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Doku "Call Me Kuchu"

Der Tod eines queeren Helden


Alltag in Uganda: Eine Tageszeitung macht Jagd auf Homosexuelle

Nichts für zarte Gemüter: Die Doku "Call Me Kuchu" zeigt die alltägliche Homophobie in Uganda und den mutigen Kampf einiger weniger schwul-lesbischer Aktivisten.

Von Peter Fuchs

Dieser Dokumentarfilm über Uganda ist nichts für zarte Gemüter. Es fallen erschütternde Sätze wie: "Wir hängen unsere Mitbürger nicht. Das erledigt schon die Regierung." Diese Worte spricht der junge Chefredakteur Giles Muhame mit einem Lächeln aus. Er antwortet damit auf die Frage, ob er zum Tod von Schwulen, Lesben und Transpersonen aufgerufen hätte, die sein Blatt unter der Schlagzeile "Hängt Sie: Sie sind scharf auf unsere Kinder" zwangsoutete.

Im Mittelpunkt der Doku "Call me Kuchu" der Amerikanerinnen Katherine Fairfax Wright und Malika Zouhali-Worall steht aber ein Held, steht David Kato. Er war der erste offen schwul lebende Mann in Uganda. Die Kamera begleitet ihn und seine queeren Freundinnen und Freunde, wie sie gegen eine Gesetzesvorlage kämpfen, die Homosexualität im ostafrikanischen Staat mit dem Tod bestrafen will. Die Filmemacherinnen sind auch dabei wie die mutigen Aktivistinnen und Aktivisten gerichtlich gegen das Hetzblatt von Giles Muhame vorgehen. An diesen Stellen wird "Call me Kuchu" spannend wie ein Gerichtsthriller.

Während der Dreharbeiten wird David Kato ermordet


Kurz nach dem Interview wurde er ermordet: Ugandas Schwulenaktivist David Kato

Über allem schwebt aber auch eine Tragödie. Der Freundeskreis um David Kato fürchtet künftige Todesopfer in den eigenen Reihen und soll Recht behalten. Der 46-jährige Menschenrechtsaktivist Kato wird noch während der Dreharbeiten in seinem Haus überfallen, der Täter zertrümmert ihm mit einem Hammer den Schädel. Selbst bei seinem Begräbnis geifert ein homophober Priester gegen den Ermordeten.

Der Film beweist ohne erklärenden Off-Kommentar, dass Uganda kein guter Ort für Schwule, Lesben und Transpersonen ist. Dabei kommen nicht nur Betroffene mit ihren bewegenden Geschichten zu Wort. Auch Politiker sind zu hören, die deutlich erklären, dass Homosexualität in Uganda nicht unter Menschenrechte falle. Zu sehen sind evangelikale Christen aus den USA , die bei Gottesdiensten ihren Homo-Hass in der Bevölkerung Ugandas implementieren. Oder andere Prediger, die öffentlich verkünden, dass Schwule gegenseitig ihre Scheiße fressen würden. Wie erwähnt, nichts für zarte Gemüter.

Vimeo | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Die sexuelle Orientierung ist keine Privatsache


Die beiden Regisseurinnen: Katherine Fairfax Wright (li) und Malika Zouhali-Worrall

Das alles lässt David Kato nicht verstummen. Trotz dieses homophoben Umfelds und der Gefahr für sein Leben verlässt er mit seiner Gruppe tapfer die geschützten Wohnungen und "Safe Houses", outet sich und kämpft für seine Rechte. Dieser bewundernswerte Mensch voll Zivilcourage macht klar, dass eine sexuelle Orientierung erst dann Privatsache sein kann, wenn die Gleichstellung auf allen Ebenen erfolgt ist.

Eine wohltuende Erkenntnis des Films, vor allem nach der sommerlichen Diskussion über das Schwulsein auf Ministerebene in Deutschland. Hier bei uns, wo sich niemand verstecken muss, weil er in der Regel nicht an Leib und Leben bedroht ist.

"Der Kampf geht weiter", so motivieren sich die Freunde nach David Katos Tod. Das gilt auch für uns.

