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Die Berliner Bewerbung für die Outgames 2009 scheint am Ende. Eitel Sonnenschein dagegen in Köln: Der SC Janus will die Gay Games in die Domstadt holen.

Von Dennis Klein

Die Outgames sollten 2009 rund 16.000 lesbische und schwule Sportler nach Berlin bringen - nun scheint daraus nichts zu werden: "Es wird keine Berlin-Bewerbung geben", ist sich Dirk Alex vom renommierten schwul-lesbischen Sportverein Vorspiel sicher. Bürgermeister Klaus Wowereit hatte am Montag seine Unterstützung zurückgezogen, weil der Streit zwischen Anhängern der Gay Games und der Outgames die Community entzweit habe.

Hintergrund: Die Gay and Lesbian Sports Association (GLISA) hatte sich von der Federation of Gay Games (FGG) abgesplittet. Ursache war der Streit um die finanzielle Kontrolle der Spiele. Die GLISA veranstaltet nun die Outgames, die erstmals 2006 im kanadischen Montréal stattfinden werden. Die FGG lädt zur gleichen Zeit zu den Gay Games in Chicago ein. Berlin wollte sich zunächst für die Gay Games 2010 bewerben, gab dann jedoch den Outgames 2009 den Vorzug. Dieser Schritt war von Anfang an umstritten. "Mit dieser Spaltung ist langfristig niemandem geholfen", glaubt auch Robert Kastl vom Bewerbungsverein Games Berlin. Er sieht jedoch noch einen Hoffnungsschimmer: "Die Bewerbung ist nur auf Eis gelegt", so Kastl gegenüber queer.de. Bei einem "Community-Treffen" der Games Berlin konnten sich die Teilnehmer am Mittwochabend lediglich darauf einigen, die FGG und die GLISA "zu kontaktieren und einen konkreten Weg zu einer Zusammenführung der Sport-Community aufzuzeigen und anzustoßen."

Da die letzten Gay Games tiefrote Zahl geschrieben haben, meint Alex vom Vorspiel: "Es darf keine weiteren Outgames geben." Den Streit um Montréal 2006 sieht er als "Arbeitsunfall". "Die Streithähne müssen sich einfach an einen Tisch setzen." Obgleich sein Verein die Gay Games in Chicago unterstütze, würden auch viele Vorspiel-Sportler in die kanadische Metropole fahren: "Für viele ist Montréal einfach die attraktivere Stadt", so Alex.

Im Gegensatz zu Berlin ist die Stimmung in Köln extatisch. Die Domstadt sei der ideale Gastgeber für die Gay Games 2010, so der Vorsitzende des Veranstalters SC Janus, Ulrich Breite, der zuletzt wegen fremdenfeindlicher Äußerungen in den Schlagzeilen war. Köln sei mit Washington D.C. der Favorit unter den bislang acht Bewerberstädten. Zugute kommt den Kölnern auch, dass vom 7. bis zum 12. November das jährliche Treffen der FGG mit über 80 Delegierten in der Domstadt stattfinden wird. Zwar soll dort offiziell nicht über die Bewerbung gesprochen werden; dennoch hofft Breite, dass der rheinische Frohsinn - insbesondere am närrischen 11.11. - die Delegierten von den Vorzügen Kölns überzeugen wird.

6. Oktober 2004, 15:34 Uhr; aktualisiert am 7. Oktober, 11:57 Uhr



14 Kommentare

#1 OlafAnonym
  • 07.10.2004, 01:08h
  • Als Kölner würde ich mich ja über die Erfolgschancen freuen - gäbe es da nicht einen gewissen rechtsradikalen Vorsitzenden...
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#2 StefanAnonym
  • 07.10.2004, 01:13h
  • @Olaf - Rechtsradikale wie Ulrich Breite im Homo-Sport sind echt zum Kotzen - warum jemand so gegen Ausländer hetzen kann und noch im Amt ist, ist mir unbegreiflich.

