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  • 09.09.2012           4      Teilen:   |

Google-Suche: Schwules Wunschdenken mit Streisand-Effekt



Schon mal den eigenen Namen in die Suchmaschine eingeben und dort in Verbindung mit "Escort" oder "Kinderschänder" angezeigt worden?

Wer im Internet sucht, der findet das, was ihm die größte Suchmaschine vorkaut. Google versucht schon beim Tippen der ersten Buchstaben zu erahnen, was man wissen möchte, und klappt eine Liste mit Vorschlägen auf. Das ist nichts Neues, überrascht aber immer wieder Menschen, die nach ihrem Namen googeln und bereits in den Vorschlägen Kombinationen finden, die sie für sich als unvorteilhaft empfinden. Bettina Wulff, Ex-Bundespräsidenten-Gattin, geht derzeit juristisch gegen Google vor, weil ihr Name zusammen mit den Worten "Prostituierte" und "Escort" vorgeschlagen wird. Und das ziemlich weit vorn. Ob es ihr gelingen wird, eine Löschung dieser Vorschlagsverknüpfung zu erreichen, wird die Zukunft zeigen. Ihr Vorstoß vor Gericht hat jedoch zunächst den gegenteiligen Effekt. Da immer mehr darüber berichten, verbessert sich das Google-Ranking ausgerechnet für die Verbindung, die Bettina Wulff getilgt sehen möchte.

Der Versuch, eine Information im Web zu tilgen, kann dazu führen, dass sie sich wesentlich schneller und stärker verbreitet. Dafür gibt es auch einen Namen: "Streisand-Effekt". Die Schwulenikone Barbra Streisand hatte 2003 versucht, eine Luftbildaufnahme aus dem Netz zu bekommen, auf der ihr Haus zu sehen ist. 50 Millionen Dollar verlangte sie von dem Fotografen, der die Küste Kaliforniens entlang geflogen und dabei rund 12.000 Bilder eingesammelt hatte. Die Sängerin unterlag und das völlig belanglose Bild mit ihrem Anwesen verbreitete sich nach dem Schneeballprinzip im Netz.

Suchvorschläge: George Clooney? Schwul. Tom Cruise? Schwul

Googles Suchroutinen ermitteln kontinuierlich, welche Themen gerade besonders aktuell sind und dafür richten sie sich unter anderem nach dem, was die User an Suchbegriffen eingeben. Die Kombination "Bettina Wulff Prostituierte" ist also keine Tatsachenbehauptung, es ist das, wonach viele gesucht haben, weil Massenmedien zuvor entsprechende Gerüchte kolportiert hatten.

Der Grünen-Politiker Volker Beck muss entsprechend aushalten, dass er zusammen mit dem Wort "Kinderschänder" in der Vorschlagsliste auftaucht. Der schwule Lindenstraße-Schauspieler Georg Uecker, der nie Details über seine schwere Erkrankung bekannt gegeben hat, sieht sich mit Gerüchten wie einer HIV-Infektion konfrontiert. Tom Cruise, George Clooney, Papst Benedikt: Natürlich steht bei ihnen das Wort "schwul" ziemlich weit oben. Neugierde und schwules Wunschdenken spiegeln sich ebenfalls in den Ergebnissen. (cw)

Links zum Thema:
» Wikipedia erklärt den Streisand-Effekt
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Tags: barbra streisand, bettina wulff, google
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Reaktionen zu "Google-Suche: Schwules Wunschdenken mit Streisand-Effekt"


 4 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
09.09.2012
21:25:02


(0, 2 Votes)

Von Funtasie
Aus Mainz (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 30.04.2012


Nun ja, wenn es eben wiederspiegelt, was die Leute interessiert kann die liebe Frau Wulff sich eigentlich nicht bei Google beschweren.
Die User bestimmen das Internet, so wird das eben immer sein!!


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#2
10.09.2012
00:13:20


(+1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


"Der Grünen-Politiker Volker Beck muss entsprechend aushalten, dass er zusammen mit dem Wort "Kinderschänder" in der Vorschlagsliste auftaucht."

Das ist doch unglaublich! Das geht echt zu weit! Diese "Autovervollständigenfunktion" hat zwar ihre Daseinsberechtigung, aber hier muß Google dringend nachjustieren!


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#3
10.09.2012
00:22:23


(0, 0 Vote)
 
#4
10.09.2012
01:18:16


(0, 2 Votes)

Von Dreami
Antwort zu Kommentar #1 von Funtasie


"Die User bestimmen das Internet, so wird das eben immer sein!!"

Leider nein.

Der Konzern ( Google) argumentiert, man orientiere sich an "objektiven Faktoren". Doch so einfach ist es nicht: In anderen Fällen hat der Konzern populäre Suchvorschläge gestrichen - wenn Lobbygruppen Druck machten...
Google handelt opportunistisch. Das ist angesichts der publizistischen Macht des Quasi-Monopolisten beunruhigend.

Link zu www.spiegel.de

Wer weiß wieviele Suchanfragen Google z.B. mit dem Thema Gaysex aus Gründen der "Anstößigkeit" schon gelöscht oder weiter nach unter gerankt hat...


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