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  • 16.09.2012           4      Teilen:   |

Interview mit Jesse Tyler Ferguson

Modern Family: Keine Angst vor Schwulenklischees

Jesse Tyler Ferguson als Mitchell (links) mit seinem (heterosexuellen) Filmpartner Eric Stonestreet alias Cameron
Jesse Tyler Ferguson als Mitchell (links) mit seinem (heterosexuellen) Filmpartner Eric Stonestreet alias Cameron

In den USA gehört "Modern Family" gehört zu den erfolgreichsten Fernsehsendungen. Bis zu 15 Millionen Menschen verfolgen die Abenteuer von drei modernen Familien im ABC-Network. Jesse Tyler Ferguson spielt darin einen den schwulen Mitchell, der mit seinem Partner Cameron ein Kind adoptiert. Auch im echten Leben ist der 36-Jährige schwul. Sein Filmpartner Eric Stonestreet ist dagegen in Wirklichkeit ein waschechter Hetero. Im Interview erzählt Ferguson, welche Rolle die sexuelle Orientierung im amerikanischen Fernsehen spielt.

Von Carsten Weidemann

Frage: Haben Sie keine Angst, dass Cameron und Mitchell als zu klischeehaft tuntig dargestellt werden?

Jesse Tyler Ferguson: In einer halbstündigen Comedysendung muss man das Klischee zumindest ein bisschen erfüllen, weil man sehr prägnante Figuren entwickeln muss. Aber ich denke, dass Gloria viel mehr das Klischee einer kolumbianischen Frau erfüllt und Jay (gespielt von Al-Bundy-Darsteller Ed O'Neill, Red.) hat etwas von einem klischeehaften grantigen alten Mann. Die Sache ist: Ich kenne viele Schwule, die Cameron oder Mitchell sehr ähnlich sind, aber viele sind es eben auch nicht. Es sind eben Figuren aus einer Comedyserie. Sie werden dafür geliebt, dass sie viele Fehler und seltsame Eigenschaften haben.

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ABC-Werbeplakat aus dem Jahr 2009
ABC-Werbeplakat aus dem Jahr 2009

Es scheint so, als ob US-Fernsehzuschauer mit schwulen Figuren eher zurecht kommen als noch vor ein paar Jahren.

Ich weiß, das ist schockierend, oder? Das macht uns Mut! Ich habe erwartet, dass sich manche Leute über unsere Serie groß aufregen, aber das ist bislang ausgeblieben. Konservative kommen sogar zu mir und sagen: "Du hast meine Meinung zur Homo-Ehe geändert." Auch von Schwulen haben wir positive Reaktionen erhalten. Sicher, es gibt ein paar rechtslastige Religionsverehrer, die uns am liebsten nicht im Fernsehen sehen wollen. Aber sie sind überraschenderweise ruhig geblieben.

Haben die Autoren schon mal etwas vorgeschlagen, das Ihrer Meinung nach zu weit gegangen ist?

(lacht) Nein, ich bin eine Hure und tue alles! Ich komme ja vom Theater. Dort steht man schon mal nackt in einem Raum voller Fremder. Wenn das der Geschichte gut tut, dann gibt es keine Grenzen.

War Ihr Coming-out in der Öffentlichkeit für Sie ein Thema?

Nein, darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht. Es war ja nicht so, dass ich das groß verheimlicht habe und die Notwendigkeit bestand, dass ich "raus" musste. Das gilt vielleicht nur für mich, aber ich denke, als Schauspieler muss man offen und ehrlich sein. Es hätte sich komisch angefühlt, wenn ich einen Teil meiner selbst hätte verstecken müssen. Öffentlich rede ich aber nicht über Details aus meinem Privatleben. Da Leute wissen, dass ich schwul bin, wird meine Figur aber viel eher anerkannt in der Gay-Community. Viele sind glücklich, dass schwule Figuren im Fernsehen vorkommen und eine der Rollen von einem sehr fähigen, (lacht und räuspert sich) gut aussehenden schwulen Schauspielers dargestellt wird.

