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Thomas Hitzlsperger 2007: Mit dem VfB Stuttgart wurde er Deutscher Meister (Bild: Stefan Baudy / flickr / by-sa 2.0)

Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger warnt davor, dass das Coming-out eines Bundesliga-Fußballers das Ende seiner Profilaufbahn bedeuten könnte.

Im Interview mit "Zeit Online" sagte der 30-Jährige: "Es kommt vielleicht auch darauf an, wer sich outet und in welcher Form. Jedenfalls wäre der sportliche Worst Case möglich: das Karriereende. Darauf müsste ein offen schwuler Fußballer vorbereitet sein". Andererseits könne ein schwuler Spieler "zum großen Vorbild für schwuler Sportler werden" und andere dazu ermutigen, "offen mit ihrer Homosexualität umzugehen".

Homo-Gerüchte über seine eigene Person störten ihn nicht, erklärte Hitzlsperger. Bei seiner Google-Suche mit der Autocomplete-Funktion tauchen auch bei ihm Wörter wie "schwul" auf. Anders als Ex-First-Lady Bettina Wulff, der die Funktion eine Beschäftigung im Rotlichtviertel nachsagt, will Hitzlsperger nicht juristisch gegen die Gerüchte vorgehen: "Mich juckt das nicht. Das gilt ja ohnehin für mehrere Fußballer, besonders aktuelle oder ehemalige Nationalspieler, weil die Sensation eben größer wäre als bei einem Kreisliga-Kicker". Im Land gebe es "eine voyeuristische Neugier".

Hitzlsperger glaubt, es werde immer Menschen geben, die Homosexualität als heilbare Krankheit ansehen. "Aber vielleicht gibt es immer mehr, die diesen Menschen eben kein Gehör mehr schenken", so der Sportler.

Das Thema wird seit zwei Wochen wieder in den Medien diskutiert, nachdem das Magazin "Fluter" ein anonymes Interview mit einem angeblich schwulen Profifußballer veröffentlicht hatte (queer.de berichtete).

Thomas Hitzlsperger begann seine Profikarriere bei Aston Villa und wurde 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister. Zwischen 2004 und 2010 war er zudem Nationalspieler. Nach Zwischenstopps bei Lazio Rom, West Ham United und dem VfL Wolfsburg sucht Hitzlsperger derzeit nach einem neuen Verein. (cw)



#2 MariusAnonym
  • 25.09.2012, 12:50h
  • Dass sich immer wieder jeder berufen fühlt, seinen Senf zu dem Thema zu geben... Selbst wenn man selbst keine Ahnung davon hat...

    Umgekehrt wäre für mich der Worst Case, wenn ein Fußballer sich so lange selbst verleugnet, ehe er irgendwann bleibende psychische Schäden hat oder sich gar das Leben nimmt.

    Es gibt auch farbige Spieler, die sich rassistische Sprüche anhören müssen. Nur dass die ihre Hautfarbe nicht verbergen können.

    Wieso können schwule Spieler nicht auch deren Mut und Stärke aufbringen und echte Vorbilder sein, statt sich zu verstecken?!

    Dann wird sich auch automatisch was ändern. Zwar wird es auch immer einige Faschos geben, die werden aber ohne Outing eben andere Sprüche schreien.

    Und jeder, der meint, die Zeit sei noch nicht reif, solle sich mal das Video aus Mainz ansehen, wie eine ganze Tribüne mit hunderten Fans eine lebende Regenbogenfahne bildet um gegen Homophobie zu demonstrieren.
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#3 Simon ACAnonym
  • 25.09.2012, 13:08h
  • Erst wenn die schwulen Fußballer sich outen würden, würden sie sehen, wie glücklich und frei sie sich plötzlich fühlen und wie viel Unterstützung sie erfahren. (Und was sie verändern...)

    Jeder zusätzliche Tag dieses unwürdigen, selbstverleugnenden Versteckspiels ist ein Tag zu viel und schadet der Seele wieder ein bisschen mehr.

    Man merkt das vor dem Outing gar nicht, aber hinterher wird einem bewusst, was man verpasst hat und sich selbst angetan hat. Und dann bereut man, nicht viel eher diesen Schritt unternommen zu haben. Ich spreche aus eigener Erfahrung.
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#4 YannickAnonym
  • 25.09.2012, 13:11h
  • Wahre Vorbilder und echte Sportler stehen zu sich selbst, statt sich feige zu verstecken.

    Nur wer sich versteckt, macht sich angreifbar! Wer offen und ehrlich ist, ist auch nicht wirklich angreifbar!

