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Britische Polizisten verfolgten bis 1968 Schwule für einvernehmlichen Sex

In Großbritannien können Schwule, die bis in die 1960er Jahre für Homosexualität verurteilt worden sind, auf Antrag ihre Vorstrafe streichen lassen.

Wie der "Guardian" berichtet, können damit alle Verurteilungen für einvernehmlichen Sex zwischen Männern für ungültig erklärt werden. Großbritannien hatte 1967 die Strafbarkeit für Homosexualität in England und Wales aufgehoben (in den Landesteilen Nordirland und Schottland blieb das Gesetz bis in die 1980er Jahre bestehen). Die verurteilten Männer galten aber weiterhin als vorbestraft, was zu beruflichen Nachteilen führen konnte.

Grundlage für die Aufhebung ist der bereits verabschiedete "Protection of Freedoms Act 2012". Ab Oktober können verurteilte schwule Männer ihre Anträge stellen, die dann von Sachbearbeitern überprüft werden. Sollten die Männer nur wegen einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs verurteilt worden sein, muss dem Antrag stattgegeben werden. Es ist allerdings keine Entschädigung für die Verurteilungen vorgesehen.

Deutschland hält an Verurteilungen fest

In Deutschland gelten die Verurteilungen von schwulen Männern dagegen weiter. In der Bundesrepublik wurde der berüchtigte Paragraf 175 erst 1969 entschärft. Seither sind einvernehmliche sexuelle Beziehungen unter erwachsenen Männern nicht mehr strafbar. Die DDR stellte Homosexualität unter Erwachsenen bis 1968 unter Strafe. Während die Urteile der Nazi-Gerichte bereits 2002 von Rot-Grün aufgehoben worden sind, gelten später verurteilte Schwule weiterhin als vorbestraft. Zwar gibt es in den letzten Jahren vermehrt Bestrebungen, auch diese Männer zu rehabilitieren. So setzt sich die rot-schwarze Regierung in Berlin im Bundesrat für Opfer des Paragrafen 175 ein (queer.de berichtete). Allerdings erklärten Bundes-Politiker von Union und FDP bei einer Debatte im Mai 2011, dass die Urteile rechtsstaatlich zustande gekommen seien – wegen der "Rechtssicherheit" dürften sie deshalb nicht aufgehoben werden. Auch die SPD machte damals "verfassungsrechtliche Bedenken" geltend (queer.de berichtete).

In Großbritannien ist das Thema Homo-Verfolgung in den letzten Monaten wegen den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des schwulen Codeknackers Alan Turing in die Schlagzeilen geraten. Turing hatte während des Zweiten Weltkriegs mit seiner Entschlüsselung von deutschen Funksprüchen entscheidend zum Sieg der Alliierten beigetragen. 1952 war er wegen Homosexualität angeklagt und verurteilt worden – zwei Jahre später verübte er Selbstmord. 2009 entschuldigte sich der damalige Premierminister Gordon Brown bereits für die staatliche Verfolgung des Mathematikers (queer.de berichtete). (dk)



#1 GF Pr von PrAnonym
#2 goddamn liberalAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.09.2012, 15:19h
  • Da kommt auf die Ämter viel Arbeit zu, da diesem Aufruf sehr viele folgen werden. Bei dem Thema ist Großbritannien fortschrittlicher als wir.
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#4 carolo
  • 03.09.2012, 15:54h
  • Gerade lustig genug, dass man das auch noch eigens beantragen muss. Aber immerhin. In unserer Bananenrepublik wird sowas lieber ausgesessen.

    Das BVG kann sich schließlich nicht um alles kümmern, und diejenigen, die auf Entschädigung, Wiedergutmachung oder einfach nur Rehabilitierung hoffen, überlässt man in Deutschland seit jeher gern der "natürlichen" Lösung.
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#5 missing linksAnonym
#6 MariusAnonym
  • 03.09.2012, 18:38h
  • "Allerdings erklärten Bundes-Politiker von Union und FDP bei einer Debatte im Mai 2011, dass die Urteile rechtsstaatlich zustande gekommen seien – wegen der "Rechtssicherheit" dürften sie deshalb nicht aufgehoben werden."

    Tja, so ist das bei CDU, CSU und FDP.

    Deren Homohass geht sogar so weit, dass sie Verurteilungen aufgrund eines von den Nazis eingeführten Paragraphen als "rechtsstaatlich" bezeichnen.

    Für Schwarz-Gelb ist also Nazi-Unrecht völlig akzeptabel, wenn es nur um Schwule geht.
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#7 HinnerkAnonym
  • 03.09.2012, 18:45h
  • Schön, dass sogar das konservative Großbritannien jetzt schon weiter ist als Deutschland.

    So lange hierzulande die schwarz-gelbe Pest regiert, wird es hier niemals echte Demokratie mit vollen Grundrechten geben. Sogar Nazi-Urteile werden von denen gerechtfertigt.
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#8 PeerAnonym
  • 03.09.2012, 18:56h
  • Wenn CDU/CSU und FDP nicht bald verschwinden, wird es noch ein schlimmes Ende nehmen.
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#9 narrenschelleAnonym
  • 03.09.2012, 19:00h
  • Antwort auf #6 von Marius
  • frag mal bei rot-grün nach, was sie von jungen menschen halten, die waffe und uniform wegwarfen, um nicht mehr einem terror-regime zu dienen und dabei auch den eigenen arsch zu retten.

    und frag dort auch mal nach, was sie von leuten halten, die anfangs wollüstig und karrieregeil raubüberfälle organisierten und genozide schützen
    und beim fall der aktien versuchten ihren geschäftsführer zu beseitigen.
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#10 mümmelAnonym