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  • 18.09.2012           37      Teilen:   |

USA

Volksthemen Cannabis und Homo-Ehe

Besucher des "Hempfest" in Seattle - Quelle: mattlemmon / flickr / cc by-sa 2.0
Besucher des "Hempfest" in Seattle (Bild: mattlemmon / flickr / cc by-sa 2.0)

Im November stimmen die Amerikaner nicht nur über ihren Präsidenten ab, sondern in Volksentscheiden auch über Marihuana und die Homo-Ehe – zwei Themen, die sich sehr ähneln.

Von Dennis Klein

"Haben Sie nicht wichtige Fragen, über die wir reden können", schnauzte Präsidentschaftskandidat Mitt Romney eine Reporterin des Lokalsenders CBS4 aus Denver an. Die Frau hatte es gewagt, den Republikaner nach seiner Meinung zur Ehe-Öffnung und zur Legalisierung von Cannabis zu fragen. Später antwortet er doch – er findet, wenig überraschend, beides schrecklich. In einigen Regionen sind die zwei Themen jedoch im November die größten Aufreger: Sechs Staaten lassen darüber abstimmen, ob man mit Marihuana etwas lockerer umgehen soll, während fünf Staaten ihre Einwohner nach der Definition der Ehe befragen – anders als noch vor ein paar Jahren mit guten Aussichten auf Erfolg für Kraut- und Homo-Aktivisten.

In den USA sind beide Themen in den letzten Jahrzehnten Hand in Hand gegangen: Der erste Staat, der Cannabis als Medizin an Patienten mit chronischen Schmerzen, Krebs oder HIV ausgegeben hat, war 1996 Kalifornien – eingetragene Partnerschaften gab es erstmals im Jahr 2000 in Vermont. Derzeit haben 19 der 50 Bundesstaaten Marihuana entkriminalisiert oder es auf Krankenschein erhältlich gemacht. 18 Staaten haben die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet oder eingetragene Partnerschaften eingeführt. Wenig überraschend handelt es sich bei diesen beiden Gruppen meist um die gleichen Gebiete – besonders häufig vertreten sind Staaten an der Westküste und in Neu-England.

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Schwerer Stand in Washington, D.C.

Eine aggressive Reaktion von Washington auf Liberalisierungsbestrebungen ist den Themenkomplexe Marihuana und Homo-Ehe gemein: So führte die Bundesregierung 1996 das euphemistisch genannte "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" (Defense of Marriage Act, DOMA) ein. Es legt fest, dass Washington und konservative Bundesstaaten gleichgeschlechtliche Ehen nicht anerkennen müssen. Das führte etwa dazu, dass ein Schwuler seinen kranken Ehemann in Massachusetts im Hospital besuchen kann, weil beide verwandt sind – in Texas darf er seinen Liebsten nicht sehen. Bei Cannabis ist die Situation ähnlich: Patienten, die die Pflanze als Medikament auf Rezept einnehmen, droht die Verhaftung durch die Bundespolizei, weil Cannabis zwar in Kalifornien und Co. legal sein mag, aber im Bund verboten ist.

Bundespolitiker haben generell um die zwei Themen einen Bogen gemacht, da sie Stimmeneinbußen befürchteten – zumindest bis vor wenigen Monaten, als Präsident Barack Obama als erster amtierender Präsident die Öffnung der Ehe befürwortete (queer.de berichtete). Alle seine demokratischen Vorgänger, egal ob sie Kerry, Gore, Clinton, Dukakis, Mondale oder Carter hießen, hatten die Forderung nach der Gleichstellung im Eherecht während ihrer Wahlkämpfe stets als absurd angesehen. Mit Obamas Segen für die Homo-Ehe setzt sich die Debatte jetzt vom Thema Marihuana ab, weil sich hier bislang noch kein zeitgenössischer Präsidentschaftskandidat für eine Freigabe ausgesprochen hat. Dabei ist die Zustimmung zum Verkauf von Cannabis auf Rezept in den USA nach wie vor höher als zur Anerkennung von Homo-Partnerschaften. Seit Jahren sprechen sich 70 bis 80 Prozent der Amerikaner dafür aus. Darunter sind immer mehr ältere Menschen, die eher konservativ denken, aber das wirksame Medikament den teureren Alternativen der Pharmaindustrie vorziehen.

Doppelabstimmung im Nordwesten

Um das Kraut ist in den USA ein "Kulturkampf" wie um die Homo-Ehe entfacht - Quelle:
Um das Kraut ist in den USA ein "Kulturkampf" wie um die Homo-Ehe entfacht

Am interessantesten wird im November der Showdown im Westküstenstaat Washington, der Heimat von Microsoft, Naturwundern wie Mount Rainier und dem chilligen Seattle. Hier findet nicht nur eine Abstimmung über die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben statt, sondern auch über die Freigabe von Marihuana für Freizeit-Konsumenten. Washington wäre der erste US-Staat, der das Kraut legalisiert und versteuert. Gleichzeitig könnte Washington der erste Staat werden, in dem die Ehe durch einen Volksentscheid geöffnet wird – bislang haben hier Homo-Aktivisten in dutzenden Bundesstaaten jedoch immer wieder verloren.

