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  • 21. September 2012, Noch kein Kommentar

La Hengst schüttelt auf ihrem vierten Album alle nationalen und geschlechtlichen Identitäten durcheinander, um sie tanzend neu zusammen zu setzen.

"Integrier mich, Baby" heißt das neue Album der deutschen Elektropop-Musikerin.

Von Carsten Weidemann

Bernadette La Hengst hat endlich ein neues Album gemacht. Es ist das vierte. Vier Jahre nach "Machinette" und zu zwei Jahre nach dem Zukunft Album "Sisters & Brothers" (zusammen mit Knarf Rellöm und Guz) haut sie uns 14 neue smashing Pophits um die Ohren.

Und selten war La Hengsts Handschrift so ausgeprägt wie auf "Integrier mich, Baby" – trotz oder vielleicht wegen der vielen Gäste auf diesem Album. Da trifft beatender Elektrosoul auf Mariachi-Chansons in lässiger Cumbia-Disco. Auch diesmal hat La Hengst selbst produziert, unterstützt von Olifr M. Guz (Aeronauten) und Peta Devlin (Ex-Die Braut haut ins Auge). Alte Bekannte wie Rocko Schamoni, die Aeronauten-Bläser, Knarf Rellöm, aber auch internationale Gastsängerinnen wie Nathalie Sturlèse oder Rosmery Schoemborn und die Schauspielerinnen Claudia Wiedemer, Bettina Grahs und Marie Löcker sind mit dabei – sie alle sind Teil einer großen Bewegungsmaschine, die Bernadette la Hengst immer wieder und immer noch unermüdlich am Laufen hält.

Love und politics von der Agitations-Chanteuse


Bernadette La Hengst war u.a. Sängerin und Gitarristin der Hamburger Band Die Braut haut ins Auge (Bild: Christiane Stephan)

Einige der Songs sind in unterschiedlichen Theaterproduktionen entstanden: Der tanzbare Titelsong "Integrier mich, Baby" stammt etwa aus dem gleichnamigen Stück, aufgeführt am Thalia Theater Hamburg. Die postfeministische Hymne "Ich bin drüber weg" wiederum schrieb sie für "Planet der Frauen" am Theater Freiburg.

Auf "Integrier mich, Baby" breitet La Hengst die Arme aus und dreht einfach mal die Hierarchien um: Wer integriert hier eigentlich wen? Und wohin? Und das alles bitte nicht in trockenen Integrationstüchern, sondern zu verschwitzter Love-Disko. Love und politics – das ging bei der Agitations-Chanteuse Bernadette La Hengst bekanntermaßen immer schon Hand in Hand.

Von "Transformacion" als Elektro-Cumbia über das "Haus im Ozean" in melancholischer Dubdisco bis zum beat-rockenden "Rolling Role Models" schüttelt La Hengst alle nationalen und geschlechtlichen Identitäten durcheinander, um sie tanzend neu zusammen zu setzen. Kongenial visuell umgesetzt wurde dieses Spiel mit Identitäten von Volker März, dem bildhauenden Performance-Künstler aus Berlin, der Bernadette auf dem Cover als erleuchtete Lampenfigur auf afrikanischen Füssen mit europäischen Sternen erstrahlen lässt.

Youtube | La Hengsts Song "Rolling Role Models" im Theaterstück "Planet der Frauen"