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Fraktionschef Karl-Josef Laumann lehnt die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben ab, weil dies nicht zu einer "guten Gesellschaft" führe (Bild: dirk@vorderstrasse.de / flickr / by 2.0)

Karl-Josef Laumann, der Fraktionschef der NRW-CDU, beschuldigt Homosexuelle, nichts für eine "gute Gesellschaft" zu tun. Die Lesben und Schwulen in der Union sind sauer.

LSU-Landeschef Manuel Hase und Landesgeschäftsführer Thomas Mehlkopf bezeichneten Laumanns Aussagen als "diskriminierend und verletzend" und haben ihn um ein Gespräch gebeten. "Niemand, der homosexuell ist, hat sich seine Sexualität aussuchen können", erklärten die beiden Aktivisten in dem Brief. "Es entspricht auch nicht christlichem Verhalten, wenn man diese Menschen durch Abqualifizierung und unterschwellige Vorwürfe, nämlich nicht zur Reproduktion der Gesellschaft beizutragen, in eine Ecke drängt, die sie in besonderer Weise als geringwertig darstellt."

Laumann hatte Ende August in der "Rheinischen Post" Worte wie "gesund" und "gut" gewählt, um Heterosexuelle von Homosexuellen abzugrenzen: "Ohne viele gesunde Familien gibt es letzten Endes keine gute Gesellschaft", sagte der 55-Jährige (queer.de berichtete).

Für die LSU ist die gleichgeschlechtliche Ehe dagegen ein Projekt, in dem "zutiefst konservative Werte" gelebt werden könnten. Auch wollten Homosexuelle nicht an das Geld der Hetero-Mehrheit: "Wir sind überzeugt, dass niemand eine Ehe oder Lebenspartnerschaft allein aus steuerlichen Gründen eingeht."

Dialog statt Konfrontation


NRW-LSU-Chef Manuel Hase

Die Lesben und Schwulen in der Union wollen weiter versuchen, die CDU durch Dialog zu einer Gleichstellungspolitik bewegen zu können: "Die Fronten verhärten sich, in der Sache kommt man nicht wirklich voran. Unsere Erfahrung ist, dass wir in den letzten Jahren gerade durch persönliche Gespräche enorme Erfolge erzielt haben", sagte NRW-Chef Manuel Hase gegenüber queer.de. "Es ist oftmals auch schwerer, jemandem ins Gesicht zu sagen, dass man ihn und seine Meinung für völlig abwegig hält." In den Medien würde derzeit ohnehin eher "das Contra" in der Union wahrgenommen: "Es gibt aber berechtigten Grund zur Hoffnung, dass das nicht die Mehrheit in unseren Parteien ist."

Beleidigende Äußerungen von Parteifreunden bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen, lehnt Hase ab: "Ronny [Pohle] hat das getan, weil er das für angemessen hält. Meine Art wäre das nicht", erklärte der Mülheimer Student. Pohle, der Bundesgeschäftsführer der LSU, hatte Ende August die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, nachdem der CSU-Politiker Thomas Goppel über "Qualitätsunterschiede" zwischen Hetero- und homosexuellen philosophiert hatte (queer.de berichtete).

Die NRW-CDU gilt als homofeindlicher als in anderen Bundesländern. So haben die Christdemokraten 2011 im Landtag als einzige Partei gegen die Gleichstellung auf Landesebene gestimmt. Kurz vor den Landtagswahlen im Mai 2012 hatte Hase bereits Laumann als Homo-Gegner identifiziert, der seine Einstellung wahrscheinlich nicht mehr ändere. Damals sagte er im queer.de-Interview: "Gestandene Abgeordnete wie Karl-Josef Laumann haben hier eben eine festgefahrene Meinung, die sich nicht mehr ändert. Nicht alle sind aber so". (dk)



#1 Gleiche RechteAnonym
  • 06.09.2012, 13:34h
  • Junge, Junge Herr NRW-Landtagsabgeordneter Laumann, das was Sie da öffentlich äußern klingt aber schon sehr nach (ich formuliere es mal höflich) "Unwissenheit" +++ "Ignoranz" +++ "wenig Intelligenz" oder?

    Und, ausgerechnet SIE, wollen die Interessen der Bürger/innen dieses Landes (zu denen wir schwulen Männer und lesbischen Frauen selbstverständlich auch gehören) vertreten? Fühlen Sie sich da nicht überfordert, weil unwissend?

    @IG-Metall
    Wie schätzt Ihr eigentlch die "Ausfälle" Eures Mitgliedes Laumann ein?

    @Karl-Josef Laumann
    Haben Sie eigentlich meine E-Mails gelesen und ..., gedenken Sie auch irgendwann darauf zu antworten? Oder wollen Sie es halten, so wie einst bei den Interview-Anfragen der 'taz', die Sie jahrelang ignorierten und unbeantwortet ließen, weil Sie sich den klugen Fragen der taz-Journalisten intellektuell nicht gewachsen fühlten?

    L.G.
    Gleiche Rechte (aka Alexander Nestroy)
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#2 Gleiche RechteAnonym
  • 06.09.2012, 13:38h
  • ach übrigens ... so erreicht man den "Volksvertreter" Karl-Josef Laumann, CDU

    karl-josef.laumann@landtag.nrw.de
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#3 Thorsten1Profil
  • 06.09.2012, 13:41hBerlin
  • Laumann dahin zurück, woher er gekommen ist - ins tiefste Münsterland, Schweine züchten!
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#4 stephan
  • 06.09.2012, 13:55h
  • Als sei es bei den Äußerungen und Handlungen von Unionspolitikern jemals um christliche Werte gegangen! Lachhaft!

