Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?17295
  • 02. September 2012, Noch kein Kommentar

Das neue Album von Bonaparte aus Berlin (Bild: Warner Music)

Die Berliner Rockband um den Schweizer Tobias Jundt bietet Trashpop vom Feinsten. Das neue Album ist gerade erschienen.

Im Zeitalter der Immer-und-Überall-Erreichbarkeit zwischen Haustür und Biergarten, zwischen Cloud und Livebühne rückt das diktatorische Kollektiv Bonaparte um seinen an ADHS erkrankten Kaiser Tobias Jundt zurück auf den hiesigen Terminplan.

"There's a schooner in the offing, with her topsails shot with fire, and our hearts have gone aboard her, for the islands of desire", lässt Jundt seinen Computer zu Beginn im Intro "The Ship Is Thinking" die Worte aus der Feder des US-amerikanischen Dichters Richard Hovey rezitieren, um im darauffolgenden ersten Song des Albums gleich den Zustand der Quarantäne auszurufen. "Quarantine" ist Blues-infizierter Elektrorock. Hier lässt sich kaum mehr unterscheiden welches Signal aus einem Synthesizer, welcher Ton aus einer angeschlagene Saite einer schwer verzerrten E-Gitarre stammt: Digitale Gitarren und analoge Synthesizer im Duett.

Youtube | Single "Quarantine"

Urbaner Mix aus Elektro, Hip-Hop und Dubstep


Bonaparte sind unter anderem für ihre extravagante Bühnenshow bekannt (Bild: Warner Music)

Überhaupt gelingt es dem assoziativen Geschichtenerzähler Jundt und seinem Kollektiv auf diesem Album die Bonaparte typische Musik, basierend auf Traditionsgenres wie etwa Blues oder Folk auf der einen und urbaner Stilistik wie Elektro, Hip-Hop oder Dubstep auf der anderen Seite, weiter zu perfektionieren. Konsequent wurde auf diesem Album übrigens MIDI als digitale Schnittstelle für Instrumente vermieden.

Die Maschinen und Instrumente wurden also in Echtzeit aufgenommen. So ist "Sorry We're Open" ein Rave-punkendes Cyperblues-Album geworden, das von dem Schicksal der ewigen Betriebsamkeit, der Online-Getriebenheit in unseren Leben als herumwandelnde Open-Source-Datei ohne Dienstschluss weiß, und dabei trotzdem versucht das Menschliche in der Mensch-Maschine zu betonen.

Tipp: Die Limited Edition der CD ist in einer hübschen Box mit Spielkartenset erschienen. (cw/pm)