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  • 08.09.2012           14      Teilen:   |

Frank Christian Marx

Ein Schauspieler zum Knutschen

Nina Queer, Udo Lutz und Frank Christian Marx bei der Premiere - Quelle: Ente Kross Film
Nina Queer, Udo Lutz und Frank Christian Marx bei der Premiere (Bild: Ente Kross Film)

Die Kinotour zum Film "Männer zum Knutschen" rollt gerade übers Land. Schauspieler Frank Christian Marx spricht im queer.de-Interview über krosse Enten, Liebesbeweise und tödliche Rezepte.

Von Christian Scheuß

Die Filmproduktion begann mit einer Katastrophe. Zehn Tage nach Drehbeginn wurde klar, dass die sicher geglaubte Finanzierung mehr Wunschdenken denn Realität war. Dann folgte das Wunder. Ein schwuler Mann, der sein Leben lang im Schrank verbrachte, sorgt kurz nach seinem Ableben dafür, dass es weitergehen kann. Und das Finale ist in jeder Hinsicht ein Happy End. Auf vielen Filmfestivals weltweit avancierte "Männer zum Knutschen" zum Publikumsliebling (siehe Rezension). Mit dem Kinostart in der vergangenen Woche setzt sich die Begeisterung der Zuschauer fort, die Säle sind voll. Hauptdarsteller und Produzent Frank Christian Marx verrät Details über eine stürmische Filmproduktion und über die Liebe, dem Thema der Komödie.

Was genau hat eigentlich Dich und deinen Kollegen Udo Lutz geritten, den Film in die eigenen Hände zu nehmen und damit die vakant gewordene Position des Produzenten einzunehmen? Ihr wart ja eigentlich schon als Hauptdarsteller gut ausgelastet…

Dies ist mein vierter Film, bei dem ich mitmache, aber nie zuvor habe ich erlebt, dass sich ein Team vom ersten Tag an derart den Arsch aufreißt für ein Projekt wie hier. Das kenne ich von Hochglanzproduktionen, zum Beispiel fürs ZDF, anders. Das Team weitermachen lassen zu können, das war eine unserer Motivationen. Zum anderen hatten wir das Gefühl, hier etwas zu schaffen, was es aus Deutschland bislang so nicht gegeben hat: Eine einfach schöne Beziehungs-Komödie. Solche Filme kommen sonst aus den USA.

Und dann hast du leichtsinnigerweise auch noch eine Erbschaft über 30.000 Euro hinein investiert…

Zum Zeitpunkt, als die Dreharbeiten abgebrochen werden mussten, starb mein Onkel. Der war zwar schwul, hat das aber nie zugeben wollen und alles getan, um es zu verstecken. Drei Tage vor seinem Tod habe ich ihn im Krankenhaus besucht und erzählt, dass unsere Filmarbeiten zum Stillstand gekommen waren. Kurz danach erfuhr ich durch den Nachlassverwalter, dass er mir sein Geld vermacht hatte. Meine Freunde haben mich natürlich für verrückt erklärt, aber damit konnten wir weitermachen.

Hattet ihr eigentlich während des Drehs häufiger beim China-Imbiss bestellt, oder warum heißt eure flugs für den Film gegründete Produktionsfirma "Ente Kross"?

So in etwa. Wir hatten bereits zwei Wochen lang vergeblich über einen geilen Namen nachgedacht. Dann saßen wir einen Abend im chinesischen Restaurant, die kleine Bedienung kam an den Tisch und empfahl uns mit dem süßen chinesischen Akzent "Ente Kross". Wir schauten uns an und Udo meinte: "Wir heißen jetzt Ente Kross." Der Name ist wirklich gut, den merkt sich jeder.

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Die Hauptdarsteller der bunten Liebeskomödie - Quelle: PRO-FUN MEDAI
Die Hauptdarsteller der bunten Liebeskomödie (Bild: PRO-FUN MEDAI)

Ernst Knuddelmann und Tobias Rückert, das schwule Filmpaar, sind völlig verschieden. Der eine seriös und ein bisschen naiv, der andere extrovertiert, will nicht erwachsen werden. Welche Männerpaare können denn Deiner Meinung nach erfolgreicher miteinander auf Dauer knutschen? Die, die völlig unterschiedlich sind, oder die, die von Wesen und Charakter her ähnlich sind?

Ich denke, beides kann funktionieren. Mein Partner und ich zum Beispiel sind komplett unterschiedlich. Privat bin ich eher der Aufgekratzte, während man sich meinen Freund so vorstellen kann, wie die Rolle, die ich im Film spiele: seriöser, ruhiger. Sind die Partner unterschiedlich, müssen sie lernen, sich aufeinander zuzubewegen und vor allem müssen sie die Eigenheiten des Anderen akzeptieren und sie nicht zu verändern suchen. Darum geht es auch im Film. Ich habe aber in meinem Freundeskreis auch Paare, die sich so ähnlich sind vom Wesen, dass man sie wie eine Einheit wahrnimmt.

Im Film geht auch um die Frage: Wie kann ich mir der Beziehung sicher sein? Warum klappt das nicht so, wie es sich Ernst zunächst vorgestellt hatte?

