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Franz-Josef Wagner schreibt täglich seine Post in "Bild"

Eine "Bild"-Kolumne, in der Franz-Josef Wagner gegen die Gleichstellung der Homo-Ehe angeschrieben hatte, verletzt nicht den Pressekodex. Das hat am Dienstag der Deutsche Presserat Medienberichten zufolge entschieden.

Insgesamt hatten sich 70 Personen über den am 23. August erschienenen Text beschwert. Wagner schreibt darin zu einem Gesetzentwurf des Justizministeriums: "Ich fühle mich dabei nicht wohl. Homosexuelle kriegen biologisch keine Kinder." Dabei herrsche für Schwule und Lesben doch eine "glorreiche Zeit": "Niemand steckt Euch ins Gefängnis."

Eine Diskriminierung, wie sie viele Leser darin sahen, sieht da Entscheidungsgremium jedoch "nicht gegeben": Bei der Kolumne handele "es sich um eine kritische Positionierung, die man nicht teilen muss, die aber vom Recht auf freie Meinungsfreiheit gedeckt ist".

"Bild" kam schon einmal gut weg

Die Beschwerden hatten sich unter anderem auf Ziffer 12 des Pressekodex bezogen, der Diskriminierung verbietet. Das Merkmal sexuelle Orientierung wird dabei, wie im Grundgesetz auch, nicht erwähnt. Wörtlich heißt es: "Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden." Manche bemängelten auch einen Verstoß gegen Ziffer 1 (Wahrung der Menschenwürde) und Ziffer 9 ("Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild, Menschen in ihrer Ehre zu verletzen").

2006 hatte der Presserat eine Entgleisung von "Bild" bereits milde beurteilt: Das Blatt hatte das inzwischen berühmte Bild von zwei gehängten jungen Schwulen im Iran mit der Überschrift "Hier werden zwei Kinderschänder gehängt" auf die Titelseite gebracht und mit einer entsprechenden Darstellung einer iranischen Nachrichtenagentur gerechtfertigt (queer.de berichtete). Der Presserat sprach nach zahlreichen Beschwerden nur eine Missbilligung, keine Rüge aus (queer.de berichtete). Nur letztere muss abgedruckt werden.

Zu dem Wagner-Text erhielt das Gremium in diesem Jahr die zweithöchste Anzahl an Beschwerden; die Kolumne hatte, viel mehr als weit homophobere Berichte in der deutschen Presse, eine große Verbreitung in sozialen Netzwerken erhalten. Am Donnerstag entscheidet der Presserat über das Papst-Titelbild der "Titanic", zu dem 180 Beschwerden eingingen. (nb)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Lars3110
  • 25.09.2012, 21:22h
  • War leider abzusehen.
    BILD und Wagner sind viel zu professionell, um in die Fall zu tappen.
    Die wissen genau, wie sie wo welchen Punkt oder Komma setzen, um nicht gerügt zu werden und trotzdem ihren Hass und Menschenverachtung hinausposaunen können.
    Es hilft nur eins: ignorieren!
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#3 GF Pr von PrAnonym
  • 25.09.2012, 22:07h
  • Zumindest hat diese 'Zeitung' ihr wahres Gesicht gezeigt. Und noch einmal erwiesen, wie fragil unsere Lage im deutschen Rechtsystem bleibt - als ob wir uns alle auf dem Fruhlingseis bewegen sollten. Ein Argument mehr, warum man sich um Erganzung der Bundesverfassung auch weiter mit allen Kraften bemuhen muss.
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#4 David JacobAnonym
  • 26.09.2012, 00:12h

  • Zum Glück hole ich mir meine Bildung nicht aus der Bild und somit ist das total an mir vorbei gegangen, ergo ist es mir dann auch nichts wert, mich darüber aufzuregen. Aber an die Bild-Leser hier: Viel Spaß ;)
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#5 thomascgn
  • 26.09.2012, 01:27h
  • Die Entscheidung vom Presserat ist nicht nachvollziehbar.
    Und auf der CSD-Parade gibt's einen Blöd-Wagen, auf dem die Verblödung gefeiert wird.
    Widerlich diese Zeitung ...
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#6 RationalChoiceProfil
  • 26.09.2012, 02:43h Köln

  • Die Entscheidung war richtig. Wagners Text wird durch die Meinungsfreiheit gedeckt. In einem Land, in dem es nicht erlaubt ist, eine solche Meinung zu vertreten, möchte ich nicht leben. Es wird niemand gezwungen, Bild zu lesen.
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#7 HannibalEhemaliges Profil
  • 26.09.2012, 06:58h
  • Was für ein lahmer Saftladen! Wahrscheinlich sitzen da auch nur solche homophoben Säufer wie Wagner selbst rum.
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#8 sanscapote
  • 26.09.2012, 07:17h
  • Ich glaube nicht, dass Wagners Geschmiere "nicht den Pressekodex verletzt", da eine Gruppe diskriminiert und mit Vorgaengen unter dem § 175 bewertet wird.

    Es ist verwerflich, geschmacklos und rechtlich angreifbar, was dieser Deutsche Presserat, der anscheinend selbst voller homophober Typen steckt, von sich gibt. Die dort sitzenden Schrankschwestern sind allesamt zu feige sich zu aeussern. Die anderen kriegen einen Harten - falls ueberhaupt - beim Gedanken an ihre eigene Straigtorientierung.

    An einen Kommentator:
    Das hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun. Sollen sie mal gutheissen was gegen "Juden und Neger und Behinderte" gerichtet ist. Dann zeigen sich auch hierzulande die Grenzen der Pressefreiheit. NEIN: Wir Schwule werden noch immer als Freiwild betrachtet. Und du scheinst von der sanften Sorte zu sein, der die Realitaeten in der BRD verschlaeft.
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 26.09.2012, 09:07h
  • Antwort auf #6 von RationalChoice
  • "In einem Land, in dem es nicht erlaubt ist, eine solche Meinung zu vertreten, möchte ich nicht leben."

    Ich kann auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit - egal gegen wen sie gerichtet ist - gut verzichten.

    Und würde Dir mehr Selbstachtung empfehlen. Denn Selbstverleugnung hat ebensowenig mit Meinungsfreiheit zu tun wie offene Homophobie.

    Es ist gut, wenn man sich gegen die wehrt. V.a., weil wir anscheinend als Freiwild betrachtet werden.

    Auch bei den öffentlich Rechtlichen:

    www.youtube.com/watch?v=fvQ-7CG3Xxg

    Jaaa. Es richtet sich gegen jemand, gegen den jeder vernünftige Mensch allergisch reagiert. Aber selbst da ist Homophobie verwerflich, weil sie es IMMER ist.
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