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  • 14. September 2012, Noch kein Kommentar

Mark Knopflers neues Album: Starke Songs, markante Gitarre und eine Stimme, die man sofort erkennt (Bild: Universal Music)

35 Jahre im Rockgeschäft und kein bisschen altersschwach: Mark Knopfler hat ein neues Solo-Album am Start.

Es handelt sich bei "Privateering" um das erste Doppelalbum in der inzwischen 35-jährigen Karriere von Mark Knopfler, der in den 1970er und 1980er Jahren mit den Dire Straits zum Weltstar aufstieg. "Ja, je älter ich werde, desto größer wird dieser Drang, neue Songs zu schreiben", so der Sänger. "Wer weiß, ob das nun daran liegt, dass ich befürchte, mir könnte die Zeit davonlaufen; ich weiß es nicht. Das alles erfüllt mich jedenfalls mehr denn je – das Schreiben der Songs, die Studioarbeit, die Auftritte, ich genieße jeden einzelnen Aspekt davon. Und ich hab so viele Songideen herumfliegen, dass man fast schon aufpassen muss, wo man hintritt."

Die insgesamt 20 neuen Songs, die er auf "Privateering" versammelt hat, jeder für sich ein kleines Folk-, Blues-, Country- oder Rockmeisterwerk, zeugen von der ungehemmten Kreativität eines Musikers, dessen Werk erst in diesem Jahr bei den Ivor Novello Awards mit einem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet wurde. Mark Knopfler ist ein Mann, der schon vor etlichen Millionen Menschen aufgetreten ist, der mit Größen wie Bob Dylan, Randy Newman, Emmylou Harris oder Van Morrison zusammengearbeitet hat.

Zu Filmklassikern wie "Local Hero", "Die Braut des Prinzen", "Letzte Ausfahrt Brooklyn" oder auch "Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt" durfte er die passenden Soundtracks beisteuern. Und natürlich ist er im Verlauf der Jahre immer wieder als einer der besten Gitarristen der Welt angeführt und gefeiert worden. Er selbst jedoch betrachtet sich in erster Linie als Songschreiber. Dabei ist sein neuestes Album das vielleicht größte Werk, das er in dieser Rolle bis dato aufgenommen hat.

Youtube | Alles zum neuen Album im Video

Musikalisches und textliches Fingerspitzengefühl


Wurde einst mit den Dire Straits berühmt: Mark Knopfler (Bild: Universal Music)

So bewegt sich Knopfler auf Privateering von verträumten Americana-Anleihen im Song "Redbud Tree", durchzogen von jenen silbrig glänzenden Stratocaster-Licks, die seit Jahrzehnten sein Markenzeichen sind, über Seemannsmelodien ("Haul Away") bis hin zum prahlerischen Slide-Gitarren-Blues von "Gator Blood" oder dem sehnsüchtig-keltischen Folk-Sound von "Kingdom Of Gold". Privateering ist ein Album, auf dem man ganz unterschiedlichen Charakteren begegnet, dem grimmigen Schafhirten aus dem Norden ("Yon Two Crows") genauso wie dem überheblichen Spieler von "Hot Or What", während sich die Atmosphäre mit der Szenerie immer wieder wandelt – mal sind es die Liebhaber des verregneten "Seattle", hier uneins, dann wieder geheimnisvolle Gedankengänge zum Thema Vergänglichkeit, wie im Fall des "Dream Of The Drowned Submariner".

Mit wie viel Fingerspitzengefühl diese Songs, sowohl musikalisch als auch textlich, gestrickt sind, ist kaum zu glauben, denn Knopfler gelingt es mit der Unterstützung seiner Band immer wieder, sein jeweiliges Anliegen in die geeignete Form zu bringen. Allerdings ist Privateering kein Konzeptalbum; auch Liedzyklus wäre nicht der rechte Begriff dafür. Die Sache ist nämlich sehr viel einfacher: Hier macht einer der größten und unverkennbarsten Musiker schlichtweg das, was er am besten kann. (cw/pm)