    Am besten wäre natürlich ein gemeinsames Outing vieler schwuler Spieler! Aber wenn die Mehrheit das nicht will, sollten eben auch einzelne, die stärker als ihre Kollegen sind, vorangehen. Alleine schon um ihrer selbst willen.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 GF Pr von PrAnonym
  • 25.09.2012, 15:26h
  • Ist das Karriereende ein 'worst case'-Szenario nicht fur jeden einzelnen Menschen - wozu dieses hyperbolisierte Interesse an 'schwule Fussballer' , die es unbedingt geben und so auch man finden muss,- das macht die Situation wohl fur alle noch schwieriger als sie schon ist. So wurde es einst auch nach 'heiliger deutscher Nation' eifrig gesucht. Jetzt ist sie schon nach so vielen Katastrophen letzendlich 'gefunden' - und, sind wir jetzt mit einer klerikalen Verfassung, vor der Kirche Angst habenden Politik und einem 'pontifico tedescho' in Rom etwa 'seliger'? Also wo sind diese geheimnisvollen Gestalten der postmodernen deutschen Mythologie - 'homosexuelle Fussballer' in der Gotterwelt namens 'Bundesliga'? Gibt es sie uberhaupt? Wenn es mehr Menschen im Sport wie der sympatische Thomas Hitzlsperger gabe, dann ware das 'Problem' wohl wie von sich selbst gelost . Ich finde ubrigens sehr schade, dass dieser absolut susser Kerl nicht schwul ist, aber in diesem Fall ist er mir mit seiner fur mich sehr attraktiven schwulenfreundlichen Heterosexualitat so was wie die Erlosung in Person: ich selbst habe jemanden von dieser Art in meinem bisherigen Leben zumindest direkt noch nicht getroffen, aber das heisst nicht, dass so was in dieser Welt auch nicht gibt. Obwohl das alles noch einmal auch fur mich personlich zeigt, wie wir alle von der Hetero-Mehrheit verdammt abhangig sind (egal, ob sie so freundlich und sympatisch wie Thomas ist, ob nicht) - nicht nur finanziell, aber auch psychologisch, emotionall, vielleicht auch asthetisch (Stichwort 'schwule Idole'). Kann es uberhaupt anders sein? Muss es? Angesichts dieser Problemmatik sind heimlich schwule Fussballer heute so etwas wie eine schmerzhaft personifizierte Frage. Ohne Antwort, noch.
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#7 WaschbärAnonym
  • 25.09.2012, 17:16h
  • Antwort auf #2 von Marius
  • "Dass sich immer wieder jeder berufen fühlt, seinen Senf zu dem Thema zu geben... Selbst wenn man selbst keine Ahnung davon hat..."

    Dass sich immer wieder jeder berufen fühlt, wegen jedem kleinen Scheiß herumzumeckern, selbst wenn es eigtl. gar nichts zum meckern gibt.

    Wenn der Hitz von der Zeit um ein Interview gebeten wird, dann gibt er denen halt eins, der is ja net in die Zeit-Redaktion reingestürmt und hat gesagt:"Hey hallo, ich kann was zu dem Thema sagen".

    Und außerdem sagt er ja, dass sich ein geouteter Spieler auf den SPORTLICHEN Worst-Case vorbereiten muss, nämlich dass ein Outing im schlimmsten Fall das Karriereende bedeuten KÖNNTE, was ja eindeutig auch stimmt.

    Außerdem sagt er ja noch dazu, dass ein schwuler Fussballer genau so als Vorbild für andere Homosexuelle dienen könnte.

    Und ein "Nicht-"Outing führt ja nicht zwangsläufig zu psychischen Störungen die bis zum Selbstmord gehen, also da kann ich schon verstehen, wenn die jungen Kerle Angst um ihre Zukunft / Karriere haben. Letztendlich müssen die Leute selber entscheiden, wann und ob sie sich outen möchten, das ist ganz allein ihre Entscheidung. Zwar wäre es natürlich toll, wenn sich endlich mal einer trauen würde, aber niemand hat das Recht, einem anderen ein Outing zu befehlen, die müssen am besten wissen, was gut für sie ist und was sie wollen.

    Meiner Meinung nach hat Hitz hier vollkommen Recht und hat gezeigt, dass echt voll locker mit dem Thema Homosexualität umgeht. Er hält es z.B. nicht für nötig, in der Bild-Zeitung seine Heterosexualität zu erklären :)
    Also evtl. mal en bisschen mehr entspannen und nicht immer nach was suchen, worüber man meckern kann :)
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#8 RobinAnonym
  • 25.09.2012, 21:40h
  • Antwort auf #7 von Waschbär
  • Aber solche Leute wissen gar nicht, was sie mit ihren unüberlegten Theorien anrichten...

    Gerade weil sie Personen des öffentlichen Lebens sind, sollten sie gut überlegen, was sie sagen. Das ist unabhängig davon, ob sie gefragt werden oder sich selbst aufdrängen.
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#9 WaschbärAnonym
  • 25.09.2012, 22:01h
  • Antwort auf #8 von Robin
  • Das mag vielleicht sein, aber in diesem Fall hat Hitz ja überhaupt nix falsches gesagt, alles was er sagt würd ich direkt so unterschreiben:

    Das ein sportliches Worst Case Szenario nicht ausgeschlossen werden kann und dass ein Fussballer auch mit dieser Möglichkeit rechnen muss, stimmt leider.

    Dass ein geouteter Spieler andererseits auch ein Vorbild für andere Spieler sein könnte ist ja auch richtig und sogar evtl. eine kleine ermutigung für diese Spieler :)

    Dass ihn die Homo-Gerüchte um seine Person "nicht jucken" ist doch auch wunderbar formuliert.

    Und ich finde auch den Satz toll, dass es immer Menschen gibt, die Homosexualität als "heilbare Krankheit" ansehen, aber man diesen Menschen kein Gehör schenken soll.

    Also tut mir leid, ich kann in diesem Interview einfach nichts falsches / böses finden, mit dem Hitz hier irgendwie Schaden anrichten würde. Und deswegen verstehe ich auch nicht, wieso man sich darüber aufregt. Ist doch schön, wenn sich ein weiterer Spieler als Tolerant präsentiert. Je mehr Fussballer sich als Tolerant präsentieren, desto größer ist doch die Chance dass bei dem ein oder anderen Fan evtl. mal ein Denkprozess stattfindet.

    Und grad Hitz hat bei mir und vielen anderen Stuttgart Fans noch ein riiiiieeeeeesen Stein im Brett :)
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