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Schminken ist nicht nur was für Frauen, meint Philipp. (Bild: Screenshot RTL Now)

Philipp präsentiert sich als queerer Mann, Giuseppe ätzt gegen Gottschalk: "Ich bin bei Elton John eingeladen und ihr nicht." Unterhaltsames von der neuesten "Supertalent"-Folge.

Von Carsten Weidemann

Ist sich RTL seiner homophilen Zuschauerschaft bei der Castingshow "Das Supertalent" bewusst, oder ist es reiner Zufall, dass nach der ersten Folge mit Michael Carbonaro ("Another Gay Movie") nun erneut ein Kandidat aus der Szene als erstes auf die Bühne tritt? Der Berliner Philipp Golle präsentiert sich zum Auftakt der dritten Folge bunt geschminkt wie gekleidet, im Einspieler passend unterlegt mit Marinas Hit "Primadonna Girl". Der 20-jährige erzählt, dass er sich ganz unabhängig von Konventionen so kleidet und herrichtet, wie es ihm seine Stimmung vorgibt. "Ich trage Männer- und Frauenkleidung, wie es mir passt, ich schminke mich bunt, wenn es mir gut geht, eher düster, wenn nicht." Und stellt klar: "Ich fühle mich als Mann, und das ist gut so."

Seiner Mutter gehört eigentlich ein Orden verpasst, denn so, wie sie zitiert wird, hat sie offensichtlich nicht versucht, die individuelle Entwicklung ihres Sohnes zu unterdrücken. Sie zeigt Kinderfotos von Philipp her, der bereits mit 12 Jahren anfing, sich zu schminken: "Philipp war schon immer ein wenig anders als die anderen Kinder. Er konnte Zöpfe flechten bevor er laufen konnte. Er hat immer mit Puppen gespielt und war enttäuscht, wenn der Weihnachtsmann Autos statt Puppen gebracht hat." Sie habe sich auch oft schützend vor ihn stellen müssen: "Er musste mit Vorurteilen kämpfen. Wir haben viel Gegenwind gehabt." Philipp ergänzt: "Ich komme tagtäglich in Konfrontationen." Beschimpfungen wie "Schwuchtel" oder "Hurensohn" seien üblich. Gewalterfahrung hat er ebenfalls gemacht. Der "Paradiesvogel" (O-Ton Thomas Gottschalk) zeigte auf der Bühne eine überzeugend kraftvolle Tanznummer mit Hula Hoop-Reifen, die ihn in die nächste Runde brachte.

Das Modell mit der Elton John-Einladung


Giuseppe will sich "gut verkaufen", das gelingt ihm nur leider nicht (Bild: Screenshot RTL Now)

Das weiterkommt, wer sich selbst ernst nimmt und der scheitert, der sich nur wichtig tut, ist eine der Botschaften beim "Supertalent". Die Wichtigtuer werden dann auch so gnadenlos wie platt von RTL-Moderator Daniel Hartwich vorgeführt. Das bekam Giuseppe Milano zu spüren. Dem 21-jährigen Kölner fehlt es garantiert nicht an Selbstbewusstsein und vielbeschäftigt scheint das Model mit den "reichen Eltern" auch zu sein. Während der Aufzeichnung des Einspielers klingelt ständig sein Handy, die Anrufe sind wichtiger als das Interview. Bereitwillig erzählt der "It-Boy des Jahres" ("Bild"), wie teuer seine Schuhe waren und welche Promis er so kennt.

