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"Selbsthass ist keine Therapie": Die Ex-Gay-Bewegung versucht, Schwule und Lesben zu "heilen" (Bild: DanTheWebmaster / flickr / by-sa 2.0)

Ein Arzt aus Sydney wollte vor drei Jahren einen 18-Jährigen von seiner Homosexualität bekehren und verschrieb ihm ein lusthemmendes Medikament – dafür wurde dem Mediziner nun seine Zulassung entzogen.

Der 75-jährige Hausarzt Mark C. hatte dem Jungen vor vier Jahren nach einem zehnminütigen Beratungsgespräch Cyproteron verschrieben. Dieses Medikament hemmt die Testosteron-Produktion und senkt so den Sexualtrieb. Später zeigte der Patient den Hausarzt an.

Die australische Beschwerdebehörde für das Gesundheitswesen hat den Arzt nun Berufsverbot erteilt, berichtete der "Sydney Morning Herald" am Mittwoch. Der Arzt habe nicht nur Medikamente ohne klinische Notwendigkeit verschrieben, sondern seinen Patienten auch nicht gründlich untersucht. Zudem sei es seine Pflicht gewesen, den 18-Jährigen an einen Psychologen weiterzuvermitteln.

Evangelikale Sekte wollte "Problem" lösen

Der Patient hat in seinem Brief an die Behörde beschrieben, dass er nach seinem Coming-out von seiner Kirche zu dem Arztbesuch gedrängt wurde, um sein "Problem" zu lösen. Er war Mitglied der "Exclusive Brethren". Diese evangelikale Sekte ist auch politisch aktiv und setzt sich insbesondere für "Familienwerte" ein. Unter anderem sammelten Anhänger Spenden für den konservativen früheren australischen Premierminister John Howard und den früheren US-Präsidenten George W. Bush.

Die sogenannte Ex-Gay-Bewegung geht davon aus, dass Homosexualität eine heilbare Krankheit ist. Wissenschaftler sind allerdings heute sicher, dass derartige Therapien unwirksam sind und die Patienten in die Depression oder den Selbstmord treiben. Zuletzt hat der amerikanische Professor Robert Spitzer im April diesen Jahres eine Studie aus dem Jahr 2001 zurückgezogen, in der er die Homo-Heilung für möglich gehalten hatte (queer.de berichtete). Insbesondere evangelikale und katholische Aktivisten hatten sich wiederholt auf diese Untersuchung berufen.

Beim diesjährigen Katholikentag in Mannheim hat der Bund Katholischer Ärzte für die Heilung von Homosexuellen geworben (queer.de berichtete). Die Veranstalter distanzierten sich später jedoch von der Ärztevereinigung. (dk)



#1 SchwulerAnonym
  • 05.09.2012, 17:22h
  • Aus eigener Erfahrung beim Arzt muss ich sagen, dass die Ärzte bei schwuler Psychologie Seelenprobleme wenig auskennen. Viel mehr muss schwule und lesbische Liebe gefördert werden. Die Beratung ist so wie von einem Freund. Das Alter usw.des Arztes spielt auch große Rolle. Wenn jemand homo ist, kann nicht geheilt werden, weil sich schon in der Schwangerschaft diese oder solche Neigungen, Eigenschaften entwickeln. Was für den einen schön ist, für den anderen ekelhaft und ungekehrt. Bisexuelles Etwas hat wohl im Geringsten eigentlich jeder/e. Das erste Mal mit einem Mann war für mich ohne Emotionen und irgendwie sonderbar, vielleicht weil er nicht so schön war. Das andere Mal mit dem anderen war später extrem schön wenn nicht sogar märchenhaft. Wenn ich also nicht schwul wäre, würde ich mich komisch fühlen. Vom Körper her
    ist die Rede. Deswegen jeder, der glaubt, Gefühle zu vernichten, wird verlieren. In jetzigen Zeiten muss man die Gefühle nicht verstecken. Sprechen von der Seele und nicht zuhören, was diejenigen sagen, die sich nicht auskennen. Die Kirche macht Fehler. Selber gibt es dort Schwule. Man kann sich nicht gegenseitig
    bekämpfen, um unbedingt Kinder zu zeugen. Das sind aber 2 Welten, die sich nicht verstehen. Jedenfalls die Großstadt unterscheidet sich vom Dorf, wo es viel Toleranz oder Möglichkeiten nicht gibt. Übrigens es gibt den Beruf katholischer Arzt nicht nur Arzt.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.09.2012, 19:00h
  • Eine sehr gute Entsscheidung! Ich hätte diesem Kurpfuscher auch noch die Approbation entzogen!
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#3 ClaasAnonym
  • 06.09.2012, 07:39h
  • Richtig so!

    Es kann doch nicht sein, dass ein "Arzt" wegen ideologischer Verklärung seinen Patienten gefährliche Medikamente verschreibt, die so massiv in das Leben eingreifen.

    Wer seinen Patienten vorsätzlich so massiv schadet statt seinen Beruf zu erfüllen, sollte nie mehr praktizieren dürfen.
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#4 den AuslöschernAnonym
  • 06.09.2012, 12:44h
  • Gut so!

    Die ganz alltägliche Auslöschung von Homosexualität in Form aggressiver Hetero-Sexismen, die insbesondere den Köpfen von Kindern und Jugendlichen immer brutaler eingehämmert werden, ist allerdings wesentlich wirkungsvoller - ohne jede nennenswerte Gegenwehr von schwuler Seite.

    Und seit 2009 gibt es Homosexualität unter Jugendlichen in Deutschland offiziell (BZgA, Jugendsexualität) überhaupt nicht mehr.

    Die herrschende Klasse weiß ziemlich genau, was sie im Interesse der Wenigen tut, und bürgerliche Schwule erweisen sich durchgehend als äußerst nützliche Systemstabilisierer.

    Sexismen in den Massenmedien rauf- und runterbeten, Sexualität immer und überall mit der Objektifizierung von Frauen verknüpfen, herabwürdigenden "Homo-Ehe-Diskussionen" eine breite Plattform bieten anstatt sexuelle Apartheid als solche zu benennen und zu ächten usw. usw.

    img27.imageshack.us/img27/402/bzga2.jpg
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