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  • 21.09.2012           6      Teilen:   |

Coming-out gefordert

Bulgarische Konservative: Ungeoutete Politiker sind erpressbar

Fraktionschef Krassimir Weltschew
Fraktionschef Krassimir Weltschew

Der Fraktionschef der bulgarischen Konservativen fordert schwule und lesbische Politiker auf, ihre sexuelle Orientierung öffentlich zu machen – ansonsten seien sie erpressbar.

Krassimir Weltschew von der "Partei für eine europäische Entwicklung in Bulgarien" (GERB) erklärte in einem vergangene Woche veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung "Trud", dass Kandidaten für die Parlamentswahlen im nächsten Jahr der Öffentlichkeit ihre sexuelle Orientierung mitteilen müssten: "Es ist zwar egal, wer mit wem ins Bett geht oder welche Gottheiten jemand anbetet. Allerdings denke ich, dass es eine öffentliche Ankündigung geben soll", so Weltschew.

Grund dafür sei das Erpressungspotenzial von Minderheiten: "Es ist besser, wenn man freiwillig verrät, dass man homosexuell ist. Sonst kommt das nächste Mal jemand von einer anderen Partei und zwingt diese Person, in einer Abstimmung anders zu votieren, indem er mit der Veröffentlichung von kompromittierenden Aufnahmen droht." Er erwarte von Schwulen und Lesben seiner eigenen Partei, ihre sexuelle Ausrichtung öffentlich zu machen.

Die GERB ist derzeit die stärksten Partei in Bulgarien. Auf europäischer Ebene ist sie Mitglied der Europäischen Volkspartei (EVP), der auch CDU und CSU angehören. Bei den letzten Parlamentswahlen erreichte die erst 2006 gegründete Gruppierung 39,7 Prozent. Parteichef Bojko Borissow führt als Ministerpräsident eine Minderheitsregierung der Konservativen an. Die GERB wird dabei im Parlament von der rechtsextremen Partei Ataka ("Angriff") toleriert.

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Homophobie weit verbreitet

In Bulgarien gibt es immer wieder Homo-Gerüchte über Politiker. Viele werden von politischen Gegnern gestreut, berichten bulgarische Medien, um ihnen zu schaden. Nach Umfragen gehören die Bulgaren zu den homofeindlichsten Bürgern in der EU. 2007 gaben vier von fünf Bulgaren an, eine schlechte Meinung von Schwulen und Lesben zu haben (queer.de berichtete).

Die Abneigung gegen Homosexuelle wird insbesondere von der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche genährt, der drei Viertel der Bulgaren angehören. So drohten Vertreter beim diesjährigen CSD in Juni mit Steinwürfen gegen die Teilnehmer (queer.de berichtete). Die Kirche erklärte damals in einer Pressemitteilung, dass Homosexualität eine "unnatürliche Leidenschaft" sei, "die Familie und die Gesellschaft verletzt". (dk)

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Tags: bulgarien
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Reaktionen zu "Bulgarische Konservative: Ungeoutete Politiker sind erpressbar"


 6 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
21.09.2012
15:00:08


(+1, 3 Votes)

Von GF Pr von Pr


Vielleicht noch ein gewisses Zeichen der rosa Farbe auf dem Kleid tragen, schadet nicht? Dem Chef einer Konservativen Partei konnte das wohl gefallen. Und der homophob-ortodoxen Mehrheit dieses Balkanen-Landes auch.


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#2
21.09.2012
16:26:55


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Politiker outen sich deshalb nicht, weil (leider) die bulgarische Bevölkerung eine ablehnende und ewiggestrige Haltung zum Thema Homosexualität haben! Und die regierenden Parteien denken nicht daran, was zu ändern, sondern kriechen noch der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche extrem gepflegt in den Allerwertesten!


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#3
21.09.2012
18:56:59


(0, 2 Votes)

Von Dumme Sau


Es ist besser, wenn man freiwillig verrät, dass man homosexuell ist. Sonst kommt das nächste Mal jemand von einer anderen Partei und zwingt diese Person, in einer Abstimmung anders zu votieren, indem er mit der Veröffentlichung von kompromittierenden Aufnahmen droht

Dann aber gleich Nägel mit Köpfen machen, jeder sollte auch wissen ob die gewählten Politiker etwa heterosexuell sind, denn das kann ja bekanntlich zu ganz schlimmen Aggressionen bei den so Erwischten führen, wie dieses Interview zeigt ("ich hau Ihnen in die Fresse" und so)

Youtube-Video:


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#4
21.09.2012
20:36:41


(+2, 2 Votes)

Von GF Pr von Pr


Naturlich hat dieser Konservative (!) theoretisch irgendwie schon Recht. Wollen wir in Deutschland auch nicht dasselbe (Stichwort ' Sommersturm 'Peter A.''). Aber konnen offene Homosexuelle in der Politik von Bulgarien Erfolg haben bzw. akzeptiert werden? Und was halt dieser Fraktionschef von Homosexualitat? Ist er etwa schwulenfreundlich? Ein bisschen zu grosse Erwartungen von einem Konservativen in einem Balkanenland, oder?


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#5
21.09.2012
23:43:47


(+2, 2 Votes)

Von ehemaligem User alexMuc
Antwort zu Kommentar #1 von GF Pr von Pr


Ich glaube, hier siehst Du was verkehrt. Nichts anderes hat Wowereit gemacht. "Ich bin schwul und das ist gut so" hat er nur aus diesem Grund, vor dem Berliner Abgeordnetenhaus gesagt. Ungeoutet und jeder im Abgeordnetenhaus hätte es gewußt, hätten Wowereit geschadet. Die Opposition hätte sich darauf eingeschossen. Und so hat er denen den Wind aus den Segeln genommen. Erstaunlich eigentlich, daß der Vorschlag, in Bulgarien, von einem Konservativen kam.


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#6
22.09.2012
17:57:50


(+2, 2 Votes)

Von Sveni-Maus


Ich sehe das wie AlexMuc.

Der hat schon recht damit, wer sich nicht outet ist erpressbar, gerade wenn er auch noch nach außen ein toller hetero-Familienvater ist.
Es ist immer besser, gerade wenn man in der Öffentlichkeit um Vertrauen wirbt (und das tut ein jeder Politiker) sollte man auch ehrlich sein zu den potentiellen Wählern.
Mich überrascht auch, dass von einem Konservativen das doch eher freundlich rüber kommt und kein blödes Gehetze ist (Tipp statt Drohung).


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