Die Umfragewerte sehen für beide Initiativen derzeit aber gut aus: Einer Befragung des Ellway-Institutes zufolge befürworten 50 Prozent der Wahlberechtigten "Initiative 502", die Legalisierung von Marihuana. 38 Prozent sind dagegen. Bei Referendum 74, bei dem Schwule und Lesben im Eherecht gleichgestellt werden würden, ist der Vorsprung mit 52 zu 40 Prozent ebenfalls deutlich. Allerdings tendieren diese Abstimmungen dazu, am Ende sehr knapp auszugehen, auch weil Konservative generell ihre Anhänger besser motivieren können.

In Deutschland ist die Verbindung der zwei kontroversen Themen weit weniger ausgeprägt. Weil es keine Volksentscheide gibt und auch die Politik weniger polarisierend ist als über dem großen Teich, haben sie es nie zu einer Bedeutung wie in den Vereinigten Staaten gebracht. Ob Homo-Ehe oder Marihuana – Kanzlerin Angela Merkel hat klargemacht, dass das vorerst mit ihr nicht zu machen ist.

Als erstes Land der Welt haben übrigens die Niederlande die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet – und das ist immerhin das Land, das die roten Augen der Kiffer weltweit zum Strahlen bringt.

Youtube | Fernsehwerbung für Cannabis als Medikament in Kalifornien (2010)
Mehr zum Thema:
» USA: Schwuler Kongressabgeordneter kämpft für Cannabis (31.07.08)
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Tags: homo-ehe, cannabis, marihuana, volksentscheid
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 Homo-Ehe in den USA
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Reaktionen zu "Volksthemen Cannabis und Homo-Ehe"


 37 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
18.09.2012
16:51:12


(-11, 29 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Die "Homo-Ehe" ist etwas für wertkonservative Menschen. Wenn zwei Partner in guten und in schlechten Tagen für einander einstehen, dann stabilisiert das die Gesellschaft.
Drogen aber, auch leichte, zersetzen die Gesellschaft und führen fast zwangsläufig zu Kriminalität.
Ich frage mich deshalb, warum sich diese zwei Themen ähneln sollen. Die seriöse und wertkonservative "Homo-Ehe" hat weder etwas mit Drogen noch mit Rotlicht noch mit Kriminalität zu tun!


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#2
18.09.2012
17:03:31


(-8, 26 Votes)

Von ehemaligem User Prime_Evil


Cannabis macht blöd! (Quelle:
Link zu www.spiegel.de

Der therapeutische Aspekt mag ja vertretbar sein, aber der Artikel vertritt ja generell eine positive Haltung in Bezug auf die Droge, sprich: für "Freizeitkonsum".

Das hier Homo-Ehe und Drogenkonsum miteinander verglichen werden, ist nicht sonderlich klug.


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#3
18.09.2012
17:06:43


(+8, 20 Votes)

Von maaartin
Antwort zu Kommentar #1 von Thorsten1


mußt du auch wie ich von poppers immer total viel klauen?


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#4
18.09.2012
17:29:41


(+13, 17 Votes)

Von Thea Zeh
Antwort zu Kommentar #1 von Thorsten1


Lieber Thorsten1,

ich könnte hier mindestens soviele Argumente vorbringen, warum gleichgeschlechtliche Ehen das Abendland gefährden, wie Du sie gegen "Drogen" vorbringst.

Drogen zersetzen die Gesellschaft nicht mehr als Analverkehr und führen genausowenig zu Kriminalität wie Homosexualität nicht zu Pädophilie führt.

Liebe Grüße,

Thea Zeh


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#5
18.09.2012
17:37:30


(+11, 17 Votes)

Von Thea Zeh
Antwort zu Kommentar #2 von Prime_Evil


Wer lesen kann ist klar im Vorteil:

Wenn die im Spiegel zitierte Studie etwas belegt, dann dass Kiffen für Erwachsene sicher ist. Und die Forderungen in den USA beziehen sich immer nur auf Erwachsene.

Ich finde es nicht nur klug sondern geradezu selbstverständlich und wünschenswert, dass sich eine Gruppe, die sich von der Strafverfolgung erfolgreich emanzipiert hat (Homosexuelle) mit einer Gruppe (Cannabinisten) solidarisiert, die gegen ihre Kriminalisierung kämpft.