Auf der Bühne schafft er es in Sekunden, sich beim Publikum unbeliebt zu machen. Das Studium? Das habe er aufgegeben, weil es ihm zu langweilig gewesen sei. Sein Handy? Er würde gerne ein Foto zusammen mit der Jury machen, denn eines mit Paris Hilton habe er schon, und die in der Jury seien schließlich auch Promis. Sein Talent? Wenn es dem Publikum nicht gefalle, was er gleich zeige, sei es ihm egal. Seine Tanzperformance war dann vom Niveau her so wie man es bei den Junghuschen-Partys üblicherweise sieht. Die Jury buzzert ihn nach kurzer Zeit raus. Thomas Gottschalk versucht seine Kritik auf die väterliche Weise zu vermitteln: "Wenn man auf eine Bühne will, dann muss man dafür sorgen, dass die Leute im Saale einen mögen. Und egal, wie hoch man kommt in unserem Geschäft, man darf eines nicht vergessen: Ein bisschen Demut." Giuseppe kontert alles andere als demütig: "Trotzdem bin ich bei Elton John eingeladen und ihr nicht" und rauscht von der Bühne.



#1 NickAnonym
  • 30.09.2012, 16:12h

  • Die Moderation besteht doch ebenso aus Medienstrichern wie der gesamte Sender. Dieser arrogante Kandidat Guiseppe passt doch genau in die Sendung. Die Moderatoren die sich künstlich über ihn aufregen wollen doch genau so einen Kandidaten. Jemandem mit dem Niveau einer Küchescharbe kann man mit ebenso platten, dummen Sprüchen begegnen und schon fühlt sich das Publikum erhaben und mit fasziniert- distanziertem Blick den "dummen Schwuchteln" beim Lächerlich machen zugucken. Solche Kandidaten werden von den Sendern bewusst gewählt und ausgesucht und für deren Zwecke dem Publikum vorgeführt. Bei erwachsenen Kandidaten habe ich auch wenig Mitleid, wenn die sich derart billig verkaufen und verheizen lassen. Allerdings werden in solchen Shows auch Minderjahrige vorgeführt und lächerlich gemacht, siehe Dsds und andere. Spätestens dafür habe ich dann kein Verständnis mehr, Menschen mit noch nicht ausgereifter Persönlichkeit wie Clowns in der Manege vorzuführen. Eines sollte man sich auch davon unabhängig klar machen, um Wohlwollen oder Erzeugung von Akzeptanz von Menschen die anders sind, geht es den Machern kein Stück. Was zählt ist einzig und allein die Quote. Wenn in Folge solcher Shows die psychische Gesundheit der Kandidaten oder des Publikums leidet ( oder auch die physische Gesundheit, siehe Germanys Topmodels und Schlankheitswahn der Zuschauerrinnen) ist das den Machern egal. Hauptsache die erbauten Konstrukte( z.b. einseitige Darstellung wie Schwule zu sein haben) bleiben erhalten und hauptsache die Kohle stimmt...die Gehälter der oberen Medienfuzzis müssen steigen, wie sonst sollen die sich ihre teuren Zweit- und Drittwagen leisten können..
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#2 guckstuAnonym
#3 Lich KingAnonym
  • 30.09.2012, 19:27h
  • Schwule im Fernsehen, ist ja mal was ganz neues...
    Ansonsten wie immer der übliche RTL Unterschichtenmist wo untalentierte Volldeppen sich für Geld erniedrigen lassen. Eine Sendung die ich weiterhin ignorieren werde.
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#4 KrawallschwesterAnonym
  • 01.10.2012, 00:17h
  • Antwort auf #3 von Lich King
  • Meine Güte, krieg Dich mal wieder ein! Du schaust es Dir doch selber im stillen Kämmerlein ein, gibst es aber nicht zu! Und wenn Du schon mal über das Unterschichtenfernsehen schwadronierst, dann erkläre uns doch allen bitte einmal, was Du denn unter "Ober- und "Mittelschichten-TV" verstehst!
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#5 Lich KingAnonym
  • 01.10.2012, 00:48h
  • Antwort auf #4 von Krawallschwester
  • Nein, ich schaue diesen Sendungen tatsächlich nicht, es ist asoziales furchtbares fernsehen. Es gibt wesentlich bessere Dinge mit denen man seine Tagesfreizeit nutzen kann. Und sowas wie "Ober- und "Mittelschichten-TV" gibt es nicht (mehr). Früher waren das vielleicht die GEZ Staatssender, aber die haben auch in den letzten Jahrzehnten qualitativ nachgelassen.
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