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  • 18.09.2012           10      Teilen:   |

England

Christin duldet kein schwules Paar in Pension

Michael Black und John Morgan
Michael Black und John Morgan

Ein schwules Paar hat in England eine Pensionsbesitzerin verklagt, weil sie die beiden Männer abgewiesen hatte. Ihre Begründung: Homosexualität verstoße gegen ihre religiösen Überzeugungen.

Am Montag fand der erste Verhandlungstag im Amtsgericht des südenglischen Reading statt. Der 64-jährige Michael Black und der 59-jährige John Morgan beschuldigen die Besitzerin des "Swiss Bed and Breakfast" im Dorf Cookham, sie wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert zu haben. Sie fordern eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 3.600 Pfund (4.500 Euro). Sie wollen das Geld an Wohltätigkeitsorganisationen spenden und mit dem Prozess erreichen, "dass niemand mehr auf diese Art benachteiligt wird".

Das Paar hatte das Zimmer im Internet gebucht. Die Besitzerin verweigerte ihnen bei ihrer Ankunft im März 2010 persönlich die Übernachtung, weil die Lebensweise der Gäste ihren christlichen Überzeugungen widerspreche. Sie wollte keine Sünde unterstützen, erklärte die Frau – darunter versteht die Mutter von vier Kindern jegliche sexuelle Handlung außerhalb einer heterosexuellen Ehe.

Der Anwalt des Paares erklärte, dass es sich hier um einen Verstoß gegen den Diskriminierungsschutz gehandelt habe: "Ein Geschäft, das keine Schwulen erlaubt, ist genauso schlimm wie eines, das keine Schwarze oder keine Iren erlaubt", so James Welch. Beim Zugang zu Dienstleistungen ist in Großbritannien Diskriminierung aufgrund mehrerer Merkmale, darunter auch sexuelle Orientierung, verboten.

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Keine Lebenspartnerschaft

Für die Beklagte erklärte ihr Anwalt, dass in diesem Fall gar keine Diskriminierung stattgefunden habe. Immerhin lebten Black und Morgan nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und seien daher nicht anders behandelt worden als ein heterosexuelles Paar, das unverheiratet sei. Im Vorfeld des Prozesses sagte die Frau gegenüber der Tageszeitung "Guardian": "Ich weiß nicht, warum ich meine Meinung und meinen Glauben ändern sollte, nur weil mich die Regierung dazu zwingt."

Die Richterin will ihr Urteil in einem bis zwei Wochen bekannt geben.

Einen ähnlichen Fall hatte vor gut einem Jahr ein christliches Ehepaar, das eine Pension in Cornwall betreibt, verloren. Damals wurde einem schwulen Paar eine Entschädigung von 3.600 Pfund zugesprochen. Das Urteil wurde einstimmig von einem Berufungsgericht in London bestätigt (queer.de berichtete). Auch hier beriefen sich die Hotelbesitzer auf ihre christliche Überzeugung. In diesem Fall lebte das diskriminierte Paar allerdings in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. (dk)

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Reaktionen zu "Christin duldet kein schwules Paar in Pension"


 10 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
18.09.2012
17:31:53


(-3, 5 Votes)

Von le_waldsterben
Aus Berlin
Mitglied seit 07.01.2012


"Immerhin lebten Black und Morgan nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und seien daher nicht anders behandelt worden als ein heterosexuelles Paar, das unverheiratet sei."

Also eine WILDE Ehe/Lebenspartnerschaft???


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#2
18.09.2012
18:09:49


(+5, 7 Votes)

Von CarstenFfm
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von le_waldsterben


Dass dass sie unverheirateten hetero Paaren auch das Zimmer verweigert, weil die außerehelichen Sex haben, machte nicht besser.
Dafür gehört sie genauso abgewatscht.


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#3
18.09.2012
19:12:16


(+5, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die beiden werden mit ihrer Klage erfolgreich sein und für die Hotelbesitzertrulla bedeutet das auch: ab sofort weniger Übernachtungen! Dann ist diese Absteige bald Vergangenheit!


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#4
19.09.2012
01:12:13


(+4, 6 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von FoXXXyness


Die "christliche" Trulla kann ja dann an die Ratzingerin und ihren Gänswein vermieten - aber erst, wenn diese verpartnert sind................



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#5
19.09.2012
01:17:34


(+2, 6 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die Auswüchse der katholischen Verblödung werden immer bizarrer...............

Weg mit dem kollektiven Wahn "Religion"!


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#6
19.09.2012
03:48:23
Via Handy


(-1, 3 Votes)

Von RationalChoice
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 22.08.2012


Wenn die Besitzerin glaubhaft machen kann, dass sie ein heterosexuelles Paar ebenso abgewiesen hätte, dann kann man ihr rechtlich keinen Vorwurf machen. Das Gesetz schützt zwar schwule und Lesben vor Diskriminierung, nicht jedoch unverheiratete, weder in gb noch in Deutschland. Ein anderes Urteil müsste man vielmehr als Geringschätzung der eingetragenen Partnerschaft ablehnen, die ja gerade mit der Ehe gleichgestellt sein möchte.


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#7
19.09.2012
08:56:00


(+1, 3 Votes)

Von Robin


Sowas belegt immer, dass man Anti-Diskriminierungs-Gesetze braucht. Auch wenn sowas gerne mit fadenscheinigen Ausreden geleugnet wird.

Hier in Deutschland behauptet die FDP ja immer gerne, Antidiskriminierungs-Gesetze seien wirtschaftsfeindlich. Aber wer nicht diskriminiert hat nichts zu befürchten. Oder kann die deutsche Wirtschaft nur funktionieren, wenn sie diskriminieren darf?!

Da es freiwillig nicht funktioniert und "der Markt" eben nichts regelt, braucht man rechtlichen Schutz vor Diskriminierung!


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#8
19.09.2012
10:22:12


(+3, 3 Votes)

Von Mariposa
Antwort zu Kommentar #5 von panzernashorn


Ich bin mir sicher, daß es sich bei diesem Fall im Evangelikale handelt..... Nichts Neues aus diesen Kreisen


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#9
19.09.2012
12:40:25


(+3, 5 Votes)

Von Feendrache
Aus Leipzig (Sachsen)
Mitglied seit 16.10.2011
Antwort zu Kommentar #8 von Mariposa


Evas, Kathos... Im Prinzip nehmen die sich beide nicht viel. Diskriminierung Andersdenkender ist bei denen doch eine Art Volkssport.
Vermutlich steht das auch im Vertrag für ihr himmlisches Abo drin:
"Du sollst einmal am Tage einen Schwarzen, anders religiösen, homosexuellen oder einen Menschen den du generell nciht magst, wegen irgendwas diskriminieren. Sei kreativ."
Da hilft nur: Ruhe bewahren, die Bibel vom Tisch fegen und die Gesetzbücher draufstellen. Hauptsache die gute Frau kommt mit solchen Aktionen nicht auch noch durch.
LG
Fee


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#10
20.09.2012
10:33:00


(+2, 2 Votes)

Von XDAS


Im Christentum geht es um die frohe Botschaft, nicht um eine Hass-Botschaft... Das sollte man den Hoteliers vielleicht mal erklären...


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 Ort: Cookham


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