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  • 06.09.2012           5      Teilen:   |

Neue CD

Die Pet Shop Boys werden müde Herren

Pet Shop Boys: Weltpremiere von "Elysium" am 5. September in Berlin - Quelle: Deutsche Telekom / Monique Wuestenhagen
Pet Shop Boys: Weltpremiere von "Elysium" am 5. September in Berlin (Bild: Deutsche Telekom / Monique Wuestenhagen)

Auf "Elysium", dem elften Studioalbum, denken Neil Tennant (58) und Chris Lowe (52) über sich als Künstlerduo nach, das seit drei Jahrzehnten im Geschäft ist.

Von Carsten Weidemann

Das Beste, was einem als Musiker passieren kann? Wenn du ein "One Hit Wonder" hinbekommst, das zum "Evergreen" wird. Dann kannst du ganz entspannt tun, was immer du willst. Der eine Hit sorgt für dein Auskommen. Aber jahrzehntelang mit Erfolg immer neue Platten verkaufen wollen, neue Hits landen und neue Generationen von Musikkonsumenten für sich begeistern können? Das ist harte Arbeit. Das kriegen nur wenige hin. Madonna gelingt dies durch Dauerinnovationen im Repertoire und das Wegturnen ihres Alters. Andere dagegen betonen auch in neuen Veröffentlichungen, mit welcher musikalischen Inneneinrichtung sie von jeher ausgestattet waren.

Am Mittwochabend stellten Neil Tennant (58) und Chris Lowe (52) im schicken Berliner Avantgarde-Theater Hebbel am Ufer (HAU EINS) ihr elftes Studioalbum "Elysium" einem ausgewählten VIP-Publikum vor. Es war unüberhörbar, dass Elektro-Pop, wenn man ihn dreißig Jahre später weiterhin nach traditionellem Rezept anrührt, echt angestaubt klingen kann.

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Klingt fundamental nach Pet Shop Boys

Zwei "Boys" in den Fünzigern, immer noch erfolgreich, zunehmend melancholisch - Quelle: EMI / Pelle Crepin
Zwei "Boys" in den Fünzigern, immer noch erfolgreich, zunehmend melancholisch (Bild: EMI / Pelle Crepin)

Innovativ war dagegen die Präsentation dieser Weltpremiere, für die sich die Pet Shop Boys Berlin ausgesucht hatten. Die Stadt, in der sie gerne leben und in der auch viele der Songs des Albums entstanden sind. Auf der Unterhaltungsplattform "Electronic Beats" der Deutschen Telekom sowie auf Youtube wurde das Konzert per Livestream übertragen und nach Angaben der Veranstalter von rund 65.000 Menschen mitverfolgt. Wie gewohnt performte Sänger Neil Tennant im klassisch schwarzen Zweireiher, während Chris Lowe mit einem seiner berüchtigt merkwürdigen Kopfbedeckungen am Keyboard stand. Um den Minimalismus zu unterstreichen, gab es bei Bedarf die Backgroundsänger als Einspielung auf Flachbildschirmen im Hochformat zu sehen.

Die gereiften Boys lieferten mit dem Song "Winner" bereits im August eine erste Kostprobe zu "Elysium" und zugleich eine Hymne für die Olympischen Spiele in London. Nun ist "Winner" alles andere als ein mitreißendes Opus, mit dem man ein ganzes Stadion von den Sitzen reißt und zum Tanzen bringt. Es hat eher was meditativ-melancholisches. Eine Musik, die man gut unter Zeitlupenszenen von Sportlern, die gerade über die Zielgerade laufen, legen könnte. Das ganze Album – so lässt sich nach dem ersten Durchhören festhalten – plätschert musikalisch auf diese unaufgeregte wie unverbindliche Weise vor sich hin. Die Synthies und Samples, die Arrangements und die Spannungsbögen der Songs: alles wie immer. Man kann es mögen, weil man es so gewohnt ist. Man darf es aber auch schlicht langweilig finden.

