr Pfarrer!"
"Du kannst sprechen, du Frosch?", fragt der Geistliche.
"Ich bin eigentlich ein elfjähriger Ministrant, nur eine böse Hexe hat mich verzaubert. Wenn Sie mich allerdings eine Nacht mit in Ihr Bett nehmen, werde ich vom Fluch befreit."
Der barmherzige Pfarrer will dem Frosch helfen. Und siehe, am nächsten Morgen liegt tatsächlich ein elfjähriger Ministrant neben dem Herrn Pfarrer!

Herr Richter, Herr Staatsanwalt, damit schließt die Verteidigung.


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#10
31.08.2012
12:44:51


(+4, 6 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von MarcelJ


hier legt mir der herr meiSSner direkt die worte in den mund: Fahrgemeinschaften!
Das sollte leitmotiv für alle sein... man geht auf zeit eine fahrgemeinschaft ein , löst sie bei bedarf auf oder wechselt den anbieter!

Im kern haben diese hetzer den sinn ihres eigenen "anliegens" nie so recht verstanden; meist beim pöpeln kommen dann die tieferen wahrheiten ans licht.
Ich kann mit dem begriff "fahrgemeinschaften" gut leben!
Über 53 prozent der bevökerung fahren nicht mal in einer solchen.. und selbst die während einer fahrgemeinschft entstandenen kopulationsunfälle, gemeinhin kinder genannt, können nun als trittbrettfahrer huckepack durch die staatlich geforderte sonderbehandlung gefördert werden, weil trotz allem gegenteiligen bemühens, der trend weg von ehe in richtung alleinerziehung geht.. !
Jedes fünfte kind wird im einzelhaushalt großgezogen...

Link zu www.zeit.de

"Immer weniger Eltern sind verheiratet
Kinder wachsen immer häufiger bei Alleinerziehenden und unverheirateten Eltern auf – besonders in Ostdeutschland. Hier ist fast die Hälfte der Eltern nicht verheiratet."

Vieleicht auch aus der erkenntnis, dass das treuegelaber "bis in den tod", heute einem keine konsequenz mehr abfordert. Hierfür sprechen dann wieder die scheidungsraten!

Was allerdings sind "kinder von unverheirateten Eltern und aus Regenbogenfamilien"..
Was wollen WIR uns da einreden?!

Wir machen nicht diesen trend der nichtverpartnerung und trotzdem kinder haben wollens! Im gegenteil; wir reden den maßstäben eines meiSSners nach, weil UNSERM bild von vollständikteit zeitgemäß näher stehend.
Wohl auch deshalb die empörung heute hier so groß...

Wir wollen DEREN EHE...
"Schwule seien "egoistisch", weil sie am Anderen ja immer auch "das Ähnliche" begehrten. "... [illner-
Link zu www.queer.de
]

Nun, in einer auf egoismus aufbauenden gesellschaft, auf egoismus verzichten zu wollen, käme einer geistigen selbsttötung gleich...
Wenn man also schon nicht selbst neues einzubringen hat, muss man halt egoistisch das alte als ganzes einfordern..
Wie fatal!
Trotzdem:
Gleichstellung aller fahrgemeinschaften mit ehe und partnerschaft, steuerliche vergünstigung und pendlerpauschale nicht vergessen!


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