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  • 10.09.2012           68      Teilen:   |

Thomas Schneider

CDU-Politiker: Homosexualität bis in alle Ewigkeit "sündhaft"

Thomas Schneider sitzt für die CDU im Kreisrat des einwohnerstärksten Landkreises in Ostdeutschland
Thomas Schneider sitzt für die CDU im Kreisrat des einwohnerstärksten Landkreises in Ostdeutschland

Der sächsische CDU-Lokalpolitiker Thomas Schneider aus Breitenbrunn sieht die Bibel als "einzige Autorität" an. Er beklagt, dass Christen diskriminiert werden würden, wenn Homosexualität anerkannt wird.

Das Mitglied der CDU-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises kritisierte auf seiner persönlichen Website eine neue Handreichung der "Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus" (BAGKR), in der die Autoren die Verfolgung von Homosexuellen aus christlichen Motiven verurteilen und eine wörtliche Auslegung der Bibel ablehnen (queer.de berichtete).

Schneider, der auch Initiator der "Konservativen Basisbewegung der sächsischen CDU" sowie Vorsitzender des Kreisverbands "Christdemokraten für das Leben" ist, sieht das Faltblatt als Angriff auf die Religionsfreiheit an: Mit der Handreichung […] werden Christen diskriminiert, für die die Bibel vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung des Johannes das von Gott inspirierte Wort Gottes ist", so Schneider. Es werde verschwiegen, dass "homosexuelle Partnerschaften Gottes Willen widersprechen": "Gottes Wort ist die einzig gültige Norm und Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden und der Vater Jesu Christi, ist die einzige und oberste Autorität. Sein Wort hat von Ewigkeit zu Ewigkeit volle Gültigkeit", erklärte der Lokalpolitiker. Homosexualität sei in Bibelstellen "uneingeschränkt" als "sündhafte Lebensweise" beschrieben.

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Verfolgung von "Christen, die Gott gehorchen"

Die BAGKR hat bisher vor allem Infomaterialien gegen Rechtsextremismus herausgegeben. Jetzt engagiert sie sich aber generell gegen "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", also den Hass auf Menschen, weil sie einer bestimmten gesellschaftlichen oder sozialen Gruppe angehören. Dazu zählt etwa die Herabsetzung von Juden und Muslimen, aber auch Sexismus oder die Abwertung von Obdachlosen oder Langzeitarbeitslosen. Der CDU-Kreisrat Schneider befürchtet nun, dass Christen verfolgt werden könnten, wenn sie die ihre biblisch begründete Sich auf Schwule und Lesben verteidigten: "Christen, die Gott mehr gehorchen als religiös verbrämten Irrlehren, auch nur in die Nähe von Rechtsextremismus zu rücken, belegt ein hohes Maß geistlicher Schizophrenie und bereitet den Weg zur Verfolgung bekennender Christen."

Schwusos: Teile der CDU auf der Seite des Fundamentalismus

Die Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD Sachsen zeigte sich am Montag besorgt über die Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit in der Landes-CDU: "Homophobie scheint in der sächsischen Union noch an der Tagesordnung zu sein und zumindest toleriert zu werden", sagte Schwusos-Landeschef Georg Teichert. "Äußerungen, wie sie Thomas Schneider auf seiner privaten Homepage tätigt, waren mir in dieser Schärfe bisher aber nur von christlichen Fundamentalisten bekannt. Dass sich Teile der sächsischen Union mit diesen radikalen Gruppierungen auf eine Ebene stellen, halte ich für äußerst bedenklich."

Bereits vor wenigen Monaten machte Schneider von sich reden, als er eine Stadträtin verteidigte, die eine Hass-Mail an den grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck wegen dessen Einsatz für Homo-Rechte geschickt hatte. Der CDU-Politiker warf Beck daraufhin "diktatorisches Gedankengut" und "Menschenhass" vor (queer.de berichtete).

Die sächsische CDU gilt als homofeindlichste aller Landesparteien. So beharren die Christdemokraten im Landtag gemeinsam mit ihrem liberalen Koalitionspartner darauf, verpartnerte Homo-Paare im Land nicht gleichzustellen (queer.de berichtete) – alle anderen 15 Bundesländer haben ihre diskriminierenden Gesetze aber inzwischen geändert. Die Landes-CDU lehnte es vergangenes Jahr sogar ab, "Respekt und Akzeptanz" für gleichgeschlechtliche Paaren in ihrem Grundsatzprogramm zu fordern (queer.de berichtete). (dk)

Update: 15:55 Uhr (Reaktion Schwusos)

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Tags: cdu, thomas schneider, bibel, sachsen
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Reaktionen zu "CDU-Politiker: Homosexualität bis in alle Ewigkeit "sündhaft""


 68 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.09.2012
13:06:23


(+12, 14 Votes)

Von Gleiche Rechte


Da scheint ein Nest zu sein , schon wieder so eine "verhuschte Trulla", die sich etwas in die Tasche lügt, bis die Schwarte kracht und dabei von der eigenen - krampfhaft verdrängten - Sexualität abzulenken versucht.

