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  • 11.09.2012           38      Teilen:   |

Anonymes Interview

Bundesligaspieler spricht über sein Schwulsein

Fanaktion gegen Homophobie in Mainz in diesem Jahr. Vor den Fans habe er am meisten Angst, berichtet der anonyme schwule Bundesligaprofi. - Quelle: Markus Delnef
Fanaktion gegen Homophobie in Mainz in diesem Jahr. Vor den Fans habe er am meisten Angst, berichtet der anonyme schwule Bundesligaprofi. (Bild: Markus Delnef)

Im "Fluter", dem Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung, hat sich am Dienstag erstmals ein Bundesligaprofi über seine Homosexualität geäußert. Der Name des Fußballers blieb dabei geheim.

Geführt hat das Interview der 25-jährige freie Journalist Adrian Bechtold. Es habe lange gedauert, bis der Spieler dazu bereit gewesen sei, berichtet Bechtold gegenüber queer.de. Das Gespräch sei "anfänglich sehr angespannt" gewesen, nicht zuletzt aufgrund seines eigenen Schwulseins habe sich der Spieler dann aber ihm gegenüber geöffnet.

"Es ist wichtig, den ersten Schritt zu tun", sagte der Spieler zu seinen Beweggründen für das Interview. "Ich probiere mich gerade dabei selbst aus. Außerdem kannst du meine Situation nachvollziehen und da spricht es sich einfacher. Andere wagen trotz der Anonymität nicht den Schritt. Vielleicht fühlen sich meine Kollegen nicht aufgefordert. Ich würde es mir wünschen."

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Angst vor den Fans

Er selbst wisse von weiteren Spielern in der Liga, so der Fußballer in dem Interview, man treffe sich aber nicht. "Das ist eine schwierige Parallelexistenz, die sich auch in der Mannschaft fortsetzt. Gesprochen wird kaum darüber, aber trotzdem weiß jeder Bescheid."

Es gebe keine Spieler, die mit der Homosexualität Probleme hätten – einige seien sogar recht neugierig. Trotzdem gebe es Dinge, die man sich als schwuler Fußballer nicht traut: Einen Partner "gibt es bei mir nicht und bei anderen mir bekannten Spielern auch nicht", so der Profi. Er habe mal eine Beziehung gehabt, aber "ein monatelanges Versteckspiel [sei] pures Gift für eine Partnerschaft".

Die Sache zehre sehr an ihm: "Ich weiß nicht, ob ich den ständigen Druck zwischen dem heterosexuellen Vorzeigespieler und der möglichen Entdeckung noch bis zum Ende meiner Karriere aushalten kann." Er hat Angst vor den Reaktionen der Fans auf ein Coming-out: "Ich wäre nicht mehr sicher, wenn meine Sexualität an die Öffentlichkeit käme." Daher trete er, wie andere schwule Spieler, in der Öffentlichkeit mit Frauen auf. "Das machen auch alle so. Nur bezahlen musste ich nie – schließlich habe ich als richtiger Schwuler auch beste Freundinnen."

Interview mit Ausblick

Das Interview hat zu einer großen Verbreitung bei Facebook und einem beginnenden Medienecho geführt – auch die "Bild"-Zeitung hat sich schon bei Bechtold gemeldet, berichtet der junge Journalist, wollte aber immerhin nicht den Namen des Profis wissen.

Wie er auf das Medienecho reagierte, ist noch unbekannt. Das Interview war mit Bechtold abgesprochen, es gab keine größeren Änderungen. Und einen Ausblick: "Wir können in einem Jahr wieder sprechen und dann kann ich vielleicht meinen Namen unter das Gesagte setzen", so der Fußballer in dem Interview. (nb)

Links zum Thema:
» Das gesamte Interview
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Tags: fußball, fluter
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 Fußball
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Reaktionen zu "Bundesligaspieler spricht über sein Schwulsein"


 38 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
11.09.2012
17:24:22


(+2, 10 Votes)

Von Tomm


Ich finde das immer so eine "zweiseitige" Sache !! Iss das Interview echt ... oder fake !? Vielleicht hat Herr Bechtold die Fragen selber beantwortet um sich ins Gespräch zu bringen !? Immerhin kann ja auch NIEMAND dagegen angehen, wenn das Interview "anonym" geführt war ...


