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Soziologieprofessor Mark Regnerus

In einer umstrittenen Studie beschuldigt Soziologieprofessor Mark Regnerus Homosexuelle, Kinder an den Abgrund zu treiben – nun stellt sich die University of Texas in Austin hinter den tief gläubigen Akademiker.

Die Universität hat in ihrem Untersuchungsbericht bekannt gegeben, dass Regnerus keine akademischen Regeln gebrochen habe. "Wir haben keine Ansätze eines wissenschaftlichen Fehlverhaltens entdeckt", heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule. Es sei normal, dass ein umstrittenes Thema wie Regenbogenfamilien kontrovers diskutiert werde. Zuvor hatte die Universität nach Beschwerden von Homo-Aktivisten die Computer des Professors durchsucht und überprüft, ob er sich unethisch verhalten habe.

Die im Fachmagazin "Social Science Research" veröffentlichte Studie hatte im Juni für Empörung unter Homo-Aktivisten gesorgt (queer.de berichtete). Regnerus erklärte darin, dass Kinder, die bei schwulen oder lesbischen Eltern aufgewachsen sind, im späteren Leben generell mehr Alkohol trinken würden, eher arbeitslos seien und generell ein schlechteres Leben hätten. Bryan Fischer, der Sprecher der homofeindlichen Lobbygruppe "American Family Association", nannte daraufhin Regenbogenfamilien "eine Form von sexueller Misshandlung".

Regnerus: Forscher im Auftrag des christlichen Glaubens

Der gläubige Katholik Regnerus hat in den letzten Jahren viele Texte verfasst, in denen er für Enthaltsamkeit, traditionelle Geschlechterrollen und eine frühe heterosexuelle Hochzeit wirbt. Homo-Aktivisten warfen Regnerus aber nicht nur vor, in seinen wissenschaftlichen Arbeiten eine eigene Agenda zu verfolgen, sondern auch unsauber gearbeitet zu haben. So habe er in seiner Studie Personen beispielsweise als "aufgewachsen mit mindestens einem homosexuellen Elternteil" klassifiziert, wenn deren Eltern in einen Swingerclub gegangen seien. Außerdem wurde die Untersuchung mit fast 800.000 Dollar vom Witherspoon Institute und der Bradley Foundation finanziert. Die beiden Gruppen setzen sich als eines ihrer Ziele, Homo-Rechte zurückzufahren.

Vor Regnerus' Studie haben praktisch alle groß angelegten Untersuchungen in mehreren Ländern erklärt, dass Schwule und Lesben nicht automatisch schlechtere Eltern sind. So kam eine Studie des Bundesjustizministeriums 2008 zu dem Ergebnis, dass die Vorurteile gegen Homo-Paare in dieser Frage unbegründet seien (queer.de berichtete). (dk)



#1 justusAnonym
  • 04.09.2012, 14:35h
  • ausgerechnet die zypries-studie von 2008 anzuführen, um zu belegen, wie toll regenbogen-familien funktionieren, ist armselig. dies umsomehr, wenn man im bericht die wissenschaftlichkeit von regnerus' studie anzweifelt. die deutschen wären froh, sie hätten auch nur eine studie zum thema, die derart groß und stichhaltig angelegt und wissenschaftlich überprüfbar angelegt wäre.
    eine studie, in der 800 lesbische frauen gefragt werden, ob es ihren kindern gut geht - in 92% war es die leibliche mutter - (und das ist der hauptbestandteil der studie), ist keine seriöse studie, die irgendeine aussagekraft hätte. daher wäre es ratsam, den ball flach zu halten und sich ehrfürchtig zu wundern, wenn nun eben auch die uni texas sich hinter ihren wissenachaftler stellt
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#2 NicoAnonym
#3 BjörnarAnonym
  • 04.09.2012, 14:59h

  • An Regnerus wird weniger seine schwulenfeindliche Grundhaltung kritisiert - die fällt ja unter die Meinungsfreiheit -, als vielmehr, daß er mit gezinkten Karten spielt. Seine Studie vergleicht intakte heterosexuelle Familien nicht etwa mit intakten homosexuellen Familien, sondern mit zerbrochenen Familien, in denen ein Partner mindestens einmal homosexuellen Sex hatte.
    Die meisten der Kinder hatten nur kurze Zeit bei homosexuellen Eltern gelebt, nur zwei von ihnen wurden von einem Lesbenpaar großgezogen. Die Studie trifft also gar keine verlässliche Aussage zur Befähigung homosexueller Paare, Kinder aufzuziehen. Sie unterstreicht die wenig originelle Erkenntnis, daß ein intaktes Elterhaus für Kinder besser ist, als ein zerbrochenes.
    Regnerus verdreht also die Fakten, so daß sie in sein und seiner Geldgeber christofaschistisches Weltbild passen, und das soll nicht unethisch sein?
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#4 anonymusAnonym
  • 04.09.2012, 15:58h
  • Immer wieder bin ich erstaunt, für welche "Studien" Geld ausgegeben wird. Gleichzeitig höre und sehe ich nix anderes mehr als KRISEKRISEKRISE!
    Also, wenn die Geld locker machen können für so was, dann geht es uns allen doch gut!
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#5 CarstenFfm
  • 04.09.2012, 16:01h
  • Antwort auf #3 von Björnar
  • Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.


    D.h., bei solchen Studien kann man doch Wahl der Stichprobe und der Erhebungsmethode immer das Ergebnis erzielen, das man will. Sehr wissenschaftlich ist das nicht.
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#6 vingtans
  • 04.09.2012, 16:04h
  • ich bin student der soziologie und musste schon bei "tief gläubiger Akademiker" lachen.

    ich denke der herr professor sollte mal wieder eine veranstaltung des allerersten semesters wiederholen
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 04.09.2012, 18:22h
  • Antwort auf #1 von justus
  • "in 92% war es die leibliche mutter - (und das ist der hauptbestandteil der studie), ist keine seriöse studie, die irgendeine aussagekraft hätte."

    Werfen hier die Keimzellenideologen den lesbischen Müttern ihre Keimzellen vor?

    In Texas gibt es neben Keimzellen auch Todeszellen , in denen fleißig higerichtet wird. Wären die 'Deutschen' darüber auch froh? Dann müßten sie ihre Verfassung ändern. Die verbietet übrigens auch Homophobie.

    Texas ist anders verfasst.

    Wenn ein reaktionärer Professor mit Drittmitteln von reaktionären Sponsoren an einer reaktionären Uni in einem der reaktionärsten Bundesstaaten der USA (Hohe Gefängnisstrafen für Homosexualität bis 2003) eine Studie verfasst, dann kann man nicht erwarten, dass Regenbogenfamilien in dem ganzen (a-)sozialen Elend auch noch glücklich sind.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 Roman BolligerAnonym
  • 04.09.2012, 20:48h
  • Schon krass, was für bizarre Institute sich "Universität" nennen dürfen. Also Wissenschaft kann in solchen ideologie-Brutstätten nicht gedeihen. Welcher seriöse Akademiker möchte dort schon arbeiten? Eben. Klar, dass da Prediger mit diesem speziellen Taliban-Touch als Professoren angestellt werden.

    Die USA ist in vieler Hinsicht extrem pervers, in gewisser Weise das christlich-westliche Pendant zu den Islamisten. Gar nicht gut für die Welt.
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#10 Gregor SentaAnonym