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Schwul-lesbischer Protest vor einer Chick-Fil-A-Filiale (Bild: pweiskel08 / flickr / by-nd 2.0)

Der Druck war offenbar zu groß: Die amerikanische Fastfood-Kette Chick-Fil-A will künftig nicht mehr homofeindliche Organisationen unterstützen.

Chick-Fil-A bestätigte in einem Brief an Joe Moreno, einen demokratischen Stadtrat von Chicago, dass es künftig nicht mehr Gruppen mit politischer Agenda unterstützen werde. Das hat die Bürgerrechtsorganisation Civil Rights Agenda am Mittwoch auf ihrer Website mitgeteilt. Auch Moreno bestätigte den Eingang des Dokuments. Chicago hatte zuvor damit gedroht, keine weiteren Restaurants in der Stadt zu genehmigen, sollten die Hühnchenbrater weiterhin gegen sexuelle Minderheiten vorgehen.

Die Restaurantkette hatte in den letzten Jahren mehrere Millionen Dollar an Organisationen gespendet, die gegen die Gleichstellung von Homosexuellen mobil machen. Dazu zählte etwa auch die Gruppe "Exodus International", die Schwule und Lesben zu Heterosexuellen umerziehen will.

Im Juli ist der Streit um Chick-Fil-A in den USA hochgekocht, als Konzernchef Dan Cathy in einem Interview auf die Vorwürfe der Homophobie antwortete: "Schuldig im Sinne der Anklage". Daraufhin stellte die Jim-Henson-Company, deren Muppets-Figuren als Menübeilagen verbreitet wurden, die Zusammenarbeit ein (queer.de berichtete). Später riefen konservative Aktivisten dazu auf, am 1. August bei Chick-Fil-A einzukaufen, um für die freie Meinungsäußerung und gegen Homo-Rechte zu kämpfen. Das führte zu langen Schlangen in praktisch allen der 1.600 Filialen (queer.de berichtete). Das Management von Chick-Fil-A versuchte daraufhin aus Angst vor Umsatzeinbrüchen, die Wogen zu glätten.

Chick Fil-A verspricht Gleichbehandlung

Zusätzlich hat das Schnellrestaurant nach Angaben der Bürgerrechtler an seine Filialen eine Anweisung verschickt, in der eine Nichtdiskriminierungspolitik gefordert wird. Diese Anweisung sei auch an die Stadt Chicago geschickt worden, um den Genehmigungsprozess zu beschleunigen. Als Firma werde man "jede Person mit Ehre, Würde und Respekt behandeln, unabhängig von ihrer Weltanschauung, ihrer Rasse, ihrem Glaubensbekenntnis, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrem Geschlecht". Die Firma habe die Absicht, sich nicht an "politischen oder gesellschaftlichen Debatten" zu beteiligen.

Chick-Fil-A hat die neue Richtlinie bislang weder bestätigt noch dementiert. Ein Sprecher erklärte gegenüber der "Los Angeles Times", das Restaurant-Management sehe keinen Redebedarf. (dk)



#1 TommAnonym
#2 Boy ScoutsAnonym
#3 MinkAnonym
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.09.2012, 19:15h
  • Chick-Fil-A, wir werden Euch genau beobachten! Keine leeren Versprechungen,sondern konsequent bleiben: gar keine Spenden mehr an homophobe Institutionen!
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 MariusAnonym
  • 20.09.2012, 20:42h
  • Viel zu spät...

    Das geschah nicht aus wirklichem Gesinnungswandel, sondern nur, weil offenbar die Verluste zu groß wurden!! Am Boykott sollte das nichts ändern...
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#7 JoonasAnonym
  • 21.09.2012, 09:59h
  • Antwort auf #6 von Marius
  • Vollkommen richtig!

    Die denken nicht plötzlich anders und sind nach wie vor Homohasser. Sie merken nur, dass es dem Geschäft schadet und wenn es ums Geld geht, können auch die Homohasser ihren Mund halten. Aber in deren Köpfen geht es weiterhin extrem homophob zu.

    Deshalb sollte man auf solche Tricks nicht reinfallen...
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#8 finkAnonym
  • 21.09.2012, 15:21h
  • Antwort auf #3 von Mink
  • kann sein. aber allein die homosexuelle kundschaft wird nicht unbedingt das ausschlaggebende gewesen sein.

    ich will jetzt nichts in deinen beitrag reinlesen, was da nicht steht, aber er bringt mich zu folgendem gedanken:

    bei aller berechtigten skepsis gegenüber der heterosexuellen solidarität sollten wir mal wegkommen von der idee "schwule kämpfen gegen den rest der welt".

