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  • 23.09.2012           5      Teilen:   |

Thore Schölermann "endlich echt"

Jetzt im Zeitschriftenhandel: Thore Schölermann auf dem Cover der Oktober-Ausgabe von "MÄNNER"
Jetzt im Zeitschriftenhandel: Thore Schölermann auf dem Cover der Oktober-Ausgabe von "MÄNNER"

Als Moderator von "The Voice of Germany" habe er mehr Platz für Spontanität, verrät der "Verbotene Liebe"-Star im Interview mit unseren Kollegen vom Magazin "MÄNNER". Ist das Verrat an den Fans?

Von Klaus Braeuer, Redaktion MÄNNER

Gestorben wird immer, auch und gerade in Fernsehserien. Zwar werden Charaktere manchmal auch anderweitig "entsorgt", von Drehbuchautoren auf große Fahrt geschickt oder per Umzug in weit entfernte, trotz weltweiter Mobilität schwer erreichbare Städte verbannt, aber meistens kommt Exit dem Exitus gleich. Und gute PR ist es auch: Die "Bild"-Zeitung jubelt. Die Quotenwächter ebenfalls. Und für den Darsteller gilt: Wer früher stirbt, ist länger im Gespräch.

Selbst wenn es vielen Serienfans missfällt, ist nach solchen dramaturgischen "Eingriffen" ein weiteres Auftreten des entsprechenden Charakters meist ausgeschlossen. Abgesehen von vereinzelten Rückblenden und Auftritten in Träumen – oder Bobby Ewing geht vier Jahre duschen, und Gattin Pamela hat den längsten und absurdesten Traum der Fernsehgeschichte. "Dallas"-Fans erinnern sich!

Nun hat es also Thore Schölermann erwischt. Der blonde Star wird in Zukunft nicht mehr als Christian Mann auf dem Bildschirm zu sehen sein: Er steigt bei der Vorabendserie "Verbotene Liebe" aus. Statt weiter als Ehemann von Oliver Sabel – gespielt von Jo Weil – über den Bildschirm zu flimmern und eine Hälfte von "Chrolli" zu sein, dem bekanntesten Homopaar Deutschlands, wird Schölermann die zweite Staffel von "The Voice of Germany" bei Pro7/Sat.1 moderieren. Millionen Fans weltweit ringen verzweifelt die Hände und fragen in Internetforen aufgeregt: "Warum tut er uns das an?" Darum: "Ich habe bei 'The Voice of Germany' mehr Platz für Spontanität. Ich bin dann wirklich echt!"

Heißt das, als Christian war er nicht "echt"? War es für Schölermann eine Last, den ewigen Homo zu spielen? Verhinderte die Rolle seinen Durchbruch als internationaler Schauspieler? Fragen, die man Thore am liebsten selbst stellen möchte.

Fortsetzung nach Anzeige


Ein Hetero, der nur von Beruf wegen einen Homo spielt

Olli und Christian aus "Verbotene Liebe": Was passoiert nun mit Deutschlands bekanntestem Homopaar? - Quelle: ARD
Olli und Christian aus "Verbotene Liebe": Was passoiert nun mit Deutschlands bekanntestem Homopaar? (Bild: ARD)

Ich erwische ihn am Handy, als er gerade in Köln an seinem Oldtimer herumschraubt, einem Mercedes G. Wie Heteros, die nur von Berufs wegen Homos spielen, das halt so tun. Schönes Hobby. Also, Klartext. Wie geht es weiter bei "Verbotene Liebe"? "Chris wird in meiner letzten Folge, Anfang Dezember, eine längere Reise ins Ausland antreten", erzählt Thore. "Geplant ist dann erstmal eine Pause von sechs Monaten. Ob ich danach zurückkomme, hängt nicht nur von mir ab, sondern auch von den Produzenten und natürlich von den Zuschauern. Ich würde die Rolle jedenfalls gern weiterspielen."

Natürlich weiß er, dass es sich neuerdings im internationalen Fernsehgeschäft durchaus auszahlt, schöne junge Homos zu spielen. In den USA hat es beispielsweise Darren Criss geschafft, als Blaine Anderson in "Glee" einen rundum glücklichen, selbstbewussten Jung-Schwulen zu spielen, der bei einem Millionenpublikum populär wurde. Criss betont in Interviews immer wieder (und durchaus überzeugend), dass er es als großes Privileg sieht, solch eine Rolle spielen zu dürfen. Anfangs verschwieg er sogar, dass er selbst Hetero ist, um die Glaubwürdigkeit der Figur nicht zu beschädigen. (In Deutschland funktioniert sowas meist genau andersrum.) Inzwischen ist Criss ein internationaler Star, verkauft CDs ohne Ende und wurde kürzlich sogar als Nachfolger für Daniel Radcliffe an den Broadway engagiert, um für drei Wochen im Musical "How to Succeed in Business Without Really Trying" aufzutreten. Es wurden die erfolgreichsten drei Wochen der gesamten Spielzeit. Worauf Criss zu "Glee" zurückkehrte. Er bringt also Homorolle und Heterokarriere jenseits der Serie blendend zusammen.

Doch zurück zu "Verbotene Liebe". Mal angenommen, Thore käme nach einem halben Jahr zurück – was passiert in der Zwischenzeit mit Ehemann Oliver? Wird der sich einem anderen an den Hals werfen? Oder die Kehrseite seiner Bisexualität ausleben? Die Fangemeinde ist angesichts dieser Fragen in Aufruhr. Auf diversen Seiten kann man so erschütternde Einträge lesen wie "Wie kann er seinen Freund nur so im Stich lassen" oder "Für mich ist damit auch die Serie gestorben". Thore dazu: "Mir tut es besonders weh, Jo allein zu lassen! Schließlich sind wir sehr gut befreundet. Wenn ich schwul wäre, wäre er mein Mann. Aber er ist auch der beste Freund meiner Freundin, wir bleiben uns privat also alle erhalten." Und weiter: "Ich habe in der Zeit bei 'Verbotene Liebe' unendlich viel erlebt. Sechs Soap-Jahre sind vermutlich 15 echte Jahre!" Mit anderen Worten, es ist definitiv Zeit für was anderes. Denn laut Thore ist seine Rolle "erstmal zu Ende erzählt". Das klingt nicht nach Fortsetzung, oder?

