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Erinnerung an homosexuelle NS-Opfer

Stolperstein-Verlegung in Magdeburg


Stolpersteine gibt es an 500 Orten in Deutschland (Bild: Wiki Commons / James Ssteakley / CC-BY-SA-3.0)

Am 9. Oktober werden in Magdeburg zum vierten Mal Stolpersteine für homosexuelle Opfer des NS-Regimes verlegt. Anschließend findet eine Autorenlesung im Alten Rathaus statt.

Um 16:45 Uhr findet an der Hohepfortestraße 34 im Stadtteil Alte Neustadt die Verlegung des Stolpersteines für Fritz Kruse statt. Dieser Stolperstein wird finanziert mit einer Spende der Landtagsabgeordneten Helga Paschke (Linke) und trägt folgende Aufschrift: "Hier wohnte Fritz Arnold Kruse, Jg. 1890, verhaftet 1939, Polizeigefängnis, 1940 Sachsenhausen, tot 1940".

Nach der Verlegung eines Stolpersteines in der Lübecker Straße für den ehemaligen Stadtrat Eugen Petzall, einem Repräsentanten der jüdischen Gemeinde, findet um 17:50 Uhr in der Tucholskystraße 5 (Stadtteil Sudenburg-Friedenshöhe) das Gedenken an Hans Knüppel statt, einem weiteren ermordeten homosexuellen Mann aus Magdeburg. Dieser Stein wird finanziert von Ronny Hillebrand, Gemeindepfarrer in Magdeburg-Ottersleben und besagt: "Hier wohnte Hans August Knüppel, Jg. 1899, verhaftet 1935, Polizeigefängnis, 1938 Zuchthaus Coswig, 1942 Buchenwald, Ravensbrück, tot 1942, Dachau".

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Die Aktion erinnert an Todesopfer der NS-Zeit, indem am letzten selbst gewählten Wohnort der Personen Gedenktafeln aus Messing ins Pflaster des Gehwegs eingelassen werden. Inzwischen liegen entsprechende Steine in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas.

Im Anschluss an die Verlegung des Stolpersteines für Hans Knüppel liest um 18:30 Uhr Alexander Zinn im Gotischen Zimmer des Magdeburger Rathauses aus seinem Buch "Das Glück kam immer zu mir. Rudolf Brazda – das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich". Der Autor der Biografie über den letzten bekannten homosexuellen KZ-Überlebenden erzählt darin die Geschichte eines trotz aller Widrigkeiten erfüllten Lebens. Er schildert zugleich die unbarmherzige Verfolgung schwuler Männer im Nationalsozialismus. Im Anschluss signiert der Autor die an diesem Tag verkauften Bücher. (pm/cw)



#1 HackepeterAnonym
  • 27.09.2012, 16:58h
  • Ich finde es mehr als lobenswert, dass mit dem Projekt der Stolpersteine auch an die schwulen Opfer der Nazidiktatur erinnert wird.

    Schön, wenn es engagierte Leute gibt, die sich zumeist ehrenamtlich in ihrer jeweiligen Stadt um das Andenken an diese Opfer kümmern.
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#2 GF Pr von PrAnonym
  • 27.09.2012, 18:00h
  • Ein schones Zeichen und Erinnerung an Herrn Lammert und alle anderen, dass die Geschichte der Stadt Magdeburg mit dem angeblich 'grossen Europaer, der so aktuell auch in unseren Tagen ist', also dem Barbaren Otto dem Grossen, nur beginnt und nicht endet.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil