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  • 03.09.2012               Teilen:   |

Sebastian Lind und das Musik-Biest

Sebastian Lind entwirft die Hüllen seiner Platten selbst: "I Will Follow"
Sebastian Lind entwirft die Hüllen seiner Platten selbst: "I Will Follow"

Der junge dänische Sänger stellt sein Album "I Will Follow" in eigenen Worten vor.

Von Sebastian Lind

Hallo, ich bin Sebastian Lind aus Dänemark, 23 Jahre alt, 172 Zentimeter klein, oder je nach Sichtweise auch groß. Ich bin Musiker. Ich schreibe und arrangiere meine Songs selbst, produziere sie in Eigenregie und designe mein Merchandising selbst. Ich entwerfe auch die Hüllen meiner Platten, und mache mir viele Gedanken über die Inhalte meiner Videos. Trotzdem bin ich kein Idealist. Ich hänge keinen Philosophien nach, außer meinen eigenen, die sich aus Erfahrenem speisen. Ich würde mich als Realisten bezeichnen, und gerade deswegen möchte ich das, was mir wichtig ist, nicht profan erscheinen lassen – Musik.

Danke dafür, dass du meine Zeilen bis hierhin gelesen hast. Mir ist klar, dass du als Musikinteressierter täglich mit Biografien hoffnungsvoller Jungmusiker beworfen wirst, die dein Interesse an einer neuen CD wecken sollen. Nun, genau das soll dieser Text auch bewirken, um ehrlich zu sein. Aber er will dich nicht mit Superlativen blenden. Es wäre prätentiös von mir zu behaupten, dass meine Musik mehr sein kann als dein Reisebegleiter. Reisebegleiter? Wohin? Das weißt du besser als ich. Damit du meine bisherige Lebensreise zur Musik verstehen kannst, versuche ich zu erklären, wer ich bin.

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Musik ist ein extremes Biest

Sebastian Lind, Jahrgang 1988, veröffentlichte sein erstes Album in 2010 - Quelle: Jens Koch
Sebastian Lind, Jahrgang 1988, veröffentlichte sein erstes Album in 2010 (Bild: Jens Koch)

Meine Zeit verbringe ich zumeist im Aufnahmestudio, was den Verdacht des Eskapismus in die Musik nahelegen könnte. Mir geht es aber tatsächlich verhältnismäßig gut. Auch in der realen Welt. Ich wünschte nur manchmal, ein Elftel einer Fußballmannschaft sein zu können. Musik ist ein extremes Biest. Sie kann verhältnismäßig einsam machen, sie kann aber auch eine unverhältnismäßig große Bindung herstellen. Ich lamentiere nicht. Selbstbestimmung hat ihren Preis.

Ich bin kein Singer/Songwriter im klassischen Sinne. Dafür schiebt mir die Wundertüte Pop allmorgendlich zu viele unterschiedliche Spielweisen durch die Studio-Eingangstür. Songs zu schreiben und sie dann nur mit der Gitarre aufzunehmen, käme mir nicht in den Sinn. Jedenfalls nicht ausschließlich. Die Elektronik bietet Möglichkeiten, Songideen auf interessante Fährten zu locken.

"I Will Follow" wird eine gewisse Melancholie attestiert. Ich verpacke die Welt freilich nicht grau. Manchmal liegt der Spaß unter einer Staubwolke. Manchmal ist er so offensichtlich, dass die Melancholie nach Sichtbarkeit giert. Oft wird die Wahrnehmung des Gemütsgehalts einer Platte von ihrer Produktionsweise gelenkt. Ich arbeite unabhängig, kann meine künstlerischen Visionen verwirklichen, was nicht weniger stressig ist. Aber ich bürde mir den Stress selbst auf. "I Will Follow" ist ruhig und atmosphärisch. Es ist nackt, wenn man so will. Und es ist damit ich, Sebastian Lind.

Songtitel als Trojanische Pferde

Ich finde es gut, dass meine Songtitel manchmal wie Trojanische Pferde wirken. "Choose Love" ist kein Liebeslied, jedenfalls nicht im linearen Sinn. Auch ein scheinbar einfacher Song wie "Woods" will keine transparente Botschaft kundtun. Ich liebe das Nutzen von Symbolen, um mehrere Geschichten in einer Geschichte leben zu lassen. Ich liebe den Kreativprozess. Oft hat er etwas von einer autistischen Selbstbeschäftigung. Mit dem Titelsong "I Will Follow" kondoliere ich, aber ich lasse offen, wem ich kondoliere. Du sollst dir den Song zu Eigen machen. Die Bedeutung des Textes zur neuen Single "Never Let Go" musste ich mir selbst erst erarbeiten. Es ist ein improvisierter Text. Mir gefiel die Atmosphäre der Spontanaufnahme und deswegen behielt ich sie. Gerade weil der Text augenscheinlich keinen Sinn ergibt, ergibt er sogar sehr viel Sinn. Du merkst schon, dass ich zum Denken und Fühlen anregen will. Meine Support-Slots für James Morrison und Mads Langer waren mit Hinblick auf Professionalität inspirierend. Meine vielen Solo-Auftritte machten mich Glauben, dass der Traum von Respektgewinn und Verbindung durch Musik Realität geworden ist.

Ich hoffe, dass dieser Text dich ein bisschen auf meine Musik neugierig gemacht hat. Sollte meine Musik Sie neugierig auf mich machen, treffe ich mich gerne zum Gedankenaustausch mit Ihnen. Sie wissen schon eine ganze Menge über mich. Ich weiß über Sie noch nichts. Aber ich bin interessiert, neugierig, hungrig. Vielleicht bin ich deswegen Musiker geworden.

Youtube | Offizielles Video zum Song "Never Let Go"
Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Homepage von Sebastian Lind
» Sebastian Lind auf Facebook
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Tags: sebastian lind
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