Die Realität im Schauispielerleben ist ganz unromantisch

Sechs Monate Pause bei "Verbotene Liebe". Wann und wie Schölermann da noch die Kurve zurück kriegen will, ist fraglich
Sechs Monate Pause bei "Verbotene Liebe". Wann und wie Schölermann da noch die Kurve zurück kriegen will, ist fraglich (Bild: ARD)

Thore ist 28 und hat das Leben noch vor sich. Und "Verbotene Liebe" ist eben nicht "Glee", sondern nur eine tägliche ARD-Serie, keine internationale Ryan-Murphy-Produktion, mit der man ganz groß rauskommt. Erklärt das den Schwenk zum Moderator?

Auch Jeanette Biedermann stieg 2004 aus der Sat.1-Soap "Anna und die Liebe" aus. Sie tritt nun gelegentlich in Liebesschmonzetten auf, schaffte es aber, sich als Musikerin einen Namen zu machen. Ob Thore jetzt als Moderator seinen Mann steht, wird man sehen. Eine Weltkarriere macht man damit jedenfalls nicht. Es sei denn, man heißt Anderson Cooper und arbeitet bei CNN.

Dabei ist "The Voice of Germany" kein dummes Format. In der Show werden Musiker gecastet und tatsächlich ernst genommen. Was in der Schwemme von Krawall-Castings wie "DSDS", "Popstars" oder "The Winner Is" selten ist. Als Trainer der Aspiranten und in der Jury wirken Künstler wie Nena, Xavier Naidoo und The BossHoss mit. Die Show startet am 18. Oktober auf Pro7 und geht dann am nächsten Tag bei Sat1 weiter. Zumindest in Deutschland wird Thore damit ein anderes und größeres Publikum erreichen als am öffentlich-rechtlichen Vorabend. Zusätzlich arbeitet Thore bei Pro7 als Vertretung von Daniel Aminati im Moderatorenteam des Magazins "taff". Wann und wie er da noch die Kurve zurück zu "Verbotene Liebe" kriegen will, ist fraglich.

Man kann es ihm übel nehmen, dass er sich derzeit weigert, sich klar zu positionieren, aber man kann es auch verstehen. Schauspieler und Moderatoren müssen zusehen, wo sie ihr Geld herkriegen. Und wenn das große Engagement bei Pro7 eine Eintagsfliege bleibt, ist eine Rückkehr zu "Verbotene Liebe" besser als Arbeitslosigkeit. Das ist die Realität, ganz unromantisch. Teil dieser Realität ist es auch, dass Seriendarsteller ihren Zuschauern nicht gehören, auch wenn diese das gern so hätten. Warten wir also ab, ob die ARD aus Ärger über Thores Weggang zur Konkurrenz einen brutalen Serientod im Amazonas erdenkt? Verschwinden wird Thore aus der deutschen TV-Landschaft sicher nicht. Und das ist ja auch eine gute Nachricht.

Dieser Artikel ist zuerst in der Oktober-Ausgabe des Magazins "MÄNNER" erschienen.

Links zum Thema:
» Die aktuelle Ausgabe von "MÄNNER" auf brunos.de online bestellen
Mehr zum Thema:
» Vom schwulen Soap-Star zum Casting-Moderator (17.06.2012)
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Tags: thore schölermann, verbotene liebe, männer, the voice of germany
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Reaktionen zu "Thore Schölermann "endlich echt""


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
23.09.2012
14:58:08


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Klar, daß sich Seriendarsteller verändern wollen und man muß erst einmal abwarten, wie er sich auch als Moderator von "The Voice" macht. Dafür wünsche ich ihm viel Erfolg.


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#2
23.09.2012
15:25:00
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von daVinci6667
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Schade, schade, schade!

Wir haben die Serie nur wegen Christian und Olli gesehen. Wenn er wirklich nicht weitermachen wird, bleibt zu hoffen, dass die Rolle von einem echten Schwulen gespielt wird.

Ehrlich gesagt, wäre ich Schauspieler, würde ich nicht gerne immer dieselbe Heten-Rolle spielen. Als Schwuler scheint mir das ziemlich makaber, weil etwa die Hälfte von uns diese Rolle schon im realen Leben inne hat. Einfach schrecklich traurig, aber wahr!


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#3
23.09.2012
16:16:06
Via Handy


(-2, 4 Votes)

Von Bavarian


Nachdem wie diese bescheuerten Soaps nicht schauen kenn ich das "bekannteste homopaar" nicht. aber dafür kennen wir wirklich bekannte promis! komisch, daß die redaktion immer wieder ein größeres wahrnehmungsproblem hat. d bis z-promis bleiben solche.


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#4
24.09.2012
07:48:57


(0, 4 Votes)

Von ichguckimmer


Thore for Holywood!!!!

Und mal nur so zum Spaß so rum gedacht: "Olli ist der beste Freund meiner Freundin"??? Ich sag nur Alibi!


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#5
24.09.2012
19:15:19


(-1, 1 Vote)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Zitat von Thore:
" Wenn ich schwul wäre, wäre er mein Mann."

Er sagte nicht, "wenn wir schwul wären" - was könnte man also daraus schließen..............? !



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