Ich kenne ein Paar, bei dem sich der eine beklagt hatte: "Mensch, kannst du nicht mal ernsthafter sein, und mal mehr darüber sagen, wie wir die Zukunft planen sollen?" Der Partner reagierte recht verständnislos und meinte: "Wieso? Du siehst doch, was wir alles gerade miteinander tun und haben." So einen Dialog führen auch Ernst und Tobias im Film. Nicht das darüber reden gibt einem aber die Sicherheit. Wichtiger ist das Gefühl, das man dabei hat.

Er kann auch Knurren statt Knutschen: F.C. Marx als Ernst Knuddelmann - Quelle: Ente Kross Film
Er kann auch Knurren statt Knutschen: F.C. Marx als Ernst Knuddelmann (Bild: Ente Kross Film)

Ist denn nicht eigentlich die Gewissheit über die eigenen Gefühle für den Partner noch wichtiger als die Klarheit darüber, was der Freund für einen empfindet?

Ja, das ist das allerwichtigste! Ernst ist sich zunächst auch nicht so ganz sicher, ob er mit Tobias den Richtigen gefunden hat. Die alte Schulfreundin Uta, die nun wirklich eine Bitch ist, und die beiden mit allen Mitteln auseinanderbringen will, sorgt mit ihren Aktionen am Ende aber dafür, dass sich die Beiden aufraffen und zueinander bekennen.

Der äußere Feind schweißt zusammen. Kurz vor dem Finale verschwören sich ja fast alle gegen Uta und wollen sie unter anderem mit einer tödlich scharfen Guacamole, einem Avocado-Dip – nach dem Rezept von Tobias transsexueller Mutter – außer Gefecht setzen. Kannst du mir bitte das Rezept verraten, falls ich mal Beziehungskonkurrenz auszuschalten habe?

Es gibt tatsächlich eine ungefähre Rezeptur dafür, weil wir diese Requisite real so spicy wie möglich angerichtet haben. Alles was scharf und im Supermarkt erhältlich ist, haben wir da reingeschüttet: Tabasco, extrascharfen Senf, eine mir unbekannte Würzmischung mit einem Schlangenkopf auf der Verpackung. Ich habe es probiert und gedacht: Wer das aushält, ist nicht von dieser Welt. Vielleicht sollten wir das Rezept für den Dip auf unserer Website veröffentlichen…

Links zum Thema:
» Homepage zum Film mit allen Terminen
Mehr zum Thema:
» Kino-Premiere: Jede Menge "Männer zum Knutschen" (03.09.2012)
Galerie
Männer zum Knutschen - Premiere, Kino International, Berlin, 1.9. 2012

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Tags: männer zum knutschen, frank christian marx, udo lutz, ades zabel, nina queer, marcel schlutt
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Reaktionen zu "Ein Schauspieler zum Knutschen"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
08.09.2012
13:14:21


(0, 4 Votes)

Von Marek


Toll, wie die sich alle für den Film wahrhaft aufgeopfert haben, um das doch noch zu ermöglichen.

Hoffentlich wird das belohnt und der Film ein riesiger Erfolg.


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#2
08.09.2012
13:55:58


(0, 4 Votes)

Von Fennek


Ich hoffe auch, dass dieser Film ein großer Erfolg wird und der neuen Produktionsfirma die finanziellen Möglichkeiten gibt, noch viele weitere tolle schwul-lesbische Filme zu produzieren.


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#3
08.09.2012
14:26:29


(0, 4 Votes)

Von günni


Ein attraktiver Mann, der Frank Christian!
Ist der nun aber schwul oder nich?


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#4
08.09.2012
14:39:52


(0, 2 Votes)
 
#5
08.09.2012
15:55:57


(0, 4 Votes)

Von chris
Aus Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2008
Antwort zu Kommentar #3 von günni


Ja ist er

Under der Film ist super.

Bild-Link:
men-to-kiss-cd1.jpg


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#6
08.09.2012
16:00:31


(+1, 5 Votes)

Von Lesen hilft
Antwort zu Kommentar #3 von günni


Würde man den Artikel lesen, wüsste man die Antwort...


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#7
08.09.2012
17:24:06


(0, 4 Votes)

Von JanKant


Ein Traummann und der scheint auch noch jemand zu sein, der ganz normal geblieben ist. Ich hoffe dass wir noch viel mehr mit ihm sehen wird. Aber da brauche ich mir wahrscheinlich keine Sorgen zu machen. Move over, Til Schweiger.


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#8
08.09.2012
19:49:11


(-1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Marx ist eine echte Augenweide!


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#9
09.09.2012
12:47:47


(0, 4 Votes)

Von turkish_gay_1990
Aus Pforzheim/Winnenden (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 29.03.2012


naja mein typ ist er wohl nicht so.. den schnurbart könnte er ruhig weglassen :-)


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#10
09.09.2012
16:22:34
Via Handy


(0, 4 Votes)

Von Timsander


Er muss ja auch nicht jedem gefallen. Hab jetzt auch endlich mal den Film gesehen. Selten einen Film gesehen bei dem man so viel Spielfreude und Herzblut merkt. Grosses kleines Kino.


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