Von der Londoner Vorstadt zum Paradies der Helden

"Elysium" – Der Wohnsitz verblichener griechischer Helden - Quelle:
"Elysium" – Der Wohnsitz verblichener griechischer Helden

Wenn es also kein musikalischer Paukenschlag ist, lässt sich dann wenigstens den Texten was Neues abgewinnen? Auf jeden Fall. Wir erleben hier die Geschichten von zwei Männern in ihrer zweiten Lebenshälfte. Sie blicken auf ihre künstlerische Karriere zurück und werden dabei mal melancholisch, mal selbstironisch. Die "Frankfurter Rundschau" empfand die Lyrics gar als depressiv und nennt als Beispiel den Song "Invisible", in dem sich das Duo in Nichts auflöst. Neil Tennant weist diese Interpretation im Interview zurück: "Ja, da sind wir unsichtbar. Aber ist das nun depressiv oder doch eher gespenstisch?" Es stecke im Song vielmehr die Erkenntnis, dass in der Musikindustrie eine diskriminierende Altersphobie herrsche. Wer genau zuhört, wird im Stück "Requiem In Denim And Leopardskin" Verweise auf den Sänger Adam Ant und Derek Jarmans Kultfilm "Jubilee" von 1978 entdecken. "Your Early Stuff" kann man als augenzwinkernde Zurückweisung der Forderung ihrer Fans verstehen, die immer nur die alten Hits hören wollen. Und ironisch englisches Understatement ist wohl die Botschaft im Song "Hold On" die lautet: Am Ende werden wir alle sterben.

"Elysium", der von den griechischen Göttern geschaffene Ruhesitz für Helden, und sonstigen Götter-Familienanhang nach deren Ableben ist keine Großraumdisko. Voll tanzkompatibel ist keines der Stücke auf dem gleichnamigen Album. Außer, man nähme als Maßstab all die Menschen in den Fünfzigern, die wegen bereits auftretender Hüftprobleme eh nur noch sanft mitwippen können. Für alle anderen – vor allem für die jüngeren Fans – bietet die Sonderausgabe mit der zweiten CD einen Ausweg. Darauf sind sämtliche Songs des neuen Pet Shop Boys-Albums in Instrumentalversionen zu finden. Mit ein bisschen Schnitt-Software auf einem handelsüblichen Rechner ließe sich aus diesem Material schnell ein eigener Dance-Remix zusammenstellen.

Links zum Thema:
» Das Musikvideo zum PSB-Titel "Winner"
» Mehr Infos zur CD-Premiere auf "Electronic Beats"
» "Elysium" - In das Album bei Amazon reinhören
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Tags: pet shop boys, elysium, winner, neil tennant, chris lowe
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Reaktionen zu "Die Pet Shop Boys werden müde Herren"


 5 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
07.09.2012
09:36:09


(0, 0 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Musik ist einfach klasse und beide sind ja auch bei der Abschlußfeier der Olympischen Spiele in London aufgetreten. Die Pet Shop Boys wird es auf jeden Fall noch einige Zeit geben!


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#2
07.09.2012
11:26:10


(+1, 1 Vote)

Von Robert73


Madonnas Dauerinnovationen?? Welche sind denn das? Wiederholt ihre sekundären Geschlechtsorgane überall hinzuhalten ist innovativ? Musikalisch jedem Trend hinterherzulaufen und ständig zu spät anzukommen ist innovativ? MDNA war ja noch nicht mal erfolgreich, eine Woche Platz 1 für die Madonna-Fanatiker und dann tiefer Absturz (so wie sämtliche Alben zuvor).


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#3
07.09.2012
16:33:12


(+1, 1 Vote)

Von Christian Knuth


Das Album wirkt überhaupt nicht "müde" oder "angestaubt", es ist nachdenklich. Dennoch - und das gerade im Gegensatz zu Madonnas Aufputschpille MDNA – ist es qualitativ mindestens auf der Höhe von "Behaviour" und enthält unglaublich gute Popperlen (Memory of the Future, Breathing Place, Leaving oder die spätachtziger Schwulenhymne "Face like that").

Aber auch "Behaviour" wurde ja erst spät als Karrierehöhepunkt der Herren Neil und Chris schätzen gelernt....


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#4
07.09.2012
17:05:52


(+1, 1 Vote)

Von innovate my ass
Antwort zu Kommentar #2 von Robert73


Madonnas Dickdarm.
Übrigens, in dem Artikel geht es um die unglaublich talentierten Pet Shop Boys.
Deren Heart Madonna nicht wollte.


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#5
08.09.2012
22:06:58


(-1, 1 Vote)

Von christian knuth
Antwort zu Kommentar #4 von innovate my ass


Rofl. Danke :)


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