Jesse Tyler Ferguson wurde 1975 in Missoula, Montana geboren
Jesse Tyler Ferguson wurde 1975 in Missoula, Montana geboren

Ein Journalist hat in Amerika 2010 für Aufregung gesorgt, als er sagte, Schwule könnte nie überzeugend Hetero-Rollen spielen.

Ja, aber der Typ ist deswegen auch ziemlich runtergemacht worden. Er ist ja selbst schwul, ist aber aus der Community angefeindet worden. Ich selbst bin auch völlig anderer Meinung. Ich habe gesehen, wie viele schwule Schauspieler hervorragend Hetero-Rollen gespielt haben und umgekehrt. Wenn man ein guter Schauspieler ist, muss man das auch können.

Haben Sie nicht Angst, dass Sie nach "Modern Family" die Zuschauer nur noch als schwulen Mitchell ansehen und Sie keine Hetero-Rollen mehr spielen können?

Ganz bescheiden würde ich sagen, dass ich mich als guten Schauspieler ansehe. Ich habe ja auch einige Hetero-Rollen in der Vergangenheit gespielt. So habe ich in einer Fernsehserie namens "The Class" einen selbstmordgefährdeten Typen dargestellt, der diese wundervolle Beziehung mit einem sehr exzentrischen Mädchen hat. Manche Zuschauer werden wohl Probleme haben, mich nicht als schwulen Mitchell Pritchett zu sehen. Aber im Theater habe ich gelernt, dass man sich immer wieder neu erfinden kann. Ich hoffe, dass ich noch eine Vielzahl verschiedener Rollen spielen kann.

Fragt Eric Stonestreet manchmal nach, wie man einen Schwulen darstellt?

Ehrlich gesagt kann er das so gut, dass ich ihn manchmal fragen muss.

In den USA startet am 26. September die vierte Staffel von "Modern Family". In Deutschland strahlt RTL Nitro montags ab 20:15 Uhr Doppelfolgen der zweiten Staffel aus. Seit 14. September ist die erste Staffel in deutscher Synchronfassung auf DVD erhältlich.

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» Die erste Staffel von "Modern Family" auf DVD
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Reaktionen zu "Modern Family: Keine Angst vor Schwulenklischees"


 4 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.09.2012
14:55:05
Via Handy


(-3, 5 Votes)

Von Geht so


Die wirken in der Serie asexuell. Scheint wohl nur 2 Klischeeextreme für Schwule in den Medien zu geben, entweder die Tucke oder asexuell wirkend. Einfach mal sexy oder einfach mal vielfältig , so wie viele Heterocharaktere dargestellt werden gibt es kaum. Auch scheint Schwulsein als Thema an sich zu reichen, auch mal bei Schwule Pärchen Altersunterschiede zu zeigen geht den Machern anscheinend schon zu weit.


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#2
16.09.2012
19:45:20


(-2, 4 Votes)

Von Maxy


Na, er zumindest könnte keinen Hetero spielen, deswegen fiel ihm wohl das Outing leichter, weil er wusste, dass er sowieso nur die Comedy-Schiene bedienen darf.


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#3
17.09.2012
00:28:59


(-3, 3 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Dieses Paar zeigt nicht einfach schwule Klischees. Sie sind DAS schwule Klischee schlechthin. Sicher koennen Klischees mal Spass machen. Aber eine komplette Comedieserie mit der Aneinanderreihung eines Klischess an das andere? Es geht ja ueber saemtlich Figuren so. Da ist so gut wie nichts einfach leicht und lustig. Schon gar nicht intelligent. Nur bemueht. Mein Mann und ich konnte das nicht mehr ertragen und schauen uns die Serie nicht mehr an. Da ist zum Beispiel "The middle" deutlich besser. Obwohl auch dort mit Klischees gearbeitet wird. Aber so viel besser verpackt. Oder - gutes Beispiel - seinerzeit "Little Briten". Modern Family? No, old fashion "so sind se, die Schwulen". Danke.


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#4
17.09.2012
09:08:53


(-1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Und ich dachte, der Rothaarige ist hetero und der auf dem obigen Foto rechts sei im "wahren" Leben schwul! Trotzdem ein gutes Interview.


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