    da sind inzwischen nämlich richtig viele heteros, die begriffen haben, dass die diskriminierung von schwulen und lesben einer modernen demokratie unwürdig ist, und dass es sie selber etwas angeht, wenn der gleichheitsgedanke durch homophobe gesetze und institutionen in frage gestellt wird.

    ich sehe unsere politische aufgabe darin, diese solidarität der nicht-queeren bevölkerung zu fördern. solidarität ist nämlich etwas viel wertvolleres als toleranz oder auch akzeptanz. es geht nämlich dann nicht mehr darum, toleranz von "denen" für "uns" zu erbetteln, sondern darum, GEMEINSAM für eine gerechte gesellschaft einzutreten. ich finde es sehr wichtig, dass wir uns das ab und zu mal klarmachen, um aus diesem denken "wir als opfer - die als täter" (oder noch schlimmer: "wir als bittsteller - die als gnädige zugeständnisse-macher") herauszukommen.
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#9 seb1983
  • 21.09.2012, 16:54h
  • Antwort auf #8 von fink
  • Genau das gleiche habe ich mir auch gedacht!
    Die haben Schiss um ihr Image beim Durchschnittsami gehabt der Sonntags auch nicht unbedingt in der Kirche sitzt und brav bis zur Ehe wartet mit dem Pimpern.
    Das ist zwar kein Gesinnungswandel aber immerhin ein Kopf wegziehen.

    Mir kommt hier von einigen permanent zu viel "wir" gegen "die" rüber, wer ist eigentlich der eine Homo oder der Hetero?
    Während Konservative etwas von einer gay lobby labern wird über eine hetero lobby zurückgeschwafelt die sich weltweit gegen Schwule verschworen hat, naja...
    Es soll wohl den Klassenkampf in die "Cummunity" tragen, schwule Emanzipation ist sozialistische Emanzipation, Heterosexualität ist Kapitalismus.
    Statt dauernd schrill zu spalten sehe ich die Zukunft auch in der Solidarität, denn jenseits aller utopischen Träumereien bleiben Heteros die Mehrheit, und da gilt es so viele wie möglich aufzuklären und zu gewinnen, es gilt nicht sich aufzugeben oder unterzuordnen wie gerne behauptet, und doch, so unterschiedlich sind die Ziele heute teils gar nicht mehr, hier wie dort hadert man mit den klassischen Erwartungen, steuert auf ähnliche Probleme zu, im Beruf, im Alter etc.
    Da sollte man eben besser anknüpfen als die alte 68er Platte über die pösen pösen Heten zu spielen.
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#10 nicht ganzAnonym
  • 21.09.2012, 18:02h
  • Antwort auf #9 von seb1983
  • die allgemeine sexuelle freieheit ist ein wichtiges ziel, aber die ist nicht möglich wenn sexuelle gruppen wie die der schwulen und die der bisexuellen nicht die gleiche anerkennung kriegen wie die der heteros.

    das problem ist, ein nicht konservativ gelebter, heterosexueller lebensstil kann eine voraussetzung für akzeptanz von homos sein, ist aber noch längst keine garantie.
    es herrscht ja nicht nur innerhalb der kirchlichen und konservativen institutionen homophobie...das ist zu einfach gedacht.
    die schüler die auch in deutschland unter zunehmender homophobie leiden, erfahren diese diskriminierung auch von mitschülern und lehrern die alles andere als fromm und keusch sind. die nehmen sich das recht heraus zu bestimmen wer mit wem sex haben darf, welche pornos jemand konsomieren darf usw. ist er hetero: alles super, weicht er davon ab: "schwule sau".
    auch die lehrer, oft geschieden und/ oder mit geliebten, in offen beziehungen lebend usw, wissen oft nicht wie sie mit schwulen schülern umzugehen haben.
    es ist auch bewiesen das lehrer, die schüler beim handy- prono gucken erwischen, härter sanktionieren wenn es um homosachen geht.

    diese agression gegen junge schwule, junge männliche bisexuelle und alles was mit männlicher erotik zutun hat ist zunehmend zu beobachten.

    menschen die man im heterobereich als locker beschreiben kann, sind nicht automatisch locker im umgang mit homosexualität, des öfteren sogar höchst konservativ wenn es um "schwules" geht.

    dadurch das dieses verhalten wieder stärker geworden ist, in addition zu der immer agressiver beworbenen heteronorm in den medien und einseitigen frauendarstellungen, trotz der tatsache das die hälfte der menschen erotisch auf männer orientiert ist, in addition zu dem rückgang der homosexuellen erfahrungen jugendlicher, sollte man sich gedanken machen ob es wirklich ausreichend ist nur mal hier und da auf homophobe aussagen von cdu politikern und krichenheinis empört zu reagieren, oder ob das problem nicht tiefgreifender, gesellschaftskritischer zu betrachten ist.
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