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#2
11.09.2012
17:25:16


(+6, 8 Votes)

Von CarstenFfm
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Immerhin ein erster Schritt, dass sich mal ein Bundesligaspieler immerhin anonym traut.


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#3
11.09.2012
17:44:03


(+7, 17 Votes)

Von Sozialkompetenz


Aus den Zitaten (Interview) spricht so viel

"ICH - ICH - ICH armer, mich versteckender Fußball-Profi mit extrem üppigem Einkommen"

und so wenig

"Die vielen armen, weniger privilegierten Jungs da draußen, die aggressiv mit Heterosexismen zugemüllt, bei jeder "Abweichung" von der Norm gemobbt werden und dringend Identifikationsfiguren jenseits der unterdrückerischen Stereotype brauchen."

Kollektives Outing jetzt!

Den Profiteuren des Milliardenspektakels mit ihrem dreckigen Spiel des (Hetero-) Sexismus und der Unterdrückung von Homosexualität kräftig in die Suppe spucken!


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#4
11.09.2012
17:55:09


(+7, 9 Votes)

Von Suroh
Antwort zu Kommentar #1 von Tomm


Die Frage habe ich auch gestellt und jemand, der auch Abonnent dieses Magazin ist, hat mir das mit einem "Ja" beantwortet, da das Magazin sehr seriös ist und normalerweise nicht mit "Fakes" um sich wirft. Er kann es zwar nicht zweifelsfrei bestätigen, aber er geht stark davon aus, dass das Interview tatsächlich authentisch ist.


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#5
11.09.2012
17:59:30


(+5, 15 Votes)

Von Gleiche Rechte


Da Homosexualität weder *unnatürlich ist, noch auf wenige Berufe konzentriert, wird es Menschen, die ein Doppelleben führen und ihr soziales Umfeld ängstlich belügen überall geben.

Ich hielt schon immer die Klischees von den "künstlerisch und musisch ach so begabten Schwulen" für den Versuch (sich) eine gesellschaftliche Nische, so eine Art "Reservat" zu schaffen, in dem man geduldet wird.

Und jetzt Leute, befinden wir uns im 21. Jahrhundert! Zwar sind noch längst nicht alle Länder dort wirklich angekommen, manche entwickeln sich auch zurück, aber zumindest "der Westen" sollte diesen ganzen Krampf und das lebenslange Versteckspiel von schwulen Männern (und teilweise auch von lesbischen Frauen) endlich beenden.

Take It Like A Man!
Du bist ein Mann und du bist schwul.
Prima, ich mag selbstbewusste Männer!!!

Homosexualität ist weder *unnatürlich noch etwas wofür man sich schämen müsste.

Dass es in allen Berufen (entgegen der dümmlichen Vorurteile) in etwa den gleichen Anteil schwule Männer gibt, wage ich hiermit zu behaupten und deshalb natürlich auch im Profi-Fussball.

Den viel weniger ängstlichen Umgang mit der eigenen Homosexualität eines ungen Profifussballers und seines Vaters, der zu ihm hält, hat einst, neben der 'taz' auch Queer.de dokumentiert (dass dessen Coming-Out nicht in Deutschland stattfand, sondern in Skandinavien spricht jedenfalls wohl eher nicht für Deutschland):

Link zu www.taz.de

----------

*Ist Homosexualität "unnatürlich"?

Fakten statt Vorurteile

Homosexualität ist schon seit Anbeginn der Arten eine selbstverständliche sexuelle Variante

Das manchmal gehörte ‚Argument’ Homosexualität sei „nicht natürlich“ wurde längst widerlegt.