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#6
18.09.2012
17:59:32


(-7, 13 Votes)

Von le_waldsterben
Aus Berlin
Mitglied seit 07.01.2012


Link zu www.thema-drogen.net

"bleibende Schäden am Gehirn"

Ich habe den Eindruck, dass hier einige Schreiber schon viel zu viel Cannabis konsumiert haben!


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#7
18.09.2012
18:07:31


(+8, 10 Votes)

Von dem ludscha


Ich lutsche manchmal Schoko-Bohnen.

Bild-Link:
trippy.gif


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#8
18.09.2012
18:10:46


(-11, 19 Votes)

Von Timm Johannes


Total beschissener Artikel von Dennis Klein.

Auf der Queer will ich keine Vereinnahmung bei Themen, die nicht homopolitisch gelagert sind. Das sollte die Queer-Redaktion eigentlich begriffen haben.

Die homosexuellen Menschen denken sehr verschieden, wenn es um Agrarpolitik, Rentenreform, Euro, usw. geht.

Und so ist es auch vollkommen daneben, wenn Dennis Klein Cannabis in einem Thema abhandelt mit den Referrenden zur Homo-Ehe.

---
Persönlich befüworte ich zwar beide Themen, aber ich finde es total daneben, wenn LGBT-Aktivisten/Autoren und Blogger bei der Queer, bei der Siegessäule, im LSVD, usw. allgemeinpolitische Themen mit homopolitischen Themen vermischen und weitere politischen Zankäpfel in die LGBT Szene und Lobbyarbeit "hineinzerren".

Canabis befürworte ich "nur", weil es nicht krebserzeugend ist, denn ansonsten hätte ich dazu eine andere Meinung. Wenn es nach mir geht, wird Canabis erlaubt und dafür krebserzeugendes Tabakrauchen verboten.


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#9
18.09.2012
18:11:19


(-9, 17 Votes)

Von ehemaligem User Prime_Evil
Antwort zu Kommentar #5 von Thea Zeh


Bist du gerade auf 'nem Trip?

Wenn DU denn Text gelesen hättest, wäre dir doch folgendes aufgefallen:

"Diese Ergebnisse bestätigten frühere Annahmen, dass Cannabis VOR ALLEM im Jugendalter, wenn das Gehirn sich noch entwickle, neurotoxisch wirken könne" (Zitat: spiegel.de)

"Vor allem im Jugendalter". Das bedeutet, dass es für Erwachsene ebenfalls schädlich ist, aber besonders für Jugendliche.

Außerdem: "Bei jenen, die das Rauschmittel über drei oder mehr Jahre hinweg nahmen, verschlechterten sich die geistigen Fähigkeiten nach Angaben der Forscher hingegen deutlich. Einige hätten beim letzten Test bis zu sechs IQ-Punkte weniger erlangt, ihr IQ sank also beispielsweise von 100 auf 94.

Dabei wirkte sich die Droge stärker auf jene Menschen aus, die bereits im Jugendalter regelmäßig Joints rauchten. [...]" (Zitat: spiegel.de)

Hier sind also Erwachsene gemeint, bei denen die schon als Jugendliche Cannabis konsumierten, waren die Schäden noch dramatischer, aber bei denen die als Erwachsene erstmals konsumierten waren beeinflußte dies ebenfalls die geistige Leistungsfähigkeit.

"Selbst bei Studienteilnehmern, die ihren Cannabis-Konsum nach der Jugend reduzierten oder ganz mit dem Rauchen aufhörten, seien die geistigen Fähigkeiten eingeschränkt geblieben, berichten die Wissenschaftler." (Zitat: spiegel.de)

Also das muss ich ja jetzt nicht vorkauen, wie sagtest du: wer lesen kann ist klar im Vorteil (insofern er sich nicht schon das Hirn verqualmt hat).


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#10
18.09.2012
18:23:14


(+8, 12 Votes)

Von SHANA TOVA
Antwort zu Kommentar #7 von dem ludscha


Rauchen kann tödlich sein!

Zutaten:

200 g Zucker
4 Eier
1 Tasse Mehl
1 Tasse geschmolzene Butter
Schale einer Zitrone oder Zitronen Aroma
2 EL Rum
50 g Bitterschokolade
Hasch - ca. 4-5 g
Ein wenig geriebene Haselnüsse
Backförmchen aus Papier

Herstellung:
Zucker und Eier zu einer schaumigen Creme rühren. Das Mehl darüber sieben und untermischen. Die Nüsse, Rum und Zitronenschale dazugeben. Das Hasch klein bröseln, in die geschmolzene Butter geben und alles unter die Masse mischen. Die Schokolade schmelzen lassen, und ebenso unter die Masse geben. Papierförmchen zu 2 / 3 mit der Masse füllen und bei 200 Grad ca. 25 Minuten backen.


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