    Ich habe damals das Schreiben gekriegt und mich bei der FDP beschwert - Antwort: Keine.
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#3 GerdAnonym
  • 07.10.2004, 01:16h
  • Warum will dieser Typ Ausländischer Sportler in Köln aber gegen Flüchtlinge hat er was? Das hat Hitler 1936 auch so gemacht.
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#4 OlafAnonym
  • 07.10.2004, 01:18h
  • Man muss aber trotzdem sagen - der SC Janus ist nicht Ulrich Breite. Da sind viele gute Sportler dabei, denen echt was an Völkerverständigung liegt.
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#5 MarkusAnonym
  • 07.10.2004, 08:28h
  • Wie praktisch für Breite und seinen Reichssportverein: Da kommen durchtrainierte Ausländer nach Köln, die man nicht nur in sportlicher Hinsicht anständig rannehmen kann, und - das allerbeste daran! - die gehen wieder zurück, wo sie herkamen, wenn die Spiele vorbei sind! Da lacht doch das Herz des Janus-Mitglieds!
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#6 felixAnonym
  • 07.10.2004, 08:36h
  • das wundert mich jetzt echt. wie kann man einem verein mit so einer grundeinstellung die organisation einer so wichtigen internationalen sportveranstaltung übertragen? schlafen die organisatoren? imagetechnisch ist das doch eine katastrophe!
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#7 breitAnonym
  • 07.10.2004, 09:43h
  • Mit Breite als Vorsitzenden scheidet Köln als Gastgeber aus. Schreibt alle Briefe an die Federation!
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#8 DeeJayAnonym
  • 07.10.2004, 12:47h
  • Ich finde, man sollte wirklich zwischen Janus und Breite trennen... oder sollte sich vielleicht Janus VON Breite trennen?;-)
    Mich erschleicht schon ein wenig Schwindel, wenn ich mir einen Breite anhöre, der mit den Gay Games soviele Ausländer nach Köln holen will.. und die werden dann auch in Übergangsheimen übergangsweise in der Niehler Strasse untergebracht, oder wie? Mensch, der Breite ist doch ausschliesslich peinlich...
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#9 NikAnonym
  • 07.10.2004, 14:16h
  • Ihr habt sie doch nicht mehr alle - jetzt hat sich schon Berlin durch seinen konzeptlosen und unverantwortlichen Schritt in Richtung einer noch sehr undefinierten GLISA und den damit verbundenen Outgames ins Abseits geschossen (mit Recht, da ich noch nie verstanden habe, warum Kastl hierbei durch die Berliner Community gestützt wurde), und nun werden auch noch irgendwelche kommunalpolitischen Kölner Probleme (einer einzigen Person!) der einzig verbleibenden deutschen Bewerbung zu den nächsten Gay Games 2010 zugeschustert, um auch hier die Arbeit von vielen ehrenamtlich engagierten Mithelfern/Innen pauschal in die braune Ecke zu stellen. Was für ein Blödsinn bei einigen von Euch so im Kopf rumsprudelt!

    Das Breite Problem besteht mit Sicherheit, aber einigen von Euch scheint nicht klar zu sein, dass hinter der Organisation und Durchführung von Gay Games langfristig nicht nur ein SC Janus (der lediglich Initiator der Kölner Bewerbung ist), und schon gar nicht ein Herr Breite, sondern eine ganze Stadt, ja sogar unser ganzes Land stehen wird.

    Schliesslich würden ja nicht nur mehrere 1000ende Sportler/Innen und eine Vielzahl von Touristen/Innen zu den Gay Games kommen, sondern würden anschliessend auch noch daheim erzählen, welch schöne Zeit sie bei uns in D verlebt hätten - schnackelts beim ein oder anderen?

    Nachfolgetourismus, Imagesteigerung, Möglichkeiten der überregionalen Medienpräsenz mit der Chance, zu solch einem internationalen Anlass die Gleichberechtigung von Homosexuellen in unserer Gesellschaft voranzutreiben, usw.

    Schreibt ihr nur Briefe in alle Welt, dass Deutschland immer noch pauschal in Nazihand ist und wundert Euch dann bitte nicht, dass Euer Ruf als Deutsche weltweit so bleibt wie er heute teilweise ist.

    Und verderbt Deutschland damit die Chance, sich mal ausnahmsweise als weltoffenes und tolerantes Land gegenüber Homosexuellen präsentieren zu können - was uns allen eigentlich mal ganz gut zu Gesicht stehen würde, oder?
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#10 RolandAnonym
  • 07.10.2004, 14:44h
  • @ Nik: Aha, Schuld hat also nur derjenige, der auf ein Problem hinweist, anstatt weiter heile Welt zu spielen und die Arier ungestört stampfen zu lassen? Auf, kommt, laßt uns der Welt ein großes Fest präsentieren! Hauptsache, man HÄLT uns für tolerant, ob wir es sind, ist dabei völlig nebensächlich. Bravo.
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