Alle Termine der "Call Me Kuchu"-Roadshow

19.09. Frankfurt am Main, Mal Seh'n (mit Regie), 20 Uhr (-26.9. tgl. 18 Uhr)
19.09. Karlsruhe, Kinemathek, 19 Uhr (+25.9.)
20.09. Hamburg, Abaton (mit Regie), 20 Uhr, (-26.9. tgl)
21.09. Berlin, Eiszeit (mit Regie) (-26.9. tgl.)
24.09. München, Atelier, 21.15 Uhr (im Rahmen von MonGay)
25.09. Dortmund, Dortmunder U (mit Regie)
27.09. Regensburg, Kino im Andreasstadel
11.10. Köln, Filmhaus (im Rahmen des Festivals "Jenseits von Europa")
13.10. Bremen, City 46, 18 Uhr
14.10. Dortmund, Schauburg, 18:30 Uhr (im Rahmen von "homochrom")
14.10. Nürnberg, Filmhaus, 17 Uhr (+ 18.-24.10. tgl.)
15.10. Düsseldorf , Bambi, 21 Uhr (im Rahmen von "homochrom")
16.10. Köln, Filmpalette, 21 Uhr (im Rahmen von "homochrom")
17.10. Essen, Galerie Cinema, 21.15 Uhr (im Rahmen von "homochrom")
19.10. Bochum, Metropolis, 21.30 Uhr (im Rahmen von "homochrom")
21.10. Oberhausen, Lichtburg, 21 Uhr (im Rahmen von "homochrom")
24.10. Weiterstadt, Koki, 20 Uhr
26.10. Hannover, Kommunales Kino, 18 Uhr
29.10. Halle, LUX Kino am Zoo
01.11. Münster, Cinema (-4.11.)
02.11. Oldenburg, Cine K
11.11. Aachen, Apollo
13.11. Konstanz, Zebra Kino, 20 Uhr
14.11. Braunschweig, Universum, 19 Uhr
20.11. Saarbrücken, Kino achteinhalb
20.11. Pforzheim, Kommunales Kino, 18.30 Uhr
26.11. Wiesbaden, Caligari
28.11. Mannheim, Cinema Quadrat e.V.
03.12. Leipzig, Cinémathèque (-5.12.)
18.12. Heidelberg, Karlstorkino
Galerie:
Call Me Kuchu
9 Bilder


#1 RobinAnonym
  • 19.09.2012, 08:48h
  • Ein sehr wichtiger Film, der hoffentlich den Westen mal aufrüttelt, endlich aktiv zu werden und diesen Homocaust zu verhindern.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.09.2012, 08:59h
  • Katherine Fairfax Wright und Malika Zouhali-Worall zeigen die bittere Realität eines ostafrikanischen Staates, welcher für Schwule und Lesben gar kein gutes Pflaster ist! Die beiden Frauen haben einen sehr guten Film gemacht!
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#3 SebiAnonym
  • 19.09.2012, 10:01h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Umso schlimmer, dass der Westen tatenlos zusieht.

    Wieso schweigt Guido Westerwelle? Achja, sein Lebenspartner Michael Mronz kann in dem Land keine Geschäfte abschließen. Dann interessiert es auch Westerwelle nicht. Denn wie immer bei der FDP geht es auch Westerwelle nur um den persönlichen Vorteil und nicht etwa darum, seinen Job als Außenminister zu machen.
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#4 Peter 1Anonym
  • 19.09.2012, 12:17h
  • David ....was für ein mutiger Mensch. Ich ziehe meinen Hut, bin tief bewegt über manche Schicksale und wünschte mir dass wir alle viel mehr Mut und Zivilcourage hätten wie dieser Mann!

    In Erinnerung an ihn, auch ohne ihn persönlich gekannt zu haben!

    Peter
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#5 Miguel53deProfil
  • 20.09.2012, 07:43hOttawa
  • Die neue Gesetzgebung in Uganda, darunter insbesondere die Gesetzte gegen homosexuelle Menschen, sind von Evangelikalen aus den USA praktisch Wort fuer Wort aus deren Texten uebernommen worden.
    Hhier zeigen sich "Christen" auf einer Stufe mit fundamentalistischen Moslems. Das ist einfach nur noch grauenhaft. Christen und Moslems sagen immer, ihr Glaube sei Liebe. Und in der Theorie stimmt das auch. Es sind die Fanatiker, die aus Liebe Hass machen.
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#6 XDASAnonym
#7 EnricoAnonym
  • 20.09.2012, 11:25h
  • Barbarenstaat!

    Und das homophobe, menschenverachtende Regime wird auch noch mit deutschen Geldern am Leben erhalten.
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#8 AufrüttelnAnonym