Zitate:
„(…) Die Wissenschaft hat heute Erkenntnisse, die nachweisbar belegen, dass Homosexualität keineswegs der natürlichen Ordnung widerspricht …

(…) Homosexualität hat es schon seit Urzeiten und längst vor der Entstehung des Menschen gegeben hat. Außerdem wurden bereits im 18. Jahrhundert eindeutige Ergebnisse aufgezeichnet, aber aus Furcht vor der öffentlichen Meinung und der Kirche sind Publikationen unterlassen worden. Diese Unterlagen sind teilweise in Archiven noch vorhanden …

(…) Homosexualität ist durch die Evolution nicht ausgemerzt worden, was auf ihre tiefe Verwurzelung wie auf bestimmte, offenbar wichtige Funktionen innerhalb von Natur, Evolution, sozialem Gefüge und psychischer Ausgeglichenheit einzelner Individuen, ganzer Familien und Sippen oder Gruppen hindeutet und so auch dokumentiert werden konnte …

(…) Homosexualität ist im Übrigen wohl genauso wenig veränderbar wie die Blutgruppe …“

Dem Märchen von der "Unnatürlichkeit" der Homosexualität widerspricht auch deren enorm weite Verbreitung im Tierreich:

Zitate:

"(...) Homosexualität ist im Tierreich weit verbreitet und zudem ein Erfolgsmodell der Evolution ...

(…) Mehr als 1500 Tierarten haben kein Problem mit der bei ihnen weit verbreiteten Homosexualität - von Pinguinen über Elefanten bis zu Tintenfischen …

(…) 1999 erschien das inzwischen (im englischen Sprachraum) zum Standardwerk gewordene umfangreiche Werk von Bruce Bagemihl: «Biological Exuber-ance, Animal Homosexuality and Natural Diversity», welches auf Grund von zahllosen Ergebnissen der Feldforschung aufzeigt, dass der Sexualtrieb mit seinem Erzeugen von Lust und Entspannung in der Natur hauptsächlich dem Herstellen und Festigen von Sozialkontakten und dem natürlichen Abbau von Stress dient und nur eher zufällig auch die Fortpflanzung garantiert …

(…) Sex ist ein wichtiger Teil des Lebens vieler Spezies. Er fördert Bindungen und löst Konflikte, ganz zu schweigen davon, dass er Spaß macht …

(…) Homosexualität spielt dabei nicht nur für die meisten Säugetiere eine weit verbreitete Rolle, sie wird auch bei Vögeln, Reptilien, Fischen und sogar Insekten und anderen Wirbellosen häufig praktiziert. Je nach Art und Gattung sind dabei jahre- bis lebenslange gleichgeschlechtliche Partnerschaften mindestens so häufig wie bei Menschen ….

(…) Homosexualität muss ihren Sinn haben. Männliche Vogelpaare beispielsweise stehlen Eier aus den Nestern heterosexueller Paare, bauen größere Nester und schützen ihre Jungen besser vor Feinden, weil sie stärker sind …

(…) Weibliche Paare dagegen legen nach der Befruchtung durch ein Männchen, das sie danach vertreiben, doppelt so viele Eier, brüten sie aus und übernehmen die Pflege hingebungsvoll …

(…) Homosexuelle Paare sind ebenso gute und zudem bei gewissen Tierarten sogar erfolgreichere Eltern als heterosexuelle Paare …

(…) Homosex ist bei Tieren an der Tagesordnung – und zwar nicht im „kulturdekadenten“ Zookäfig, sondern in Gottes freier Wildbahn …

(…) Bei Delphinen sind Beziehungen zwischen Weibchen und Männchen flüchtig, während homosexuelle Verbindungen Jahre halten. Bei Giraffen ist das Beobachtungen zufolge so: Von 100 Geschlechtsakten werden 94 unter gleichgeschlechtlichen Partnern ausgeführt. Jeder fünfte Pinguin ist homosexuell und jeder zweite Rosenkakadu …

(…) Am meisten verbreitet ist die Homosexualität bei Herdentieren, die das soziale Netzwerk nicht nur dadurch stärken, indem sie das Fressen teilen und sich um die Jungen kümmern. Manche Tiere lösen Konflikte oder Führungsfragen mit gleichgeschlechtlichem Sex - nach der Devise: ,,Make sex, not war''.

