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Michael Black und John Morgan

Ein schwules Paar hat in England eine Pensionsbesitzerin verklagt, weil sie die beiden Männer abgewiesen hatte. Ihre Begründung: Homosexualität verstoße gegen ihre religiösen Überzeugungen.

Am Montag fand der erste Verhandlungstag im Amtsgericht des südenglischen Reading statt. Der 64-jährige Michael Black und der 59-jährige John Morgan beschuldigen die Besitzerin des "Swiss Bed and Breakfast" im Dorf Cookham, sie wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert zu haben. Sie fordern eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 3.600 Pfund (4.500 Euro). Sie wollen das Geld an Wohltätigkeitsorganisationen spenden und mit dem Prozess erreichen, "dass niemand mehr auf diese Art benachteiligt wird".

Das Paar hatte das Zimmer im Internet gebucht. Die Besitzerin verweigerte ihnen bei ihrer Ankunft im März 2010 persönlich die Übernachtung, weil die Lebensweise der Gäste ihren christlichen Überzeugungen widerspreche. Sie wollte keine Sünde unterstützen, erklärte die Frau – darunter versteht die Mutter von vier Kindern jegliche sexuelle Handlung außerhalb einer heterosexuellen Ehe.

Der Anwalt des Paares erklärte, dass es sich hier um einen Verstoß gegen den Diskriminierungsschutz gehandelt habe: "Ein Geschäft, das keine Schwulen erlaubt, ist genauso schlimm wie eines, das keine Schwarze oder keine Iren erlaubt", so James Welch. Beim Zugang zu Dienstleistungen ist in Großbritannien Diskriminierung aufgrund mehrerer Merkmale, darunter auch sexuelle Orientierung, verboten.

Keine Lebenspartnerschaft

Für die Beklagte erklärte ihr Anwalt, dass in diesem Fall gar keine Diskriminierung stattgefunden habe. Immerhin lebten Black und Morgan nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und seien daher nicht anders behandelt worden als ein heterosexuelles Paar, das unverheiratet sei. Im Vorfeld des Prozesses sagte die Frau gegenüber der Tageszeitung "Guardian": "Ich weiß nicht, warum ich meine Meinung und meinen Glauben ändern sollte, nur weil mich die Regierung dazu zwingt."

Die Richterin will ihr Urteil in einem bis zwei Wochen bekannt geben.

Einen ähnlichen Fall hatte vor gut einem Jahr ein christliches Ehepaar, das eine Pension in Cornwall betreibt, verloren. Damals wurde einem schwulen Paar eine Entschädigung von 3.600 Pfund zugesprochen. Das Urteil wurde einstimmig von einem Berufungsgericht in London bestätigt (queer.de berichtete). Auch hier beriefen sich die Hotelbesitzer auf ihre christliche Überzeugung. In diesem Fall lebte das diskriminierte Paar allerdings in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. (dk)



#1 le_waldsterbenProfil
  • 18.09.2012, 17:31hBerlin
  • "Immerhin lebten Black und Morgan nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und seien daher nicht anders behandelt worden als ein heterosexuelles Paar, das unverheiratet sei."

    Also eine WILDE Ehe/Lebenspartnerschaft???
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#2 CarstenFfm
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 18.09.2012, 19:12h
  • Die beiden werden mit ihrer Klage erfolgreich sein und für die Hotelbesitzertrulla bedeutet das auch: ab sofort weniger Übernachtungen! Dann ist diese Absteige bald Vergangenheit!
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#4 panzernashorn
#5 panzernashorn
  • 19.09.2012, 01:17h
  • Die Auswüchse der katholischen Verblödung werden immer bizarrer...............

    Weg mit dem kollektiven Wahn "Religion"!
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#6 RationalChoiceProfil
  • 19.09.2012, 03:48h Köln

  • Wenn die Besitzerin glaubhaft machen kann, dass sie ein heterosexuelles Paar ebenso abgewiesen hätte, dann kann man ihr rechtlich keinen Vorwurf machen. Das Gesetz schützt zwar schwule und Lesben vor Diskriminierung, nicht jedoch unverheiratete, weder in gb noch in Deutschland. Ein anderes Urteil müsste man vielmehr als Geringschätzung der eingetragenen Partnerschaft ablehnen, die ja gerade mit der Ehe gleichgestellt sein möchte.
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#7 RobinAnonym
  • 19.09.2012, 08:56h
  • Sowas belegt immer, dass man Anti-Diskriminierungs-Gesetze braucht. Auch wenn sowas gerne mit fadenscheinigen Ausreden geleugnet wird.

    Hier in Deutschland behauptet die FDP ja immer gerne, Antidiskriminierungs-Gesetze seien wirtschaftsfeindlich. Aber wer nicht diskriminiert hat nichts zu befürchten. Oder kann die deutsche Wirtschaft nur funktionieren, wenn sie diskriminieren darf?!

    Da es freiwillig nicht funktioniert und "der Markt" eben nichts regelt, braucht man rechtlichen Schutz vor Diskriminierung!
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#8 MariposaAnonym
#9 FeendracheProfil
  • 19.09.2012, 12:40hLeipzig
  • Antwort auf #8 von Mariposa
  • Evas, Kathos... Im Prinzip nehmen die sich beide nicht viel. Diskriminierung Andersdenkender ist bei denen doch eine Art Volkssport.
    Vermutlich steht das auch im Vertrag für ihr himmlisches Abo drin:
    "Du sollst einmal am Tage einen Schwarzen, anders religiösen, homosexuellen oder einen Menschen den du generell nciht magst, wegen irgendwas diskriminieren. Sei kreativ."
    Da hilft nur: Ruhe bewahren, die Bibel vom Tisch fegen und die Gesetzbücher draufstellen. Hauptsache die gute Frau kommt mit solchen Aktionen nicht auch noch durch.
    LG
    Fee
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#10 XDASAnonym
  • 20.09.2012, 10:33h
  • Im Christentum geht es um die frohe Botschaft, nicht um eine Hass-Botschaft... Das sollte man den Hoteliers vielleicht mal erklären...
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