Sie kommen bestimmt in die Hölle, Herr Schneider, so es denn eine gibt , denn Ihre Menschenverachtung ist weder christlich, noch sonstwie akzeptabel.

Pfui Teufel!


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#2
10.09.2012
13:12:16


(+12, 14 Votes)

Von fink


"Der CDU-Kreisrat Schneider befürchtet nun, dass Christen verfolgt werden könnten, wenn sie die biblisch begründete Minderwertigkeit von Schwulen und Lesben verteidigten"

ja, schön wär's!

wenn ein politiker "gottes wort" als "einzige autorität" bezeichnet, dann wäre es zeit, dass sich der verfassungsschutz um ihn kümmert. aber der ist ja nie da, wo man ihn wirklich braucht...


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#3
10.09.2012
13:17:10


(+11, 11 Votes)

Von filousoph


Er muss sich nun einmal entscheiden. Entweder ist er in der Kirche aktiv oder in der Politik. Ich weiß nicht ob es ihm bisher verborgen geblieben ist, aber ein "Gott sei Dank" an Herrn Bißmarck, ist Deutschland nun einmal säkularisiert. Er kann also als Privatmensch gerne das Haupt seiner Frau bedecken, vor Ostern fasten oder sich einen Streit "Aug´um Aug´und Zahn um Zahn liefern, aber als Politiker bitte schön demokratisch bleiben. Die Bibel wörtlich nehmen....na klar, wer es glaubt wird...na ? Genau, auch nicht seeliger.


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#4
10.09.2012
13:19:00


(+11, 13 Votes)

Von Roman Bolliger


Die dogmatische Argumentationsweise dieses Mannes widerspricht jeder Logik und macht aus Opfern Täter und aus den Tätern Opfer. Mit solchen Umkehr-Argumentationen werden auch Vergewaltiger zu unschuldigen Opfern ihrer verführenden Opfer gemacht.
Dieser Mann ist einer dieser radikalen Gedankenterroristen wie sie in ultrareligiösen Kreisen jeglicher Richtung und in der rechtsradikalen Szene anzutreffen sind.


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#5
10.09.2012
13:41:49
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Katholiker


Wie kann Homosexualität sündhaft sein, wenn es Schwule oder Lesben schon in der Schwangerschaft gibt. So ist die Gehirnentwicklung. Für mich ist die weibliche F..ekelhaft. Wie kann man dann Kinder machen?
Leider ist das Leben kein Paradies, dass man jeden nach den Gesetzen und vor allem nach Religionen glücklich machen kann. Feindlichkeit
ist keine Macht. Jeder hat eigenes Interesse. Was versteht A muss nicht B verstehen, weil B andere Bedürfnisse als A hat. Wenn nicht Bedürfnisse dann heißen sie Wünsche und Träume. Nur CDU / CSU sind nicht sündhaft, sie sind wahre Kinder Politiker Gottes.


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#6
10.09.2012
14:02:48


(+10, 10 Votes)

Von gatopardo
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Tea-Party auf sächsisch. Wie folkloristisch und hoffentlich bedeutungslos !


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#7
10.09.2012
14:08:44


(+7, 9 Votes)

Von David77


Ach, der schon wieder...
Er lebt nach den Gesetzen von Moses an?
Der schreit ja geradezu den Brief an Dr. Laura empfangen zu wollen...
In der Bibel steht nichts gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, nein, es findet sich sogar die Aussage das Davids Liebe von/zu Jonathan mehr wert sei als die zu Frauen.

Was fällt mir zu Sachsen ein? Die können gerne austreten, die Mauer wieder hochzuziehen, und am besten noch Bayern mit dazunehmen und dann eine Theokratie einführen.
Dann aber bitte alle Gesetze befolgen und bei Nichtbeachtung die Todesstrafe anwenden.
Mal sehen wie schnell die Regierung sich selbst abgeschafft haben wird.
"Wer von euch ohne Sünde sei, werfe den ersten Stein" - danach scheint man wohl nicht zu leben.


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#8
10.09.2012
14:10:26


(+7, 9 Votes)

Von userer
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1. Shitstorm?
Link:
de-de.facebook.com/thomas.schneider.5


2. Auf seiner Homepage
Link:
www.schneider-breitenbrunn.de

ist das Impressum im Menüpunkt "Kontakt" versteckt. Haben wir hier im queer.de-Forum keinen Anwalt , der das mal abmahnen möchte? (geht doch, oder?)


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#9
10.09.2012
14:14:17


(+8, 8 Votes)

Von Hemez
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Wenn das keine Christenverfolgung ist! Jetzt werden Christen diskriminiert, weil man ihnen ihr selbst gegebenes Recht streitig macht Homosexuelle zu diskriminieren. Wo soll das noch hinführen? Das ist der Untergang des christlichen Abendlandes. Wo ist AI wenn man sie mal braucht?


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#10
10.09.2012
14:26:26


(+2, 4 Votes)

Von schenkung


Um an die Macht zu kommen, beseitigte er davor
elf Familienmitglieder.

Dann wurde er Jesus-User.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Erstes_Konzil_von_Nic%C3%A4a


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