(…) Die Löwen zum Beispiel. Löwen-Männchen haben Sex mit dem Konkurrenten, um Loyalitäten zu sichern und einvernehmlich das Rudel zu führen …

(…) Im Gegensatz zum sozialen Zusammenleben von Menschen ist bei Tieren übrigens kein Fall von Ausgrenzung oder Diskriminierung homosexueller Artgenossen dokumentiert …“

Quellen:

Link zu www.sueddeutsche.de

Link zu www.network.ch

Link zu www.n-tv.de

Link zu www.rp-online.de


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#6
11.09.2012
18:44:29


(+3, 5 Votes)

Von Leo 20x6
Antwort zu Kommentar #5 von Gleiche Rechte


"Take It Like A Man! "


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#7
11.09.2012
19:05:37


(+4, 6 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #5 von Gleiche Rechte


nimm's mir nicht übel, aber der mensch ist kein löwe, kein vogel und kein delphin. eine rein biologi(sti)sche argumentation halte ich für gefährlich und sehr einseitig.

das gegenargument, nicht alles, was in der natur vorkomme, sei deswegen auch okay im menschlichen miteinander, ist nämlich schnell bei der hand - und es ist sehr berechtigt! (wie viele tiere fressen ihre jungen? ist das also auch beim menschen okay?) außerdem gibt es bis heute keinen beweis, dass menschliche homosexualität wirklich rein genetisch bedingt ist, auch wenn das gern behauptet wird. aus hier haben die gegner ein stichhaltiges argument auf lager.

und selbst wenn es so wäre: ich möchte mein schwulsein nicht als eine rein biologische angelegenheit betrachtet sehen. da ist doch so viel mehr als nur ein sexueller trieb! und ich möchte auch nicht, dass andere mein verhalten nur deshalb akzeptieren, weil ich ja "nicht anders kann", sondern weil sie verstehen, dass dieses verhalten AN SICH in ordnung ist, gut für mich und meine/n partner, gut für die gesellschaft.

mit biologie kann man alles mögliche rechtfertigen, auch eugenische tötungen. ethiken, die vor allem auf biologischer ebene argumentierten, waren oft genug wirklich menschenfeindlich.

wir sollten uns deshalb vom glatteis der biologie besser auf die ebene der humanistischen ethik begeben. da haben wir weißderhimmel genügend gute argumente auf unserer seite - und das ist die ebene, auf die diese diskussion gehört!


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#8
11.09.2012
19:19:14


(-3, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ich bin einmal gespannt, ob wir in dem Jahrzehnt noch einmal ein offizielles Outing eines Profis aus der Fußball-Bundesliga erleben werden! Die Zeit dafür ist überreif!


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#9
11.09.2012
20:16:17


(0, 8 Votes)

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


1. Danke, fink.

2. 'Sozialkompetenz' - dein Name ist definitiv falsch gewählt. Echte Sozialkompetenz würde sich neben vielem anderem am Einfühlungsvermögen zeigen [der Fußballer muss fürchten, dass sein Star-Leben und damit seine komplette bisherige Zukunftsplanung zusammenbricht]. So sehr ich mir für die beste aller Welten Standhaftigkeit und harte Eier wünsche - so weiß ich ich doch auch und wir alle sollten es wissen: dass wir keine Helden sind. Und was soll bloß dieser feurige Spruch: "Den Profiteuren des Milliardenspektakels mit ihrem dreckigen Spiel des (Hetero-) Sexismus und der Unterdrückung von Homosexualität kräftig in die Suppe spucken!"? Ohne klaren Absender, ohne Adressat - ein Brief für den Müll.

3. So abseitig ist User Tomms Gedanke, dass das Ganze nur ein Fake sein könnte, nicht.


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#10
11.09.2012
20:23:38


(+6, 6 Votes)

Von Uncle Doctor
Antwort zu Kommentar #6 von Leo 20x6


Wohl wahr. Eine Gesellschaft, in der männlich sozialisierte Menschen allen Enstes stolz darauf sind bzw. sein sollen, ihre Sexualität zu einem großen Teil unterdrücken zu lassen und n i c h t auszuleben, G-Punkt inklusive, kann nur eine hochgradig pathologisierte sein.


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