    Im doppelten Sinne ist das Quatsch!

    1. Ursprünglich christliche Werte wurden schon durch die gesamte Kirchengeschichte ad absurdum geführt, so dass die Kirchen nicht auf das schauen, was der historische Jesus einmal gesagt und getan haben soll.
    2. Die Union hat sich bestenfalls - wenn überhaupt - daran orientiert, was die Kirchen aus eigentlichen Botschaft gemacht haben.

    Es ist also absurd, die Union an christlichen Verhaltensmaßstäben messen zu wollen. Woran sich die Union jemals orientiert hat, ist das, was aus der 'christlichen Botschaft' auf dem Stammtischniveau geworden ist. Und ich finde, auf diesem Niveau leisten z.B. die Homohasser der Union zur Zeit ganze Arbeit!

    Solche Vorwürfe unchristlichen Verhaltens tangieren die Unionspolitiker überhaupt nicht, da sie mit weiteren Teilen der Kirchen in ihrer Diskriminierung einig sind - und damit sind sie vollauf zufrieden!
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.09.2012, 14:08h
  • Die LSU sollte statt auf Dialog auf Konfrontation setzen, denn anders verdienen es die homophoben Parteikollegen nicht! Ich hätte nämlich das mit der Staatsanwaltschaft durchgezogen!
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#6 Ach LaumannAnonym
  • 06.09.2012, 14:27h
  • Der Laumann hätte dann doch vielleicht ein paar Jährchen länger zur Schule gehen sollen!

    Die LSU setzt schon wieder auf Dialog. Noch ein Jahrhundert Dialog. Es ist noch nicht einmal Dialog, es ist Arschkriecherei.
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#7 EwiggestrigAnonym
  • 06.09.2012, 14:28h
  • Vielleicht sollte mal jemand verbieten, dass Leute die zur Zeit des Paragraph 175§ sozialisiert worden sind und das übernommen haben über Homosexuellen-Belange abstimmen oder mitreden dürfen.

    Man merkt aber, dass die feigen Säue von der CDU jetzt Mut kriegen, die Zähne auseinander zu kriegen.
    Jetzt müssen sie nicht mehr allein stehen, sondern sind in guter Gesellschaft mit ihrer Nazi Rethorik.
    Denn nichts anderes ist das. Menschen werden in "wertig" und "unwertig" (auch wenn es zZ noch "netter" formuliert wird) eingeteilt, gut und gesund und moralisch gegen schlecht, krank und unmoralisch.

    Was damit bezweckt werden soll, weiss ich nicht. Wählerstimmenfischen am rechten Rand vielleicht.
    Oder es soll zum Kulturkampf aufgebauscht werden, je gegensätzlicher die Rethorik ist mit der Homosexuelle und Heterosexuelle eingeteilt werden, desto wahrscheinlicher, dass sich bei (noch mehr) Heterosexuellen eine feindliche Haltung herausbildet.
    Man möge mich paranoid nenne, aber für mich wirkt das wie eine versuchte Wegbereitung zu Ansprache von "Gesellschaftsschädlingen".
    Vielleicht auch bewusste Inszenierung eines Sündenbocks damit das Volk was zum Abreagieren hat, wenn die Wirtschaftskrise schlimmer wird.

    Jedenfalls sind Homosexuelle kein Bestandteil einer "guten" Gesellschaft und "gesund" ist das auch nicht, besonders nicht Regenbogenfamilien, das lese ich aus seinen Äußerungen heraus.
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#8 Oh jeAnonym
#9 TheSumOfUSProfil
  • 06.09.2012, 14:58hStuttgart
  • Wenn ich eine Gebärmutter hätte wäre mein wichtigstes Ziel sie vor Laumann in Sicherheit zu bringen. *schauder*
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#10 WeltAnonym
  • 06.09.2012, 15:05h

  • Die Religion und Sexualität sind doch freie Entscheidung der Menschen, d.h. wenn jemand, der/die homo ist, glaubt, dass der Sex nicht nach seiner Religion ist, muss nicht sexuell aktiv sein. Gute Gesellschaft ist auch nicht in Asien und Afrika, d.h. katolisch oder Islam mit: keine Kondome, viele Kinder ohne Planung, Todesstrafen für Homos usw. Dies hat mit gesundem Verhalten wenig zu tun. Gleich schlimm, wenn eine 60 jährige Frau vom Mann zu hören hätte: Weißt du, ich war und bin immer schwul, habe dich nicht geliebt. Übrigens ob Heteros in der Ehe so glücklich sind, nach vielen Jahren vergeht die anerkannte Mehrheitsliebe. Die BRD
    gibt sich als modernes fortschrittliches Land, das fähig ist, in allen Bereichen in Konkurenz stehen. Jedoch z.B.Skandinavien ist weiter. Man hat nicht festgestellt, dass Liebe schaden kann. Hat schon Hitler oder Ratzinger gesagt, die Liebe schadet nicht. Der erste wollte
    das nicht sagen, der zweite auch nicht. Jetzt will aber CDU / CSU sagen, was gut und was gesund wäre. Eine gute Gesellschaft seit wann ist es so?
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